LONDON (IT BOLTWISE) – Nach einer Konsolidierung um 1,35 bis 1,40 US-Dollar rückt bei XRP ein möglicher Boden in den Fokus. Ein 13-Monats-Zyklus soll laut technischer Analyse ein fünfwellige Aufwärtsbewegung über rund 13 Monate begünstigen. Kurzfristig entscheiden jedoch die 1,40 US-Dollar als zentrales Breakout-Niveau sowie das Umfeld um die täglichen gleitenden Durchschnitte. Zusätzlich wird beobachtet, ob der Rückgang von Börsenreserven den langfristigen Trend stützt, ohne sofortigen Preisdruck zu erzeugen.

Der Kurs von XRP hat nach der Erholung im August eine neue Phase der Seitwärtsbewegung eingeschlagen und hält sich aktuell im Bereich um 1,35 bis 1,40 US-Dollar. Genau an dieser Stelle wird aus Sicht vieler Trader die Frage nach der nächsten Kursrichtung besonders dringend: Lässt sich die Preiszone oberhalb der jüngsten Tiefs dauerhaft stabilisieren oder kippt die Konsolidierung erneut in Richtung tieferer Unterstützungen? Der technische Blick auf mehrere Zeithorizonte macht die Lage dabei komplizierter als bei einer einzigen Trendlinie. Während die mittelfristige Struktur noch nicht eindeutig in einen Aufwärtstrend übergegangen ist, liefern längerfristige Zyklusmodelle eine deutlich optimistischere Interpretationsschablone.
Im kurzfristigen Setup gilt vor allem die 4-Stunden-Chart als Trigger. Dort wird von einem symmetrischen Dreieck gesprochen, dessen Apex die Kursspanne immer weiter verengt. Als entscheidende Schwelle gilt dabei wiederholt 1,40 US-Dollar: Ein Ausbruch darüber soll dem Markt Raum für nächste Schritte geben, die in der Analyse zunächst bis 1,45 und anschließend in Richtung 1,55 führen können. Umgekehrt ist das Dreieck kein Garant für „bullisch oder bearish“ – entscheidend ist, ob Käufer den unteren Bereich zuverlässig verteidigen. Gelingt das nicht, rückt ein erneuter Test in der Nähe von 1,34 und sogar 1,28 US-Dollar in den Mittelpunkt. Praktisch heißt das: Selbst wenn die Volatilität durch das Dreieck sinkt, bleibt die Richtung offen, bis die Preisaktion wieder klare Kontrolle zeigt.
Parallel dazu wird die Lage über einen 13-Monats-Zyklus interpretiert, der im Kern auf Elliott-Wave-Logik aufbaut. In diesem Szenario soll das jüngste bearishe Swing-Low relativ nah an einem Zyklusmarker gelegen haben, womit die „Bottoming-Phase“ als abgeschlossen gelten kann. Aus der Theorie folgt dann ein fünfwelliger impulsiver Anstieg, der sich über etwa 13 Monate entfalten könnte. Wichtig ist dabei die methodische Einordnung: Zyklus- und Wellenanalysen ordnen Zeitpunkte und Kursphasen historisch ein, sie liefern aber keine mathematische Garantie. Die Struktur kann sich mit neuen Kursdaten verändern, und Timing-Abweichungen sind in solchen Modellen grundsätzlich möglich. Dennoch erklärt gerade diese langfristige Rahmung, warum die aktuelle Konsolidierung nicht automatisch als Schwäche gelesen werden muss.
Für die nächste konkrete Messlatte sorgen kurzfristige gleitende Durchschnitte, die in der Analyse als „mehr als nur ein Preisziel“ dargestellt werden. Genannt wird insbesondere eine Zone rund um die tägliche 20-EMA bei etwa 1,31 US-Dollar als unmittelbare Unterstützung. Solange diese Marke hält, bleibt die Chance bestehen, dass XRP den Widerstandsbereich zurückerobert und anschließend die 50-Wochen-EMA um ungefähr 1,54 US-Dollar erneut ansteuert. Genau diese 1,54 US-Dollar erscheinen als technischer Barrierepunkt auf höherem Zeithorizont: Ein nachhaltiger Schritt darüber wäre stärkeres Signal für eine Verbesserung der übergeordneten Trendlage als ein kurzfristiger Spike. Gleichzeitig zeigt eine andere 4-Stunden-Betrachtung, dass die kurzfristige Struktur weiterhin fragil ist und ein bearishes Break-of-Structure nach unten nicht komplett „wegargumentiert“ wurde.
Diese zweite Perspektive verweist auf eine Zone zwischen mehreren EMAs, die als Cluster für die kurzfristige Entscheidungsfindung dient. Konkret werden EMA21 bei rund 1,3655 und EMA55 bei etwa 1,3697 genannt; erst ein vierstündiger Close über EMA55 und danach der Schritt durch 1,3810 würden das kurzfristige Bild spürbar verbessern. Darüber hinaus werden 1,4045 und 1,4335 als weitere Niveaus erwähnt, wobei 1,4335 dem früheren Swing-High entspricht. Auf der Unterseite steigt hingegen das Risiko, wenn 1,3655 nicht zurückerobert wird: Dann könnte der Kurs erneut in Richtung 1,3265 laufen, und ein vierstündiger Close unter dieser Schwelle würde das gewünschte Erholungsszenario in der betreffenden Analyse deutlich entkräften. Damit entsteht ein relativ klarer, wenn auch anspruchsvoller Pfad: Unterstützung zurückgewinnen, EMA-Cluster wieder übernehmen, anschließend 1,40 testen und erst danach die größeren Ziele anziehen.
Als zusätzlicher Baustein kommt On-Chain-Datenlage hinzu, die nicht den unmittelbaren Chart bestimmt, aber den Kontext für Liquidität und Angebotsdruck liefert. Beobachtet wird, dass die durchschnittlichen XRP-Reserven einer großen Börsenplattform seit Ende 2025 gefallen sind – von rund 3,17 Milliarden XRP im November 2025 auf etwa 2,61 Milliarden XRP bis zum 1. September 2026. In der zitierten Einordnung entspricht das ungefähr 551 Millionen XRP bzw. 17,4% weniger, und der aktuelle Stand soll laut dieser Datenspur der niedrigste monatliche Durchschnitt seit Februar 2024 sein. In der Perspektive von CryptoQuant wird das als vergleichsweise positives Signal für XRP beschrieben, allerdings mit dem Hinweis, dass die Relevanz eher langfristig ist und nicht als unmittelbarer Kurs-Katalysator missverstanden werden sollte. Denn Reserverückgänge können auch operative Gründe haben, etwa Transfers in Custody oder interne Bewegungen, die nicht automatisch „verkaufsfrei“ bedeuten.
Unterm Strich hängt die Kurs-Erzählung bei XRP an einem technischen Drehpunkt: Kann die Konsolidierung in einen bestätigten Breakout über 1,40 übergehen und danach als stabile Basis funktionieren? Gelingt das, rücken die nächsten Zielzonen um 1,45 und besonders die 1,54 US-Dollar näher, weil dann die 50-Wochen-EMA als höherzeitliche Trendlinie wieder „durchbrochen“ werden könnte. Scheitert XRP hingegen im Bereich 1,36 bis 1,40, droht der Rücklauf zuerst in Richtung 1,34 und anschließend in den Bereich um 1,32; ein deutlicher Bruch unter ungefähr 1,28 würde in diesem Szenario das Bild, dass das jüngste Tief bereits den größeren Bottom markiert, stark schwächen. Damit bleibt der 13-Monats-Zyklus zwar ein konstruktiver Langfrist-Frame, doch die tatsächliche Bestätigung kommt aus dem Zusammenspiel von Chartstruktur und den entscheidenden EMA- und Breakout-Niveaus im kurzfristigen Zeitfenster.
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