BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ecovacs zeigt auf der IFA 2026 neue Saug- und Wischroboter sowie einen Fensterroboter. Bei den Bodenrobotern stehen die Deebot-Modelle X12S, T90S und T90 Max im Fokus, inklusive weiterentwickelter Ozmo-Roller-3.0-Technologie und KI-gestützter Navigation. Für die Steuerung geht das Unternehmen außerdem mit dem KI-Assistenten Agent Yiko 3.0 an den Start. Gleichzeitig kündigt Ecovacs einen neuen Winbot für die Fensterreinigung an und nennt Ausblicke auf Mäh- und Poolroboter für das kommende Jahr.

Die IFA 2026 in Berlin ist für Ecovacs vor allem ein Signal: Der Hersteller verlagert den Schwerpunkt seiner Robotik-Strategie weg von reinen Saugfunktionen hin zu einer enger verzahnten Saug- und Wischlogik, die sich auch im Alltag messbar auswirken soll. Im Messefokus stehen drei neue Deebot-Serien für die Bodenreinigung sowie ein neuer Winbot für Fenster. Damit adressiert Ecovacs gleich zwei typische Kaufbarrieren – wechselnde Reinigungsbedingungen im Haushalt und den Aufwand, der nach dem Wischen entsteht. Genau an dieser Stelle setzt die Kombination aus weiterentwickelter Wischwalzen-Technologie, automatisierten Stationsfunktionen und KI-gestützter Routenplanung an.
Technisch beginnt die Neuerung bei den Deebot-Modellen X12S, T90S und T90 Max mit der weiterentwickelten Ozmo-Roller-3.0-Technologie. Ecovacs beschreibt dabei eine 27 Zentimeter breite Wischwalze, die während der Reinigung mit sauberem Wasser versorgt wird. Praktisch bedeutet das: Die Walze arbeitet nicht nur trocken über eine Tuchoberfläche, sondern bleibt in einem definierten Nassbereich, während die Wasserzufuhr den Kontaktfilm kontinuierlich stabilisieren soll. Je nach Modell kommt zusätzlich eine automatisierte Reinigungsstation zum Einsatz, die typischerweise die Verarbeitung nach dem Lauf übernimmt. Dazu treten KI-gestützte Navigation und unterschiedliche Systeme zur Staubentleerung, wodurch die Bedienung im Betrieb stärker automatisiert wird als bei vielen früheren Robotergenerationen, die zwar navigieren konnten, aber beim „Nachsorgen“ stärker in die Pflicht nahmen.
Das Spitzenmodell Deebot X12S erscheint laut Ecovacs in zwei Varianten, die vor allem beim Staubmanagement unterschiedliche Wege gehen. Der X12S OmniCyclone arbeitet mit einer beutellosen automatischen Staubentleerung, während der X12S Pro Omni auf einen Staubbeutel setzt. Beide Modelle beziffert der Hersteller mit einer Saugkraft von bis zu 27.000 Pa. Ergänzt wird das Ganze durch den KI-Assistenten Agent Yiko 3.0, der den Robotern eine zusätzliche Steuer- und Interaktionsebene geben soll. Gerade für Unternehmen und technisch interessierte Haushalte ist das relevant, weil sich Robotik-Anwendungen selten nur über „stärker saugen“ differenzieren lassen, sondern über die Frage, wie zuverlässig ein System Aufgaben versteht, Zeitpläne einordnet und mit wechselnden Raumzuständen umgeht. Preislich positioniert Ecovacs den X12S OmniCyclone bei 1.099 Euro und den X12S Pro Omni bei 1.299 Euro; der Verkaufsstart ist für den 9. September angekündigt.
Bei der T90S-Serie hebt Ecovacs die Saugkraft nochmals an und kombiniert sie mit einer konsequent automatisierten Wischpflege. Der T90S Pro Omni erreicht laut Hersteller bis zu 40.000 Pa, das Basismodell bis zu 30.000 Pa. Auch bei den Stationen geht der Ansatz über das reine „Ausspülen“ hinaus: Die zugehörige Omni-Station reinigt nicht nur die Wischwalze, sondern spült nach dem Waschvorgang zusätzlich ihre Bodenplatte. Genau dieser Punkt ist in der Praxis häufig unterschätzt, weil ein Reinigungssystem, das nur die Walze säubert, aber die Auflagefläche unberücksichtigt lässt, schnell wieder zu Verschmutzungen im nächsten Lauf führen kann. Die T90S-Modelle sind mit Preisen von 799 beziehungsweise 699 Euro genannt und sollen ab dem 24. September verfügbar sein. Damit spannt Ecovacs innerhalb kurzer Zeit einen breiteren Bereich zwischen Leistungsanspruch und Budget auf.
Ein weiteres wichtiges Puzzleteil ist die T90-Max-Reihe, die ähnliche Technologien in ein preislich niedrigeres Segment tragen soll. Der T90 Max Omni kostet demnach 499 Euro, die Pro-Version liegt bei 599 Euro und erreicht ebenfalls bis zu 40.000 Pa Saugkraft. Beide Modelle sollen am 9. September starten. Für viele Käufer ist das die entscheidende Frage, ob „hohe Werte“ in technischen Datenblättern in eine bezahlbare Produktklasse übersetzt werden. Ecovacs beantwortet sie hier nicht mit einer einzigen Hardware-Komponente, sondern mit einem Paket aus Omni-Station-Funktionen, KI-gestützter Navigation und der Ozmo-Roller-3.0-Technologie. Gleichzeitig bleibt das Verhältnis aus Saugleistung, Wischbreite und Automatisierung ein Balanceakt, denn je stärker ein System automatisiert ist, desto wichtiger wird die robuste Routine im Alltag: Behälterwechsel, Staubentleerung, Wischpflege und die Fähigkeit, unterschiedliche Bodenbeläge ohne ständige Eingriffe zu behandeln.
Über die Bodenreinigung hinaus erweitert Ecovacs die Roboterpalette mit einem neuen Fensterreiniger. Der Winbot W2S Pro Omni soll nach Angaben des Herstellers mithilfe von Rahmenerkennung, Eckbürsten und automatischer Routenplanung Glasflächen bis an die Ränder reinigen. Als praktische Größe nennt Ecovacs einen 120-Milliliter-Tank, der für bis zu 75 Quadratmeter Glasfläche reichen soll, und einen Preis von 599 Euro. Für Fensterroboter ist die Rahmenerkennung besonders entscheidend, weil sie den Bewegungs- und Andruckradius bestimmt und damit beeinflusst, ob die Maschine wirklich bis in den Randbereich vorarbeitet. Auch hier zeigt sich eine gemeinsame Linie: Wo frühere Generationen stärker von manuellen Vorbereitungen lebten, versucht Ecovacs die Aufgaben so zu planen, dass weniger Nacharbeit anfällt.
Für den Ausblick auf das nächste Jahr benennt Ecovacs zusätzlich Mäh- und Poolroboter. So kündigt das Unternehmen neue Goat-Mähroboter mit Dual-LiDAR-Navigation an sowie den Poolroboter Ultramarine L1 Pro. Damit verschiebt sich das Portfolio in Richtung „Alltagstechnik“ rund um Haus und Garten, und zwar über unterschiedliche Sensortechnologien hinweg. Für die Branche ist das ebenfalls ein Indikator: Robotik wird zunehmend als System gedacht – mit Sensorik für Wahrnehmung, KI für Planung und Automatisierungsmechanismen für Wartungsaufgaben. Damit steigt der Erwartungsdruck an die Betriebssicherheit im Alltag: Je weniger Nutzer eingreifen müssen, desto stärker müssen Navigation, Reinigung und Entleerung auch bei untypischen Bedingungen funktionieren. Ecovacs positioniert sich auf der IFA 2026 genau an diesem Punkt – mit Hardware-Updates, die nicht nur auf dem Papier „mehr“ versprechen, sondern den gesamten Reinigungszyklus sichtbar verändern sollen.
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