LONDON (IT BOLTWISE) – Die VEDRA Pensions GmbH baut ihre Finanzfunktion weiter aus und holt Roland Bö hmer mit Wirkung zum 1. September 2026 als Head of Finance ins Unternehmen. In der neuen Rolle übernimmt er Rechnungswesen und Controlling der Unternehmensgruppe, inklusive der Weiterentwicklung beider Bereiche sowie der finanziellen Bewertung von Transaktionen. Laut Geschäftsführer Tilo Kraus steigen im deutschen Pension-Buy-out-Markt die Anforderungen spürbar, nachdem zuletzt allein in drei Monaten sechs Transaktionen realisiert wurden. Bö hmer verbindet seine Entscheidung mit der Erwartung einer ähnlich dynamischen Entwicklung des De-Risking deutscher Betriebsrenten wie in Großbritannien vor rund 20 Jahren.

Wer die Finanzfunktion in einem wachstumsorientierten Pensions-Umfeld professionalisiert, tut das selten nur „für den Jahresabschluss“. Genau deshalb ist die Personalentscheidung der VEDRA Pensions GmbH so gut in das Marktbild einzuordnen: Mit Wirkung zum 1. September 2026 übernimmt Roland Bö hmer den Posten als Head of Finance. Der Schritt passt zur beschriebenen Zielrichtung, die Organisation „weiter zu institutionalisieren“, also Prozesse, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsgrundlagen so zu ordnen, dass Transaktionen nicht nur fachlich, sondern auch steuerungsseitig belastbar umgesetzt werden können.
Inhaltlich bekommt Bö hmer dabei einen klassischen, aber klar erweiterten Zuschnitt: Er verantwortet sowohl das Rechnungswesen als auch das Controlling der Unternehmensgruppe. Entscheidend ist, dass es nicht bei Reporting und Buchhaltung bleibt. Laut Aufgabenbeschreibung soll er die Bereiche weiterentwickeln und zudem Transaktionen finanziell bewerten. Damit landet die Schnittstelle zwischen Finance und der operativen Transaktionsarbeit nicht irgendwo im Nachgang, sondern im Zentrum der Steuerung: Bewertungslogik, Ergebniswirkungen und Planungsannahmen werden damit näher an die tatsächlichen Entscheidungen herangeführt. Für Unternehmen im Umfeld von Pension Buy-outs ist diese Verzahnung besonders wichtig, weil sich finanzielle Effekte typischerweise über mehrere Zeitachsen zeigen und Annahmen zur Struktur und Ausgestaltung der Übertragung stark in die Rechnungslegung hineinwirken.
Dass VEDRA dabei auf eine Biografie setzt, die explizit aus Transaktions- und Bilanzierungsarbeit gespeist wird, zeigt der berufliche Hintergrund von Bö hmer: Der Text nennt eine über 25-jährige Karriere, in der er europäische Finanzdienstleister aus unterschiedlichen Rollen kennengelernt hat. Er war sowohl Transaktionsberater als auch auf Unternehmensseite Transaktionsverantwortlicher und hatte Führungsaufgaben in regulierten Versicherungsunternehmen. Für die praktische Einordnung zählt dabei weniger die reine Länge der Laufbahn als die Kombi aus M&A- und Kapitalmarkt-Fokus bei Mandaten sowie Erfahrung in der versicherungsnahen Bilanz- und Steuerungslogik; genau dort liegt in der Praxis oft die Reibung zwischen Deal-Tempo und Bewertungsqualität.
Als konkretes Beispiel wird der britische Lebensversicherungsmarkt genannt: Bö hmer arbeitete demnach als M&A-Director bei der Versicherungsgruppe Aviva und sammelte direkte Erfahrung mit dem etablierten Instrument des Pension Buy-out. In Deutschland wird dieses Thema in den letzten Jahren verstärkt unter dem Schlagwort De-Risking von Betriebsrenten diskutiert, also dem schrittweisen Entzug versicherungstechnischer Risiken aus Unternehmensbilanzen. Bö hmer verknüpft seine Erwartung für den deutschen Markt explizit mit dieser Geschichte: Er geht davon aus, dass das De-Risking eine ähnlich dynamische Entwicklung nehmen wird wie der britische Markt in den vergangenen 20 Jahren. Für die Finanzfunktion bedeutet das: Je schneller sich der Markt öffnet, desto stärker steigen die Anforderungen an belastbare Bewertungsmodelle, an konsistente Controlling-Strukturen und an eine Prozesskette, die Due-Diligence-Ergebnisse in planbare Finanzkennzahlen übersetzt.
Diese Übersetzungsarbeit wird auch durch die Station bei Viridium greifbar. Dort verantwortete Bö hmer als Bereichsleiter Rechnungswesen und Controlling die Finanzberichterstattung und Planung der Gruppe und war maßgeblich in Due-Diligence-Prozesse für Zukäufe im Rahmen der Run-off-Konsolidierungsstrategie eingebunden. Genau solche Erfahrungen sind in Deal-Umfeldern ein Hebel, weil sie typischerweise dafür sorgen, dass Post-Merger-Abläufe nicht erst nach Vertragsabschluss entstehen. Der Text verweist zudem auf Beratungsmandate für M&A- und Kapitalmarkttransaktionen bei Häusern wie J.P. Morgan und der UBS Investment Bank; ohne dass hier operative Details genannt werden, lässt sich daraus zumindest ableiten, dass er die „Deal-Sprache“ ebenso kennt wie die bilanzielle und steuerungsseitige Übersetzung.
Die strategische Begründung liefert Geschäftsführer Tilo Kraus, der die Neubesetzung in einen konkreten Marktkontext stellt. Er verweist darauf, dass der Pension Buy-out-Markt in Deutschland wächst und damit die Anforderungen steigen. Besonders greifbar wird das über die Zeitachse: Kraus nennt sechs Transaktionen, die allein in den letzten drei Monaten realisiert wurden. Wer in einem solchen Tempo skaliert, braucht eine Finanzfunktion, die nicht nur reaktiv arbeitet, sondern proaktiv Engpässe erkennt, Bewertungen konsistent dokumentiert und Controlling als Entscheidungssystem versteht. Kraus betont außerdem die Kombination aus Transaktionserfahrung, Bilanzierungstiefe und Investorenverständnis, die VEDRA für die nächste Entwicklungsphase benötige.
Für den weiteren Unternehmensalltag ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: Die Rolle des Head of Finance wird bei VEDRA zu einem zentralen Taktgeber zwischen Transaktionspipeline und finanzieller Steuerung. Wenn eine Gruppe parallel mehrere Deals begleitet, entscheiden saubere Annahmen, konsistente Planungslogik und nachvollziehbare Bewertungsfortschritte darüber, ob Wachstum nachhaltig steuerbar bleibt. Gleichzeitig deutet der Text an, dass VEDRA das Thema De-Risking nicht als isolierte Sonderaktivität betrachtet, sondern als langfristig dynamisches Marktsegment. Genau in solchen Phasen lohnt sich die Professionalisierung des „Finance-Deal-Rhythmus“ besonders, weil sie späteren Zeitdruck reduziert und die Integration neuer Transaktionen weniger fehleranfällig macht.
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