MEISSEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen will sich in einem schwankenden wirtschaftlichen Umfeld stabilisieren. Geschäftsführer Tillmann Blaschke macht dabei vor allem das Kerngeschäft im Porzellan stark und verweist auf die Internet-Entwicklung als Wachstumstreiber. Gleichzeitig nennt er mehrere Bremsfaktoren wie Kaufkraftzurückhaltung in Deutschland, US-Zölle und den schwächeren japanischen Yen. Nach herben Verlusten aus früheren Umstrukturierungen rechnet die Manufaktur für das laufende Jahr mit leichtem Umsatzwachstum.

Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen steht derzeit weniger für eine spektakuläre Neuausrichtung als für eine Rückkehr in die Stabilität: Geschäftsführer Tillmann Blaschke betont am Rand einer Hausmesse vor allem die Konzentration auf das Kerngeschäft Porzellan. Der Hintergrund ist ein Umfeld, das sich schwer planen lässt. Er selbst wollte dabei nicht seriös vorhersagen, wann das Unternehmen wieder „schwarze Zahlen“ schreibt, und verweist auf globale wirtschaftliche Unsicherheiten, die selbst für Traditionsmarken spürbar werden. Für den Markt bedeutet das: Meissen arbeitet an einer Strategie, die nicht nur kurzfristige Nachfragezyklen überbrücken soll, sondern auch die finanziellen Grundlagen für die Pflege des kulturellen Erbes schaffen will.
Technisch und organisatorisch verschiebt sich der Fokus dabei erkennbar in Richtung Modernisierung, obwohl es auf den ersten Blick „klassische“ Produktarbeit bleibt. Laut Blaschke umfasst die Strategie eine konsequente Markt- und Kundenorientierung, die Modernisierung und Verjüngung der Marke sowie die Entwicklung des Geschäfts im Internet. Genau darin liegt für eine Manufaktur mit 1710er Gründung eine zentrale Herausforderung: Premium-Produkte haben zwar häufig langfristige Wertigkeit, aber die Discovery-Phase passiert heute in digitalen Touchpoints. Wenn Meissen die Online-Präsenz und den digitalen Verkauf ausbaut, geht es nicht nur um einen Webshop, sondern auch um die Verzahnung von Sortiment, Verfügbarkeit, Kundenservice und Markenstory. In dieser Logik wirkt auch die geplante Erschließung neuer Märkte: Blaschke sieht Potenzial im indischen Markt, außerdem sollen auch die Golfregionen angegangen werden, sobald sich die dortigen kriegerischen Auseinandersetzungen beendet haben.
Der Weg zu mehr Umsatz bleibt jedoch durch externe Faktoren eingegrenzt. Blaschke nennt als Hemmnisse unter anderem die allgemeine Kaufkraftzurückhaltung in Deutschland, die US-Zölle sowie die starke Abwertung des japanischen Yen, wodurch Meissen-Produkte in Japan verteuert werden. Daneben habe Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine den russischen Markt zusammenbrechen lassen. Damit entsteht eine typische Mischung aus nachfrageseitigen Effekten und kosten- bzw. preisgetriebenen Auswirkungen über Währungen und Handelsbarrieren. Für die operative Planung bedeutet das: Selbst wenn eine Manufaktur in Produktqualität und Markenpositionierung stabil bleibt, können Wechselkurse die Preiswahrnehmung in einzelnen Regionen stark verschieben. Außerdem geraten internationale Absatzkanäle in einen Zustand, in dem Werbe- und Vertriebsbudgets kurzfristig „teurer“ werden, weil die Reichweite oder Konversion nicht allein vom Produkt abhängt.
Besonders aufschlussreich ist, dass Meissen nicht bei einer vage formulierten Zukunftsvision bleibt, sondern auf die eigene Verlustgeschichte zurückblickt. Blaschke ordnet die Schwierigkeiten der Vergangenheit ein: Sein Vorgänger Christian Kurtzke hatte 2009 einen Kurswechsel eingeleitet, um die Manufaktur zu einem Luxuskonzern umzubauen. Dazu gehörte auch die Herstellung von Schmuck, Kleidung sowie Accessoires. Dieses Konzept sei „gründlich“ misslungen; bis 2019 haufen sich Verluste auf 80 Millionen Euro. Eine Rückabwicklung von Geschäftsbeziehungen habe dabei viel Geld gekostet, unter anderem wegen einer Niederlassung in Mailand und eines langfristigen Mietvertrags mit dem Luxus-Kaufhaus Harrods in London. Der Freistaat Sachsen als alleiniger Gesellschafter habe das Unternehmen in dieser Zeit mit 52 Millionen Euro subventioniert. 2020er Krisen wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg hätten den Aufschwung zusätzlich erschwert; anschließend wurden erneut 12 Millionen Euro neue Verluste gemacht, und Sachsen habe 2023 und 2024 jeweils sechs Millionen Euro zu geschossen. Diese Historie erklärt, warum Blaschke jetzt weniger auf Expansion „um jeden Preis“, sondern stärker auf das Kerngeschäft und die Finanzierung des kulturellen Erbes durch wirtschaftlichen Erfolg setzt.
Was die operative Umsetzung angeht, zeigt die aktuelle Hausmesse, wie Meissen die Marke weiterentwickeln will, ohne ihre handwerkliche DNA zu verlassen. Zur Vorstellung neuer Produkte gehört eine Porzellanfigur eines Rennpferds mit Jockey, geschaffen vom Plastiker Maximilian Hagstotz. Als Inspirationsquelle nennt die Manufaktur das US-amerikanische Pferd Secretariat, das Experten als bestes Rennpferd aller Zeiten einschätzen. Solche Story-getriebenen Produkte sind für Luxusmarken mehr als Deko: Sie helfen, die Markenwelt in eine konkrete Form zu übersetzen und verbinden Sammlerwert mit narrativen Anlässen. Interessant ist auch, dass Meissen seit etwa 20 Jahren den Siegerpokal fürs Kentucky Derby liefert, was die internationale Anschlussfähigkeit an Sport- und Traditionsthemen unterstreicht. Dazu kommen weitere Entwicklungen jenseits von Tisch und Tafel, etwa Spielbretter für Schach, Mühle und Backgammon, die den Einsatzbereich in Haushalten erweitern und das Produktportfolio über klassische Servierkultur hinausziehen.
Ein weiterer Baustein ist die strategische Zusammenarbeit mit Designer Wolfgang Joop. Auch wenn Blaschke den Gesamtansatz auf Modernisierung und Verjüngung der Marke ausrichtet, zeigt eine solche Kooperation praktisch, wie Meissen kreativen Input in bestehende Produktionsabläufe integrieren kann. Neben der Produktarbeit weist die betriebliche Seite auf eine Umstrukturierung hin: Aktuell beschäftigt die 1710 gegründete Manufaktur 480 Mitarbeiter, im Zuge der Umstrukturierung wurden 200 Stellen abgebaut. Für das laufende Jahr erwartet Meissen einen Umsatz von mehr als 33 Millionen Euro, wobei etwa die Hälfte im Ausland erzielt wird. In den vergangenen Jahren habe man ein jährliches Umsatzwachstum von rund neun Prozent erreicht, doch das sei „in der Summe noch zu wenig“, um steigende Kosten auszugleichen. Entscheidend ist hier: Bei einem Wachstum, das nicht gleichzeitig die Kostenbasis strukturell entlastet, bleibt das Ergebnisvolumen anfällig. Damit landet die eigentliche „Tech“-Kernfrage der Meldung weniger in neuen Produkten allein, sondern in der Frage, wie gut sich Kosten, Sortimentstiefe und digitale Vertriebs- sowie Serviceprozesse in eine belastbare Einheit überführen lassen.
Für den Markt wirkt Meissens Strategie daher wie eine Mischung aus Risikomanagement und Markenpflege: Die Konzentration auf Porzellan soll die Identität stabilisieren, die digitale Weiterentwicklung soll Reichweite und Kundenbindung verbessern, und neue Regionen sollen die Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern. Gleichzeitig zeigt die Verlustgeschichte, dass Diversifikation ohne klare Erfolgslinie teuer wird. Andere europäische Luxus- und Manufakturmodelle stehen vor ähnlichen Spannungen zwischen Tradition, höherer Komplexität und globaler Preis- bzw. Nachfragesensitivität; Meissen adressiert das nun eher über Kundenorientierung und Online-Entwicklung statt über ein breites Lifestyle-Portfolio. Ob die erwartete „leicht“ positive Umsatzentwicklung reicht, um die Kostenfalle zu schließen, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen – besonders, weil Währungseffekte und Handelsbarrieren wie US-Zölle die Planbarkeit weiterhin stark beeinflussen. Die Hausmesse liefert jedenfalls ein konkretes Signal: Meissen will die künstlerische Tradition weiterentwickeln und zugleich wirtschaftlich so aufstellen, dass Kultur nicht vom Zufall abhängt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Meissen setzt auf Kerngeschäft, Internet und neue Märkte trotz Verlusterfahrungen" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Meissen setzt auf Kerngeschäft, Internet und neue Märkte trotz Verlusterfahrungen" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Meissen setzt auf Kerngeschäft, Internet und neue Märkte trotz Verlusterfahrungen« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!