BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – iFLYTEK stellt auf der IFA 2026 in Berlin sein KI-Portfolio für Beruf, Alltag und Marketing vor. Im Fokus stehen AINOTE für handschriftliche Notizen, Transkription und Übersetzung sowie die leichte AI Glasses für Untertitel und Präsentationshinweise. Für Smart-Home-Szenarien zeigt das Unternehmen WallEX mit SpaceMind AI Agent Platform und eine Ambientebeleuchtung, die per Large Language Model Lichtstimmungen erzeugt. Zudem werden Datenschutz-Details und ein Marketing-Ansatz mit Influencer-Netzwerk thematisiert.

Wer auf der IFA 2026 nach der nächsten Welle mobiler KI-Applikationen sucht, findet bei iFLYTEK vor allem zwei Bausteine, die sich direkt in den Arbeitsalltag hineinziehen lassen: ein papierähnliches Notiz-Tablet und eine KI-Brille. Das Unternehmen positioniert beide Produkte als Schnittstellen zwischen Spracherkennung, natürlicher Sprachverarbeitung und maschineller Übersetzung – also genau der Kombination, die in vielen Unternehmen heute noch fragmentiert über mehrere Tools gelöst wird. Auf der Messe macht iFLYTEK deutlich, dass sich die KI-Funktionen nicht nur als Demo zeigen lassen, sondern in typischen Situationen wie Meetings, Gesprächen und Präsentationen an den Nutzer „angedockt“ werden sollen.
Bei der AINOTE-Serie rückt iFLYTEK die AINOTE 2 als besonders kompaktes Eingabegerät in den Mittelpunkt: Das Modell soll mit 4,2 Millimeter Dicke und 295 Gramm Gewicht auskommen und lässt sich damit eher wie ein dünnes Arbeitsinstrument als wie ein klassisches Notebook nutzen. Laut Ankündigung kann AINOTE 2 Meetings in 18 Sprachen transkribieren und zwischen 14 Sprachen übersetzen. Zusätzlich werden Funktionen genannt, die über die reine Transkription hinausgehen: Das System soll verschiedene Sprecher erkennen und sowohl Gespräche als auch handschriftliche Aufzeichnungen in strukturierte Notizen und Aufgaben umwandeln. Für Nutzer, die den Funktionsumfang in ein noch kleineres Format verlagern wollen, kündigt iFLYTEK außerdem AINOTE Air 2 an.
Spätestens wenn KI-Features in Europa produktiv eingesetzt werden, entscheidet nicht nur die Leistung, sondern auch die Datenhaltung. iFLYTEK betont daher eine für den europäischen Markt ausgelegte Umsetzung: Die Cloud-Daten europäischer Nutzer sollen in Frankfurt verarbeitet und gespeichert werden. Gleichzeitig erlaubt die Ankündigung für zentrale Funktionen wie handschriftliche Notizen, Audioaufnahmen und Texterkennung per OCR eine Offline-Nutzung. Damit zielt das Unternehmen auf einen typischen Enterprise-Use-Case: Ein Teil der Wertschöpfung soll auch dann verfügbar bleiben, wenn Konnektivität eingeschränkt ist oder wenn Workflows stärker lokal gesteuert werden müssen.
Auch die zweite große Produktfamilie, die AI Glasses, ist auf „hands-free“ Kommunikation ausgelegt. Die Brille wiegt laut iFLYTEK lediglich 40 Gramm und soll Übersetzungen sowie Präsentationshinweise direkt ins Sichtfeld bringen. Bei Telefonaten oder Meetings sollen Nutzer demnach Untertitel und Übersetzungen verfolgen können, ohne ein zusätzliches Gerät in der Hand halten zu müssen. Dazu kommt der integrierte GlassClaw AI Assistant, der Meetings zusammenfassen und unterwegs bei der Bearbeitung von E-Mails unterstützen soll. Technisch interessant ist an dieser Kombination vor allem, dass sie mehrere KI-Schichten bündelt: Sprachinput wird verarbeitet, Ergebnisse werden laufend ausgegeben, und die Kontextualisierung zielt auf Zusammenfassungen und assistierende Folgeaktionen.
Jenseits von Büro und mobilem Übersetzen ordnet iFLYTEK seine KI auch in den Alltag ein. Auf der IFA zeigt das Unternehmen WallEX als Smart-Space-Lösung auf Basis der SpaceMind AI Agent Platform. In der Darstellung versteht WallEX natürlich formulierte Anweisungen, lernt Präferenzen und koordiniert vernetzte Geräte. Dazu kommt die smarte Ambientebeleuchtung Nurmina, die per Large Language Model verschiedene Lichtstimmungen erzeugen soll, passend zu den Wünschen der Nutzer, und den Smart-Home-Standard Matter unterstützt. Für Bildanwendungen nennt iFLYTEK zudem den Homture Magic Frame, mit dem Familienfotos animiert und ältere Aufnahmen digital restauriert werden sollen – also ein anderer KI-Zweig, der weniger auf Echtzeit-Kommunikation, sondern stärker auf Bildverarbeitung und kreative Aufbereitung setzt.
Schließlich setzt iFLYTEK auch im Marketing auf KI-gestützte Prozesse. Mit iFLYTalent verbindet das Unternehmen Werbetreibende mit mehr als 1.000 exklusiv unter Vertrag stehenden Influencern und bietet Zugang zu einem weltweiten Netzwerk von mehr als 15 Millionen Creatorn. In diesem Umfeld werden KI-Agenten zunehmend als Bestandteil des Alltags beschrieben, weil sie Kommunikation und Interaktionen zwischen Menschen und digitalen Umgebungen verändern sollen. Für die Praxis bedeutet das: Statt einzelner Automationen will iFLYTEK „praxisnahe Lösungen“ liefern, die Produktivität und alltägliche Erlebnisse verbessern sollen – inklusive dem Hinweis, dass Zuverlässigkeit und Sicherheit als Grundanforderungen bei Entwicklung und Bereitstellung berücksichtigt werden.
Auch bei aller Breite der Produkte bleibt der Messe-Auftritt konsistent: iFLYTEK zeigt, wie sich Sprachtechnologie und Übersetzung von der Eingabe (Notizen, Audio) über die Verarbeitung (Transkription, OCR, Zusammenfassung) bis hin zur Ausgabe (Brille, Notizen, Aufgaben, Untertitel) durchziehen. Gleichzeitig fällt auf, dass das Unternehmen konkrete Integrationssignale setzt: Matter für Smart Home, eine Offline-Komponente in der AINOTE-Serie und eine klar benannte regionale Datenverarbeitung in Frankfurt. Wer diese Bausteine in seiner eigenen Systemlandschaft bewerten will, sollte im Gespräch mit Herstellern vor allem klären, wie gut sich Workflows tatsächlich segmentieren lassen – etwa welche Schritte offline laufen, wo Kontext im Hintergrund modelliert wird und wie sich Ergebnisse in vorhandene Produktivitätstools übertragen lassen. iFLYTEK präsentiert seine Produkte vom 4. bis 8. September 2026 in Halle 4.2, Stand 115 auf der IFA Berlin.
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