BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Nach dem Hackerangriff auf die Berliner Verwaltung werden Millionen Dateien im Darknet veröffentlicht. Der IT-Sicherheitsberater Manuel Atug wirft dem Land Berlin vor, Geheimschutz- und Sicherheitsvorgaben grob fahrlässig und vorsätzlich nicht eingehalten zu haben. Er verweist darauf, dass er die Zuständigen bereits 2023 und 2025 im Innenausschuss auf konkrete Sicherheitslücken aufmerksam gemacht habe. Der Senat habe das geforderte Lösegeld nicht gezahlt, während die Datenmenge weiterhin Fragen zur Cybersicherheit aufwirft.

Der Datenabfluss nach dem Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung hat schnell eine Dimension erreicht, die über einen einzelnen Vorfall hinausgeht. Nach Medienangaben wurden am Freitag rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet veröffentlicht. Betroffen ist damit nicht nur ein Teilbestand, sondern ein massiver Datensatz, der für Angreifer typischerweise erst dann vollständig nutzbar wird, wenn auch Metadaten, Dateistrukturen und Verarbeitungszusammenhänge mitabgezogen werden. Genau an diesem Punkt wird der Vorfall technisch und organisatorisch heikel: je schlechter die Abbildung von Zugriffen, die Segmentierung der Systeme und die Kontrolle kritischer Abläufe, desto größer wird der Schaden durch einen einzigen erfolgreichen Intrusion- oder Exfiltrationspfad.
Manuel Atug, Gründer und Sprecher der AG Kritis, bewertet den Vorgang sehr deutlich. Laut seiner Aussage soll das Land Berlin nach dem Angriff und dem Abfluss großer Datenmengen grob fahrlässig gehandelt und Geheimschutz-Vorgaben nicht eingehalten haben. In einem weiteren Satz macht Atug aus seiner Sicht die Ursache noch schärfer: Er sei „darüber wirklich schockiert und sprachlos“, weil es für die Speicherung und Verarbeitung geheimer Verschlusssache-Unterlagen sehr strenge und genaue Vorschriften sowie mehrere Sicherheitsstufen gebe. Damit verbindet Atug eine klassische Sicherheitsannahme mit dem konkreten Ergebnis des Vorfalls: Wenn ein Regelwerk mehrere technische und organisatorische Barrieren vorsieht, müssen diese im Betrieb zuverlässig greifen und dürfen nicht nur als Dokumentation existieren.
Technisch beschreibt Atug vor allem den Mismatch zwischen Regelwerk und gelebter Praxis. Für kritische Infrastruktur – also Bereiche wie Energie, Informationstechnik, Transport, Gesundheit, Wasser oder Staat und Verwaltung – sind Sicherheitsprozesse normalerweise nicht auf „best effort“ ausgelegt, sondern auf nachweisbare Wirksamkeit. Atug arbeitet als Sicherheitsberater für kritische Infrastruktur; im konkreten Fall geht es damit nicht nur um allgemeine IT-Hygiene, sondern um den Schutz geheimer Unterlagen und um die Frage, wie streng Umgebungen getrennt, Zugriffe protokolliert und Datenflüsse überwacht werden. Der Hinweis auf Sicherheitsstufen deutet auch darauf hin, dass im Alltag unterschiedliche Schutzzonen, Rollen und Freigaben existieren sollen – und dass diese Zonen bei einem Angriff nicht hinreichend isoliert waren oder Überwachungslücken den unbemerkten Abzug begünstigt haben.
Der zeitliche und organisatorische Kontext verschärft die Debatte zusätzlich. Atug sagt, er sei zweimal als Sachverständiger in den Berliner Innenausschuss geladen worden, einmal im Jahr 2023 und einmal im Jahr 2025. Damals habe er die Zuständigen auf „ekl atante Sicherheitslücken“ hingewiesen und nach eigenen Angaben gewarnt, dass eine Vernachlässigung der Sicherheit schwere Konsequenzen haben werde. In der Darstellung des IT-Experten fällt dabei ein Kernpunkt besonders auf: „Ihr betreibt desolate Cybersicherheit. Ihr müsst euch dringend um eure Sicherheitsprozesse kümmern.“ Auch wenn solche Aussagen rechtlich zunächst das Meinungsbild eines Beteiligten widerspiegeln, zeigen sie doch, wie stark sich Sicherheitsteams in der Praxis auf Risikomanagement und Priorisierung verlassen müssen – denn wiederkehrende Hinweise auf Schwachstellen gelten in der Sicherheitsindustrie normalerweise als Warnsignal, dass Erkenntnisse nicht rechtzeitig in Maßnahmen überführt wurden.
Für die Angriffsseite liefert der Fall konkrete Indikatoren. Die kriminelle Hackergruppe Rhysida soll die Daten Mitte August unbemerkt abgezogen und anschließend ein Lösegeld von 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro – gefordert haben. Der Senat zahlte das Lösegeld nicht. Genau diese Kombination ist für die Bewertung relevant: Selbst ohne Zahlung bleibt der Angriff wirtschaftlich wirksam, wenn Exfiltration und anschließende Veröffentlichung im Darknet die gewünschte Wirkung entfalten. In technischen Begriffen heißt das, dass die „Erpressungs-Komponente“ auch ohne Ransomzahlung getriggert wird – was für betroffene Organisationen die Bedeutung von früher Erkennung, robusten Backup-Konzepten und konsequenten Zugriffskontrollen erhöht.
Für Unternehmen und Behörden ergibt sich daraus eine klare Sicherheitsbotschaft, die über den Einzelfall hinausweist. Wenn so große Datenmengen über Monate in der Angriffsplanung oder beim Abzug vorbereitet werden, müssen viele Schichten gleichzeitig mitspielen: von Segmentierung und Least-Privilege über Härtung kritischer Systeme bis zu Data-Loss-Detection und forensisch verwertbaren Logs. Daneben rückt das Thema Nachweisbarkeit in den Fokus, denn bei geheimschutzrelevanten Unterlagen reicht es nicht, Sicherheitsmaßnahmen theoretisch zu benennen; sie müssen im Betrieb geprüft, gemessen und im Ernstfall wirksam sein. Aus Marktsicht ist das auch ein Signal an Dienstleister und Integratoren: Organisationen werden künftig stärker nachweisen wollen, wie Sicherheitsstufen technisch umgesetzt sind, und wie schnell Schwachstellen nach internen oder externen Warnhinweisen geschlossen wurden.
Offen bleibt nun, wie genau der Abzug im Detail ablief und welche technischen sowie organisatorischen Lücken den unbemerkten Datenexport ermöglicht haben. Der Umstand, dass Atug auf wiederholte Warnungen in den Jahren 2023 und 2025 verweist, macht die Aufarbeitung besonders anspruchsvoll: Sie muss sowohl den technischen Pfad (Initial Access, laterale Bewegung, Exfiltration) als auch die Governance (Priorisierung, Freigaben, Umsetzung von Empfehlungen) transparent machen. Für die digitale Resilienz der Verwaltung ist entscheidend, dass aus dem Vorfall konkrete Verbesserungen abgeleitet werden, die nicht nur die Angriffsfläche reduzieren, sondern auch die Zeit bis zur Erkennung verkürzen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Berlin nach Datenabfluss: IT-Experte Atug spricht von grober Fahrlässigkeit" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Berlin nach Datenabfluss: IT-Experte Atug spricht von grober Fahrlässigkeit" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Berlin nach Datenabfluss: IT-Experte Atug spricht von grober Fahrlässigkeit« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!