LONDON (IT BOLTWISE) – Der ASUS Zenscreen Fold OLED MQ17QH bringt ein 17,3-Zoll-OLED-Panel in ein Gehäuse, das sich auf etwa DIN-A4-Grundfläche zusammenfalten lässt. Im Test zeigt das Gerät dank 4:3-Seitenverhältnis, 2560 x 1920 Pixeln und sehr hohem Kontrast ein deutlich scharfes Bild. Gleichzeitig bremst die Praxis: Die maximale Helligkeit liegt im SDR bei gut 360 cd/m², draußen bleibt der spiegelnde Screen kaum nutzbar. Für rund 2116 Euro sind zudem fehlende Lautsprecher und nur Mini-HDMI weitere harte Argumente.

ASUS Zenscreen Fold OLED MQ17QH im Test: faltbar, scharf – aber 2116 Euro schwer zu rechtfertigen
ASUS Zenscreen Fold OLED MQ17QH im Test: faltbar, scharf – aber 2116 Euro schwer zu rechtfertigen (Foto: IT BOLTWISE)
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Faltbare Displays kennt man inzwischen vor allem aus der Smartphone-Welt. Beim ASUS Zenscreen Fold OLED MQ17QH wird der Effekt bewusst auf einen anderen Use Case übertragen: mobile Arbeit und „Zweit“-Bildschirm, aber ohne das Sperrige klassischer 17-Zoll-Modelle. Der Monitor lässt sich in der Mitte zusammenklappen, sodass er im geschlossenen Zustand ungefähr die Größe eines DIN-A4-Blocks erreicht und sich damit in Rucksäcke stecken lässt, in die starre 17-Zoll-Panels sonst kaum passen. Damit geht ASUS direkt auf ein Problem ein, das viele Unternehmen aus der Praxis kennen: Wer regelmäßig unterwegs ist, schlepp nicht einfach nur mehr Gewicht mit, sondern auch mehr Volumen – und beides wird bei wiederholtem Transport schnell zum Entscheidungskriterium.

Technisch setzt das Gerät auf ein OLED-Panel statt auf das in portablen Monitoren häufigere IPS. Entscheidend für den konkreten Mehrwert ist dabei nicht nur die sichtbare Farbwirkung, sondern auch die ungewöhnliche Formatwahl: Das 4:3-Layout bringt deutlich mehr nutzbare Höhe, wenn man Dokumente, Code oder Tabellen nebeneinander arbeitet, weil man im Alltag seltener durch breite Seitenleisten „bestraft“ wird. Die Auflösung liegt bei 2560 x 1920 Pixeln auf 17,3 Zoll, was auf rund 185 ppi hinausläuft. Für Bewegungen nennt ASUS 0,2 ms (GtG) und 60 Hz, außerdem gibt es eine 3-jährige Garantie. Kontrast und HDR-Zertifizierung sind ebenfalls gesetzt: Das Panel erreicht technisch bedingt eine extrem hohe Kontrastangabe, und DisplayHDR True Black 500 setzt als Orientierung 500 cd/m² Spitzenhelligkeit im HDR-Modus voraus – für die Nutzung unter freiem Himmel ist das in der Branche ein wichtiger Benchmark, weil OLEDs ohne ausreichend Luminanz schnell gegen Reflexionen verlieren.

Beim Blick auf die Haptik und Mechanik wird die Zielrichtung „Premium und mobil“ spürbar. Das Gehäuse besteht vollständig aus Aluminium und wirkt in der Gestaltung bewusst zurückhaltend; auffällig bleibt im Betrieb vor allem die Faltmechanik. Der Monitor legt sich beim Auf- und Zuklappen sehr gleichmäßig zusammen, das Scharnier hält Zwischenpositionen sauber, und die Bewegung fühlt sich bei wiederholten Tests nicht ruckelig an. Trotzdem bleibt ein Kernproblem faltbarer Technik sichtbar: Der Falzknick ist in der Mitte nicht komplett verschwunden. Je nach Blickwinkel und Anwendungsfall kann das stören; im Test trat es eher als gelegentliche Randnotiz auf, nicht als permanente Einschränkung. Dazu kommt ein Standfuß aus Metall, der beim Ausklappen zwar etwas „blechern“ wirkt, die Position aber stabil hält; außerdem gibt es ein Stativgewinde, etwa für Monitorarme oder Fotostative. Eine automatische Bildrotation über die Onboard-Bedienoberfläche ergänzt den Praxisnutzen, wenn die Arbeitsposition zwischen Hoch- und Querformat wechselt.

In den Anschlüssen zeigt sich die typische Zielkonflikt-Situation bei mobilen Premium-Geräten. Zwei USB-C-Ports übernehmen Bild und Ton per DisplayPort-Alt-Mode und liefern zugleich Strom über Power Delivery, sodass in vielen Fällen ein einziges Kabel zum Notebook genügt – vorausgesetzt, die Quelle liefert genug Leistung. Der Verbrauch wird mit rund 12 W angegeben, im Standby mit 0,5 W. Zusätzlich gibt es Mini-HDMI und einen 3,5-mm-Klinkenausgang für Ton; Lautsprecher fehlen. Gerade bei einem Preis um 2116 Euro wirkt das wie ein bewusstes Sparen an Komfort: Für Videokonferenzen ohne Kopfhörer muss man auf externe Ausgabegeräte ausweichen. Beim HDMI setzt ASUS damit auf Mini-HDMI, was in der Praxis Adapter bedeutet, weil Standardkabel nicht direkt passen. Der große technische Vorteil des OLED-Ansatzes bleibt davon unberührt, aber der Alltag wird eben nicht nur im Datenblatt entschieden.

Die zentrale Frage lautet schließlich, ob die Falttechnik den Aufpreis rechtfertigt. Im SDR misst das Gerät bei voller Helligkeit gut 360 cd/m² und liegt damit knapp über der genannten 350 cd/m². Innenräume funktionieren damit grundsätzlich, draußen aber nicht: Die spiegelnde Oberfläche wirft Fenster und Sonne deutlich zurück, sodass der Monitor in starker Umgebung kaum ablesbar bleibt. Damit konkurriert das Gerät nicht nur gegen andere Faltmonitore, sondern gegen die direkte Erwartung, dass ein „mobiler“ Screen auch draußen bestehen muss. Der Preisrahmen ist entsprechend hart: Gute portable OLED-Modelle ohne Faltmechanik liegen laut Vergleichslogik eher im Bereich von 300 bis 600 Euro, hochwertige 4K-Modelle mit Touch und Aluminiumgehäuse oft unter 300 Euro. Für Falttechnik wäre bei etwa 1000 Euro der „diskutierbare“ Sweet Spot, während der aktuelle Kurs den Faltmechanismus preislich grob dreifach einpreist – ohne dass dafür zusätzliche Alltagsfeatures wie höhere Helligkeit oder integrierte Lautsprecher hinzukommen.

Am Ende bleibt der ASUS Zenscreen Fold OLED MQ17QH ein Gerät, das vor allem aus einem Grund fasziniert: Es löst ein reales Platzproblem, indem es 17,3 Zoll Bildfläche in ein transportierbares A4-Format übersetzt, und genau dieser mechanische Trick macht im Arbeitsalltag den Unterschied. Wer eine maximale Bildfläche sucht, greift eher zu Dual-Screen-Setups; wer „nur“ einen kompakten OLED als Zweitdisplay will, bekommt für deutlich weniger Geld klassische 15,6-Zoll-Modelle. Trotzdem ist die technische Faszination real genug, dass der Zenscreen Fold OLED MQ17QH für genau eine Zielgruppe Sinn ergibt: Anwender, die die Faltmechanik bewusst als Teil ihres Arbeits-Workflows brauchen und bereit sind, die damit verbundenen Kompromisse bei Helligkeit, Anschlüssen und fehlenden Lautsprechern zu akzeptieren. In dieser Nische ist der Monitor keine allgemeine Kaufempfehlung, aber er zeigt sehr anschaulich, wie weit faltbare Hardware abseits von Smartphones inzwischen gedacht wird.


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