LONDON (IT BOLTWISE) – Laut dem Office of the Inspector General haben iranische Angriffe im Verlauf von Operation Epic Fury hunderte US-Gebäude und -Anlagen beschädigt. Besonders beziffert wird der Schaden an diplomatischen Liegenschaften in vier Ländern mit rund 184 Millionen US-Dollar. Die Gesamtaufwände für die Operation liegen nach Pentagon-Schätzungen bis zum 29. Juni bei 33,4 Milliarden US-Dollar, Reparaturen der Infrastruktur sind darin jedoch nicht enthalten. Gleichzeitig wird offenbar, dass das Budget von U.S. Transportation Command für die Logistik künftig unter Druck geraten könnte.

Mit Blick auf die Nachbereitung von Operation Epic Fury verschiebt sich die Debatte von der reinen Einsatzlogik hin zu einer sehr konkreten Frage: Was kostet Infrastruktur, wenn Basen und Außenstellen wieder instandgesetzt werden müssen? Ein neuer Bericht des Office of the Inspector General im US-Verteidigungsapparat kommt dabei auf eine bemerkenswerte Größenordnung. Demnach meldeten Ermittler, dass US Central Command (CENTCOM) im Kreis der Untersuchungen von „hunderten“ Gebäuden und Strukturen berichtete, die durch iranische Angriffe in mehreren Ländern beschädigt oder zerstört worden seien. Genannt werden Kuwait, Bahrain, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Irak, Oman und Jordanien.
Technisch bleibt der Bericht an einer Stelle bewusst vage, wo man normalerweise detaillierte Beschreibungen der betroffenen Militäranlagen erwartet: Für die militärischen Einrichtungen liefert der Bericht laut Text keine Auflistung, welche Standorte oder welche Kategorien von Infrastruktur im Einzelnen getroffen wurden. Anders ist es bei den diplomatischen Liegenschaften, dort sind Angaben zur Schadenshöhe enthalten. Das Außenministerium habe gegenüber den Prüfern erklärt, dass US-diplomatische Einrichtungen in vier Ländern physische Schäden durch iranische Angriffe erlitten hätten; die Gesamtschätzung liege bei etwa 184 Millionen US-Dollar. Besonders hervorgehoben werden mehr als 600 Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak sowie Treffer auf Botschaften in Kuwait City und in Riad.
Damit rückt die Kostenrechnung in den Mittelpunkt, weil sie zeigt, wie sich Einsatzergebnisse in den Haushaltszahlen niederschlagen. Der Bericht verweist auf das, was das Pentagon bis zum 29. Juni als Einsatzkosten veranschlagt hatte: Operation Epic Fury habe die USA 33,4 Milliarden US-Dollar gekostet. In der Aufschlüsselung stecken 22,3 Milliarden für aufgebrauchte Munition, 3,7 Milliarden für Ausrüstungsverluste und 7,4 Milliarden für Kosten außerhalb der normalen Betriebsausgaben von CENTCOM. Doch die eigentliche technische „Folgekette“ wird in der Bilanz nicht vollständig abgebildet: Der Bericht stellt explizit klar, dass die Zahlen nicht die Kosten für Reparaturen beschädigter Infrastruktur enthalten. Begründet wird das mit der offenen Frage, wie die künftige Stationierung im regionalen Umfeld aussehen soll, wie neue Basen konstruiert werden und welcher Anteil der Baukosten künftig durch Verbündete und Partner getragen wird.
Auch die Haushaltsmechanik dahinter ist für IT- und Betriebsverantwortliche in Institutionen relevant, weil sie erklärt, warum selbst gut geplante Logistik schnell an finanzielle Grenzen stößt. Der Text macht deutlich, dass wegen fehlender Mittelzuweisung durch den Kongress für den Kriegseinsatz im Iran das Geld aus regulären Budgetlinien abgezogen wird, etwa aus Trainings- und Wartungsbudgets. In diesem Kontext betont der Bericht: Ohne eine separate Zweckzuweisung für den Einsatz sei es schwierig, die Gesamtkosten sauber zu berechnen. Für die operative Umsetzung zeigt sich die Dynamik an den Transportzahlen von U.S. Transportation Command. Laut Bericht seien mehr als 1.500 Missionen geflogen worden, um den Einsatz zu unterstützen, und in Spitzenzeiten sei der Airlift auf 30 bis 40 tägliche Missionen direkt in das CENTCOM-Gebiet gestiegen. Zusätzlich kamen 20 bis 30 tägliche Flüge hinzu, die in das USEUCOM-Operationsgebiet für „Transload“-Operationen drückten.
Die Budgetfrage verdichtet sich in der Kostenhöhe: Für U.S. Transportation Command seien diese Belastungen bis zum 30. Juni auf rund 2,4 Milliarden US-Dollar angestiegen. Der Bericht beschreibt zwar, dass diese Verpflichtungen bislang weitgehend durch die Militärdienste erstattet worden seien, doch absehbar seien verzögerte Zahlungen, sobald Dienstbudgets durch die fehlende Nachbewilligung weiter abgereicht werden. Diese Formulierungen sind mehr als Haushaltsarithmetik; sie wirken in der Praxis auf Prioritäten in der Lufttransport-Pipeline, etwa wenn Wartungsfenster für Flugzeuge nicht mehr aus dem üblichen Topf bedient werden können oder wenn Ersatzteilbeschaffung und Flugstundenplanungen in Konflikt mit anderen Programmen geraten.
Parallel dazu geht es um die materielle Einsatzbilanz, die der Bericht über eine Kombination aus Daten eines Congressional-Research-Service-Papiers und einer zeitlichen „Vetting“-Prüfung durch CENTCOM bis zum 24. August verifiziert haben will. Bestätigt wird demnach, dass Dutzende US-gemanagte und unbemannte Flugzeuge zerstört oder beschädigt worden seien. In der Liste tauchen mehrere Systeme auf: zerstörte Flugzeuge umfassen vier F-15Es, eine A-10, vier AH-6-Hubschrauber, eine AH-64-Maschine und eine MH-60, außerdem eine MQ-4C-Drohne. Zusätzlich wird eine Spanne bei bis zu 30 MQ-9 Reapers genannt. Die Rolle unbemannter Systeme in der Einsatzführung wird dadurch besonders greifbar, weil sie in vielen Architekturvarianten stark von Kommunikations- und Start-/Landeketten abhängen; selbst wenn ein Sensor noch Daten liefert, können zerstörte Plattformen den Betrieb unmittelbar abbrechen.
Zur menschlichen Dimension nennt der Bericht einen Stand der Gefallenen: 18 US-Militärangehörige seien bis zum 27. August tot gewesen. Beim Verwundetenbild verweist der Text auf eine Zeitreihe: Das Pentagon habe zunächst 417 Verletzte per Stand 30. Juni angegeben, später seien die Zahlen in Veröffentlichungen Ende August aber auf 774 angestiegen. Solche nachträglichen Korrekturen sind in Einsatzbewertungen nicht ungewöhnlich, sie hängen häufig mit Datenbereinigung, medizinischer Nachmeldung und der finalen Zuordnung von Fällen zusammen. Für die weitere Planung in Versorgung, Ersatzteil- und Wartungslogik bedeutet das: Die technischen und operativen Folgeprozesse müssen parallel zur Datennachführung weiterlaufen, sonst stauen sich Entscheidungen an Schnittstellen zwischen Einsatzführung, Instandhaltung und Ressourcenzuordnung.
In der Gesamtschau zeigt der Bericht damit ein Muster, das für betroffene Organisationen typischerweise schmerzhaft ist: Ein Teil der unmittelbaren Einsatzkosten lässt sich aus Munition und Verlusten relativ klar ableiten, während die „zweite Rechnung“ für Reparaturen und zukünftige Stationierung offen bleibt. Für Verantwortliche, die für Infrastruktur, Standortmanagement und Transport-Pipelines zuständig sind, wird gerade dieser Ausblick zur harten Planungsgröße. Hinzu kommt, dass die Finanzausstattung über reguläre Budgets die Flexibilität im laufenden Betrieb reduziert, selbst wenn die Einsatzleistung an sich erbracht wurde. Damit liefert die Bewertung des Office of the Inspector General nicht nur eine Bilanz, sondern auch eine praktische Lehre für die nächsten Monate: Wenn die Posture-Entscheidungen in der Region länger dauern, verschiebt sich auch die vollständige Kostenwahrheit – und genau das erschwert eine belastbare IT- und Betriebsbudgetierung.
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