DELTA, BRITISH COLUMBIA / LONDON (IT BOLTWISE) – Desert Gold Ventures hat die Gravitationsaufbereitungsanlage und den 650-kVA-Generator zum Standort Barani in Mali geliefert. Der Ausbau der Zufahrten ist abgeschlossen, nun laufen Tiefbau, mechanische und elektrische Installation sowie die Vorbereitung der Inbetriebnahme bis Ende Oktober 2026. Danach soll die Anlage im November 2026 hochgefahren werden, bevor im 4. Quartal 2026 die erste Goldgewinnung angestrebt wird. Wasser am Standort wurde zwar per Bohrungen bestätigt, der endgültige hydrogeologische Bericht bleibt aber ausstehend.

Am Standort Barani in der Region Kayes in Mali rückt ein zentrales Infrastrukturpaket für die geplante Goldaufbereitung in greifbare Nähe: Desert Gold Ventures meldet, dass die Gravitationsaufbereitungsanlage zusammen mit einem 650-kVA-Generator nun physisch vor Ort angekommen ist. Damit verlagert sich der Projektfokus von der Logistikphase stärker auf die Schnittstellenarbeiten im Erd- und Anlagenbau. Die Anlage ist auf eine angegebene nominale Kapazität von 200 Tonnen pro Tag ausgelegt und soll im Rahmen des zu 100 % unternehmenseigenen Projekts Senegal Mali Shear Zone (SMSZ) errichtet werden.
Technisch betrachtet ist die Sequenz dabei entscheidend: Zuerst müssen Tiefbauarbeiten und die mechanische Verknüpfung der Anlagekomponenten sowie die elektrische Installation abgeschlossen sein, bevor ein belastbarer Inbetriebnahmetest erfolgen kann. Laut Mitteilung soll die Inbetriebnahme der Anlage bis Ende Oktober 2026 abgeschlossen sein, gefolgt von einem schrittweisen Hochfahren und der ersten Aufbereitung im November 2026. Die erste Goldgewinnung peilt das Unternehmen weiterhin für das 4. Quartal 2026 an, betont dabei aber, dass diese Meilensteine von einem erfolgreichen Abschluss der Errichtung, Integration und Hochlaufphase abhängen.
Die Projektumsetzung war im bisherigen Verlauf 2026 von mehreren Verzögerungsfaktoren geprägt, die insbesondere in rohstoffnahen Lieferketten häufig auftreten: Verzögerungen bei der Seefracht, regionale Engpässe in der Treibstoffversorgung sowie begrenzte Verfügbarkeit wesentlicher Baumaterialien und die Verfügbarkeit von Vertragspartnern. Diese Kombination führte dazu, dass Schlüsselaktivitäten in die Regenzeit verschoben wurden, was wiederum den Baufortschritt vor Ort beeinflusst hat, das Projekt jedoch nicht stoppt. Jared Scharf, President und CEO von Desert Gold, stellte in diesem Kontext vor allem die operative Weiterarbeit unter schwierigen Bedingungen in den Vordergrund. In der Mitteilung heißt es wörtlich: „Die Lieferung der Aufbereitungsanlage und des Generators zum Standort Barani stellt einen entscheidenden Meilenstein des Projekts dar. Wir haben Lieferverzögerungen, regionale Treibstoffengpässe, Materialknappheit und saisonale Witterungsbedingungen bewältigt. Dennoch treibt unser Team das Projekt Barani unter extrem schwierigen Arbeitsbedingungen weiterhin erheblich voran und ich lobe seinen Einsatz und sein Engagement für dieses Projekt. Unser unmittelbares Hauptaugenmerk ist auf den Abschluss der restlichen Tiefbauarbeiten, die Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage sowie auf das Durchlaufen der ersten Hochlaufphase gerichtet. Da das Ende der Regenzeit im Westen von Mali in Sicht ist, erwarten wir eine erhebliche Steigerung der Produktivität am Standort. Wir treiben weiterhin alle Aktivitäten verantwortungsvoll und gemäß den geltenden Sicherheits-, Umwelt-, Gemeinde- und behördlichen Anforderungen voran.“
Damit steht auch die Standortlogistik im Mittelpunkt: Die Hauptzufahrtsstraße vom Dorf Bourdala zum Minenstandort Barani wurde saniert und ist nun für den Transport von Anlagenausrüstung geeignet. Zusätzlich werden die Verbindungen zwischen dem Berola-Camp, dem Barani-Camp und dem Minenstandort aufrechterhalten, um den kontinuierlichen Zugang selbst in Phasen starker Regenfälle sicherzustellen. Parallel dazu priorisiert das Unternehmen Modernisierungen am Barani-Camp, um die Lieferroute zu verkürzen und die logistische Effizienz während der gesamten Regenzeit zu erhöhen. Solche Maßnahmen sind im Minenbau nicht nur „Betriebshygiene“, sondern oft ein echter Zeitfaktor: Wenn schwere Transporte wiederholt an Wetterfenstern scheitern, verlagern sich Fertigstellungstermine schnell in spätere Perioden.
Ein weiterer technischer Pfeiler betrifft die Wasserversorgung, die für die Aufbereitung und den Anlagenbetrieb praktisch immer ein kritischer Engpass ist. Laut Meldung wurde Wasser am Standort Barani bereits durch Bohrungen bestätigt, allerdings wartet das Unternehmen noch auf den endgültigen hydrogeologischen Bericht, bevor es die Wasserversorgungsplanung abschließen kann. Das geplanter Abschnitt umfasst zudem ein hydrogeologisches/geophysikalisches Standortprogramm mit 15 Vermessungslinien und 688 Stationen, dem vier Bohrungen folgten; drei davon wiesen positive Förderraten von 24, 9 und 8 m³/h auf. Gleichzeitig nennt das Unternehmen als operativen Sicherheitsstatus: Es wurden keine projektspezifischen Sicherheitszwischenfälle bei Barani gemeldet; zudem gab es im Jahr 2026 bis dato keine Arbeitsschutz- oder Gemeindezwischenfälle.
Wirtschaftlich und strategisch lohnt sich der Blick auf die Voraussetzungen des Projekts: Das Unternehmen hat für Barani keine Mineralreserven ausgewiesen. Die Entscheidung, die erste Gravitationsanlage zu errichten und eine erste Aufbereitung anzustreben, beruht damit nicht auf einer Machbarkeitsstudie für Mineralreserven, die die wirtschaftliche und technische Machbarkeit nachweist. Das erhöht die Unsicherheit: Projekte ohne ausgewiesene Mineralreserven und ohne unterstützende Machbarkeitsstudie weisen laut Mitteilung ein höheres Risiko eines wirtschaftlichen oder technischen Scheiterns auf. Zudem ist das aktuelle Bauprogramm spezifisch auf die erste Gravitationsanlage mit 200 Tonnen pro Tag fokussiert; ein größerer Erschließungs- und Aufbereitungsansatz, der im Rahmen einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung im November 2025 evaluiert wurde (u. a. mit einer deutlich höheren Tonnage und einer Carbon-in-Leach-Komponente für ein größeres Szenario), ist nicht Teil des aktuellen Programms und würde zusätzliche technische Arbeiten, Genehmigungen und Finanzierung erfordern.
Für den nächsten Projektabschnitt bedeutet das vor allem: Die Inbetriebnahme- und Hochlaufphase im Herbst und Winter 2026 werden zum technischen Prüfstein. Das Unternehmen nennt als wesentliche Risiken unter anderem die Leistung bei Errichtung und Inbetriebnahme, die Ausrüstungs- und metallurgische Leistung sowie Gewinnungsrate, Betriebs- und Kapitalkosten, Verfügbarkeit von mineralisiertem Material und Wasser, Logistik und saisonales Wetter. In der Praxis wird daraus ein enges Koordinationsproblem aus Bauleitung, Lieferkette und Prozessintegration. Operativ ist das Signal aber klar: Sobald die Anlagekomponenten am Standort sind und die Tiefbau-Schnittstellen sauber zusammenlaufen, kann das Projekt die nächste kritische Phase betreten. Genau in diesem Zeitfenster wird sich entscheiden, ob die angestrebte erste Aufbereitung im November planmäßig gelingt und ob die erste Goldgewinnung wie vorgesehen im 4. Quartal 2026 erfolgen kann.
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