LONDON (IT BOLTWISE) – VanEcks Leiter für Digital-Asset-Forschung Matthew Sigel sieht Bitcoin als klaren Gewinner der nächsten Monate: Er erwartet einen Anstieg auf 100.000 US-Dollar bereits im kommenden Jahr. Als Haupttreiber nennt er die fiskalische Schieflage vieler Staaten, die den Druck auf Risikoanlagen und zugleich den Bedarf nach alternativen Werterfassungen verstärke. Gleichzeitig verweist er auf eine merklich geringere Volatilität, steigende Nachfrage nach Absicherungen über Put-Optionen und Signale aus dem Anleihemarkt. Welche Rolle dabei institutionelle Käufe tatsächlich spielen, bleibt zwar offen, das Kursbild deute zuletzt aber auf Stabilität trotz harter Wochen hin.

Bitcoin steht nach einem schwierigen Marktwochenabschnitt wieder relativ stabil da. Mitte der Woche lag der Kurs laut den im Text genannten Marktdaten bei rund 77.403 US-Dollar, am jeweiligen Handelstag mit einem Tagesplus von 1,26 % und über einem Monat hinweg mit mehr als 20 % im Plus. Damit notiert die Kryptowährung weiterhin etwa 39 % unter ihrem Rekordniveau von über 126.000 US-Dollar, das am 6. Oktober 2025 markiert wurde. In der aktuellen Betrachtung wirkt das vor allem deshalb bemerkenswert, weil mehrere Ereignisketten gleichzeitig Risikoappetit und Liquidität beeinflusst haben.
Der Kern des von VanEck-Research abgeleiteten Bull-Arguments knüpft an die Geld- und Fiskalpolitik an. Matthew Sigel, der im Beitrag als Kopf der Digital-Assets-Forschung von VanEck genannt wird, verbindet die These „zu hoher Staatsverschuldung“ direkt mit dem Beharrungsvermögen von Bitcoin. Er verweist darauf, dass die Volatilität gegenüber dem Niveau vor vier Jahren um etwa die Hälfte gefallen sei, was laut seiner Darstellung eine Abkehr vom typischen Muster der letzten Marktzyklen signalisiert. Zusätzlich greift er das Verhalten der Derivatemärkte auf: Händler zahlten demnach eher für Puts als für Calls, also für Absicherung gegen fallende Kurse. In seinen Worten, die der Beitrag mit Zitaten anführt, erinnert das an ein Zeitfenster, in dem die Argumentationslinie für Long-Positionen Rückenwind erhält: „Very unlikely that policymakers are going to address this unsustainable fiscal dynamic, and then as and if liquidity eases, you know that would be a turbocharge for Bitcoin, “ heißt es bei Sigel.
Dass die These nicht nur akademisch bleibt, versucht der Text über Marktmechanik zu stützen. Ein Punkt ist das Zusammenspiel aus Anleihemarkt und Options-/Short-Positionen: Sigel verweist auf das Programm zum Rückkauf von US-Staatsanleihen (Treasury bond buyback), das laut Beitrag „heavy short covering“ ausgelöst habe. Für das Kursbild kann das zweierlei bedeuten: Erstens reduziert es kurzfristig Verkaufsdruck, wenn geliehene oder abgesicherte Positionen geschlossen werden müssen. Zweitens verändert es die Interpretation neuer Schwächephasen, weil die Ursache nicht zwingend im „realen“ Nachfragebruch liegt, sondern in der Marktstellung zuvor aufgebauter Wetten. Auch die zeitliche Komponente spielt hinein, denn der Beitrag stellt Sigels Satz heraus, dass der Kalender für Bitcoin-Fans „very much in your favor“ sei, zumindest so lange, bis sich die Liquiditätslage spürbar entspannt.
Auf der Makroseite kamen in der Woche, die der Beitrag als besonders belastend beschreibt, mehrere Störfaktoren zusammen. Die US-Notenbank erhöhte den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Zielspanne von 3,75 % bis 4 %; zudem war es die erste Zinsanhebung seit 2023. In Japan wurde der Politikzins derweil auf 1,25 % angehoben, der höchste Stand seit 1995. Parallel dazu verlor Krypto politisch gesehen ein wichtiges Gesetzesprojekt: Der US-Senat lehnte eine entscheidende Hürde für den „Clarity Act“ ab, weshalb die Gesetzesinitiative zur Marktstruktur ins Leere lief. Interessant ist hier weniger die einzelne Abstimmung als das Gesamtmuster: Der Beitrag beschreibt zwar, dass Bitcoin die Entscheidungen überstand, doch das On-Chain-Bild habe sich laut Text eingetrübt.
Vor diesem Hintergrund wird die konkrete Prognose von 100.000 US-Dollar im kommenden Jahr verständlich, aber auch rechnerisch einzuordnen. Ausgehend vom im Text genannten Freitagspreis müsste Bitcoin laut Rechnung noch um etwa 29 % zulegen, um die 100.000-US-Dollar-Marke zu erreichen. Der Text ordnet die Weiterentwicklung ebenfalls ein: Für das 2029-Ziel von Sigel wird eine Steigerung um grob 546 % genannt, während das Szenario von 1 Million US-Dollar ungefähr 1.192 % vom Ausgangsniveau entfernt sei. Solche Spannen sind natürlich stark sensitiv gegenüber Liquidität, Risikoaufschlägen und dem Timing institutioneller Zuflüsse. Der Beitrag nennt in diesem Zusammenhang Gespräche mit Beratern und staatlichen Investmentvehikeln und behauptet, dass institutionelle Kunden dabei „all buying“ seien. Ob sich diese Nachfrage in eine nachhaltige Trendfortsetzung übersetzt, hängt dann aber nicht nur vom makroökonomischen Umfeld ab, sondern auch davon, ob der Derivatemarkt weiterhin eine bevorzugte Absicherung nach unten zeigt oder ob sich diese Positionierung wieder dreht.
Für Unternehmen und Entscheidungsträger außerhalb der Krypto-Szene ist daran vor allem die Signalwirkung interessant: Stabilere Volatilität und das Zusammenspiel aus Zins-/Anleihemechanik, Optionen und politischem Regulierungsfortschritt können kurzfristig stark dominieren, selbst wenn das On-Chain-Bild zeitweise schwächer wirkt. Gleichzeitig zeigt die Historie der Prognose, dass Sigel die 100.000-US-Dollar-Marke nicht erst „neu“ ausgerufen hat: Der Beitrag verweist darauf, dass er dieses Ziel bereits im April sowie erneut im August genannt habe. Damit verschiebt sich der Fokus von der Frage „Ist die Marke richtig?“ hin zu „Welche Annahmen müssen eintreten, damit die Preisbildung diese Richtung bestätigt?“ Der Markt liefert dafür Anhaltspunkte über Optionskurven, Short-Positionen und die Entwicklung der Liquidität – und genau dort werden sich die nächsten Wochen als aufschlussreich erweisen.
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