LONDON (IT BOLTWISE) – In China und Hongkong sollen zum Verkaufsstart des iPhone 18 Pro und Pro Max innerhalb weniger Tage mehr als 7 Millionen Vorbestellungen über mehrere Kanäle eingegangen sein. Gleichzeitig zeigen Lieferdaten aus unterschiedlichen Regionen ein widersprüchliches Bild: In manchen Märkten sinken Wartezeiten, anderswo bleibt die Verfügbarkeit stabil oder verlängert sich sogar. Analysten verweisen auf mögliche Angebotsanpassungen ab Oktober, während andere die Nachfrage weiterhin als robust einordnen. Dazu kommt der Marktvergleich mit einem parallel angekündigten iPhone Duo, der die Interpretation der Abverkaufszahlen beeinflussen kann.

Beim Marktstart des iPhone 18 Pro und Pro Max prallen derzeit zwei Lesarten aufeinander. Während einzelne Marktbeobachter aus minimalen Design-Änderungen und einem insgesamt eher evolutionären Upgrade-Zyklus einen raschen Rückgang des Konsumenteninteresses ableiten, deuten andere Regionen auf das Gegenteil hin. Besonders auffällig: Aus China und Hongkong wird von sehr hohen Vorbestellzahlen berichtet, die innerhalb eines kurzen Zeitfensters seit dem 12. September über alle Kanäle zusammengekommen sein sollen. Allein diese Diskrepanz macht klar, dass Lieferketten, Bestellrhythmus und regionale Preis-/Angebotsmechanik den „Nachfrage-Impuls“ schnell verzerren können.
Die Verfügbarkeit ist genau der Datenpunkt, an dem die widersprüchlichen Einschätzungen festgemacht werden. Eine Argumentationslinie zieht verkürzte Wartezeiten heran: Eine große Schweizer Bank soll nach Berichten eine gedämpfte Nachfrage ablesen, weil sich die Lieferzeiten für das iPhone 18 Pro in mehreren Märkten offenbar schneller normalisieren als zuvor. Parallel dazu wurde die Bewertung der Apple-Aktie mit Neutral und einem Kursziel von 296 US-Dollar genannt; gleichzeitig wird berichtet, dass die Aktie am Stichtag bei 336,13 US-Dollar notierte. Eine zweite Linie verweist dagegen auf konkretere regionale Unterschiede: Jefferies ordnete kürzere Lieferzeiten in Ländern wie den USA, Großbritannien, Deutschland und Japan ein, während in China und Hongkong längere Lieferzeiten auf spekulative Käufe zurückgeführt wurden. Als möglicher Hebel taucht dabei auch die Frage nach einer Produktionskürzung ab Oktober auf, die in einem solchen Szenario den Angebotsmix kurzfristig verschieben könnte.
Dass diese Sicht nicht unumstritten ist, unterstreicht ein Gegengewicht aus der Analystenlandschaft. Morgan Stanley soll laut mehreren Berichten die globalen Lieferzeiten vier Tage nach Vorbestellstart als weitgehend stabil beschrieben haben, mit Angaben im Bereich von zwei bis vier Wochen für beide Pro-Modelle. Für das zweite Halbjahr 2026 wurde außerdem eine Produktionsmenge von 71 Millionen Einheiten genannt, ein Plus von 18 Prozent gegenüber 60 Millionen im Vorjahr. Dabei werden für den Pro Max je Region konkrete Lieferzeitfenster aufgeführt: 22,5 Tage in den USA, 29,5 Tage in Japan und 27 Tage in China. Auch das Set der Preisziele fällt anders aus: Apple sei mit Overweight bewertet worden, das Kursziel wird mit 360 US-Dollar beziffert; zudem wird ein Aufwärtspotenzial von 8,7 Prozent im Vergleich zu einem damaligen Kurs von 331,34 US-Dollar genannt. In einer weiteren Auswertung sollen für den Pro Max 25 Tage (plus 0,4) und für das Pro-Modell 18,1 Tage (plus 0,7) angegeben worden sein; in Japan wird ein Zuwachs von 5,5 Tagen genannt, in China ein Rückgang um 3,5 Tage.
Ein zusätzlicher Interpretationsfaktor kommt aus dem Lager, das den Markt komplexer betrachtet: AppleInsider wird in einem Bericht sinngemäß so dargestellt, dass der Markt den Effekt eines parallel angekündigten iPhone Duo unterschätzen könnte. Die These: Wenn das iPhone 18 zunächst nur einen Teil des „Pro“-Ökosystems abdeckt und zusätzliche Modelle zeitversetzt starten, können langsamere Abverkäufe beim iPhone 18 Pro falsch gelesen werden. Der Vergleich, der dabei bemüht wird, zielt auf frühere Marktphasen: Damals sei die Einführung eines „großen Sprungs“ (wie beim iPhone X gegenüber dem iPhone 8) ebenfalls von Übergangseffekten begleitet gewesen, die kurzfristige Abverkaufsdaten nicht 1:1 in Nachfragekurven übersetzen ließen. Für Unternehmen und Produktplaner ist diese Perspektive relevant, weil sie zeigt, wie stark Modellreihenfolge und parallel laufende Upgrade-Anreize die Bewertung von Händlerdaten, Vorbestellungen und Lieferfenstern beeinflussen können.
Neben den Analystenblicken liefern Konsumentenumfragen zusätzliche Anker. Evercore ISI soll in einer Befragung unter rund 4.000 US-Konsumenten höhere Kaufabsicht als frühere Erhebungen gefunden haben: 53 Prozent wollen demnach ein iPhone 18 Pro oder Pro Max erwerben, nach einem Durchschnitt von 51 Prozent in früheren Umfragen. Beim Mix der Präferenzen zeigt sich ebenfalls Verschiebung: 32 Prozent favorisieren den Pro Max (gegenüber 29 Prozent im Vorjahr), während 14 Prozent Interesse am iPhone Duo nennen. Als wichtigster Upgrade-Grund wird dabei auffällig häufig ein veraltetes Gerät genannt: 67 Prozent geben das an, verglichen mit 48 Prozent zuvor. Diese Daten sind besonders für die Marketing- und Service-Ebene relevant, weil sie nahelegen, dass die Nachfrage nicht primär durch „Feature-Neuheit“ getragen wird, sondern durch einen Upgrade-Takt, der bei vielen Nutzern durch Hardware-Alter und Nutzungsdauer bestimmt wird.
Auf der technischen und preislichen Ebene konkretisieren sich die Erwartungen. Für die Pro-Modelle werden Einstiegspreise ab 1.199 US-Dollar (Pro) und ab 1.299 US-Dollar (Pro Max) genannt, ergänzt um ein Aufpreisszenario für höhere Speicherstufen: Die 2-Terabyte-Variante soll 2.399 US-Dollar (Pro) bzw. 2.499 US-Dollar (Pro Max) kosten. Das iPhone Duo wird derweil mit 256 Gigabyte ab 1.999 US-Dollar und mit 2 Terabyte ab 3.199 US-Dollar beziffert; Vorbestellungen sollen am 16. Oktober starten, die Auslieferung am 23. Oktober. Technisch werden für die US-Markteinführung außerdem eine 48-Megapixel-Fusion-Kamera mit variabler Blende (f/1,48, f/1,8, f/2,8, f/4, sechs Blätter) sowie ein A20-Pro-Chip genannt, gefertigt in 2-Nanometer-Technik, mit einer 7-Kern-GPU, die laut Bericht um 40 Prozent leistungsfähiger sein soll als beim A19 Pro. Bei der Akkulaufzeit werden 36 Stunden für Videowiedergabe beim Pro-Modell und 45 Stunden beim Pro Max genannt; beide laufen mit iOS 27 und einer KI-gestützten Siri. In die Gesamtbewertung gehört damit nicht nur die Frage „Wie viele Vorbestellungen?“ sondern auch „Wie groß ist die real genutzte Leistungs- und Speicherspanne“ – genau hier entscheiden Upgrader häufig zwischen Pro und Pro Max.
Außerhalb der USA zeigt sich zudem, wie sehr regionale Faktoren den Marktstart prägen. In Indien wird von einer Day-1-Nachfrage für das iPhone 18 Pro berichtet, die je Stadt zwischen 15 und 28 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmodells liegen soll; Händler nennen außerdem steigende Buchungen im Jahresvergleich. In Südkorea wiederum wird ein gemischtes Stimmungsbild beschrieben: Während die Carrier-Anteile für „Pro“-Vorbestellungen hoch liegen, soll die Vor-Ort-Warteschlange im Einkaufsviertel Myeong-dong geringer ausgefallen sein als im Vorjahr. Für China kommen neben der hohen Zahl an Vorbestellungen Hinweise auf eine starke Händlernachfrage und auf kurzfristig beobachtete Skalper-Aufschläge hinzu. In Summe deutet das auf einen Markt hin, in dem die Verfügbarkeit nicht nur von Produktion abhängt, sondern auch von Preiswahrnehmung, Modellmix und dem Timing konkurrierender Veröffentlichungen. Für die Praxis heißt das: Wer die Entwicklung als einzelnes Signal aus Lieferzeiten liest, läuft Gefahr, die eigentliche Ursache – nämlich die regionale Angebots- und Upgrade-Dynamik – zu übersehen.
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