MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Münchner Split-Level-Wohnung aus den 70er-Jahren wurde mit Japandi-Elementen und einer bewusst „weniger auffallen, mehr ankommen“-Philosophie neu organisiert. Statt eines radikalen Austauschs blieb der Grundriss mit den versetzten Ebenen erhalten und wurde mit warmen, erdigen Tönen sowie Vintage-Möbeln in Szene gesetzt. Besonders prägend sind ein Nakashima-Esstisch, ein Travertin-Kamin und feine Wandfarbnuancen, die trotz der vorhandenen Einbauten zusammenhalten sollen. Das Ergebnis ist ein Zuhause, das Trennen und Vereinen im Alltag spürbar ausbalanciert.

Was zunächst nach einem reinen Wohnprojekt klingt, lässt sich bei genauer Betrachtung auch als eine Art „Wohn-UX“ verstehen: Die Architektin Valentina Lauš interpretiert den Alltag einer Familie nicht über einzelne Möbelstücke, sondern über die räumliche Choreografie. Ausgangspunkt war eine 250-Quadratmeter-Wohnung im obersten Stockwerk eines Flachdachbaus aus den 70er-Jahren im Münchner Osten. Bodentiefe Fenster rahmen den Blick in den alten Baumbestand ein und liefern die visuelle Ruhe, während der Innenraum strukturiert wird. Genau dort setzt ihr Credo „Weniger auffallen, mehr ankommen“ an: Nicht der erste Eindruck soll dominieren, sondern die Art, wie sich Räume im längeren Verweilen entfalten und dabei alltagstauglich bleiben.
Technisch gedacht beginnt die Neugestaltung nicht bei der Farbe, sondern bei der Geometrie: Die Wohnung ist als Split-Level organisiert, also in versetzte Ebenen gegliedert, die ohne starre Trennwände Übergänge schaffen. Im großen Hauptbereich liegen Küche, Ess- und Wohnzone auf einer Ebene, während ein etwas höher gelegener, offener Arbeitsbereich eine Verbindung herstellt. Von dort führen wenige Stufen zu den Schlafbereichen und den Bädern, wodurch Zonenwechsel nicht als Bruch, sondern als Rhythmus funktionieren. Die „wichtigste Entscheidung“ bestand laut Lauš darin, Grundriss und Split-Levels anzuerkennen. Dieses Anerkennen ist mehr als eine gestalterische Haltung: Es reduziert Komplexität im Bestand und macht aus der vorhandenen räumlichen Logik eine robuste Grundlage, auf der sich neue Materialien und Möbel sinnvoll einbetten lassen.
Damit das Ganze nicht wie ein „Patchwork aus Stilwelten“ wirkt, musste die Farb- und Materialstrategie präzise ausbalanciert werden. Zuvor prägten eine schwarze Küche und ein großer, ebenfalls schwarzer Regal-Kubus die Unterteilung zwischen Wohn- und Essbereich, dazu kamen grauer Betonboden und gleitend wirkende weiße Wände. Der Bauherr wünschte sich jedoch weniger Kälte und mehr Gemütlichkeit – zugleich wollte er mehr Farbigkeit, nur eben ohne schrilles Poppen. Interessant ist hier die Herangehensweise: Lauš musste erst herausfinden, was „Farbe“ in diesem Kontext für den Eigentümer bedeutet. Das Endergebnis verzichtet auf laute Akzente und setzt stattdessen auf subtile Nuancen, die den Räumen Weichheit geben. In der Praxis zeigt sich das besonders bei der Wandfarbe im Hauptraum: Der Einbaukubus ist nicht rein schwarz, sondern besitzt einen leichten Aubergineton, wodurch Grau in der Wahrnehmung immer etwas grünlich oder rosé schimmert. Für den „perfekten Ton“ brauchte es laut der Architektin mehrere Experimente.
Der Japandi-Gedanke wirkt im Projekt vor allem deshalb stimmig, weil die 70er-Atmosphäre nicht überdeckt, sondern übersetzt wird. Die Bauzeit lieferte gewissermaßen die Steilvorlage: elegante Siebziger-Formen und deren Materialgefühl wurden als Ausgangsbasis genommen, dann mit der klaren, geradlinigen japanischen Ästhetik kombiniert. Im Wohnzimmer treffen eine Holzverkleidung aus Ulme und ein samtiges dunkelgrünes Ecksofa auf original-vintage Möbel in dunklen Braun- und Rottönen sowie auf den Travertin-Kamin als visuellen Anker. Für die japanische Geradlinigkeit sorgt dabei ein bereits vorhandener Kubus, dessen Regalseiten entfernt an die Stufen einer Pagode erinnern. Das ist ein Beispiel dafür, wie Bestandsarchitektur als Designsystem dient: Ein Element, das ursprünglich eine Funktion erfüllt hat, wird so geformt und interpretiert, dass es den Stilkontrast nicht stört, sondern strukturiert.
Auch beim Mobiliar folgt Lauš einer Idee, die man aus der Softwareentwicklung kennt: Authentizität statt „glattes Redesign“. Sie kaufte das Mobiliar fast ausnahmslos vintage oder entwarf Teile selbst und ließ bewusst „Makel“ auf Originaloberflächen unangetastet. Damit wird der Charakter nicht nachträglich kaschiert, sondern als Information erhalten: Spuren im Material erzählen von Zeit, Nutzung und Kontext – und genau diese Ebene braucht ein Projekt, das nicht neutralisieren, sondern wohnlich machen soll. Selbst bei neu entworfenen Möbeln erlaubt sie kleine Unregelmäßigkeiten. Als während der Malerarbeiten eine Macke am Schreibtisch-Regal-Entwurf entstand, blieb sie bewusst bestehen; der Bauherr habe dies mit einem milden Lächeln als neuen „Vintage“-Teil akzeptiert. Das ist im Kern eine Entscheidung für Konsistenz über Perfektion: Der Raum soll nicht wie eine Ausstellung wirken, sondern wie ein Zuhause, das sich in seine eigene Geschichte einfügt.
Wenn man den Projektansatz als Ganzes zusammenfasst, wird der Split-Level-Gedanke besonders relevant: Er organisiert die Balance zwischen Trennen und Vereinen. Während große zusammenhängende Zonen – etwa im Bereich aus Küche, Ess- und Wohnraum – die Familie in gemeinsamen Momenten unterstützt, schaffen die versetzten Ebenen ebenso zuverlässig Rückzug. Dass Lauš diesen Mechanismus nicht nur „baulich“ nutzt, sondern ihn über Farbe, Material und Möbel ergänzt, macht die Umsetzung nachvollziehbar. Der Nakashima-Esstisch samt Bank ist dabei mehr als ein Designobjekt: Er bringt eine warme, handwerkliche Ruhe in den Begegnungsraum, während die spacig-stählernen „Delta“-Stühle aus Stahl den Kontrast zur Holz- und Travertinwelt setzen. So entsteht ein Dialog zwischen Nähe und Abstand, zwischen weichen Übergängen und klaren Linien.
Für Technik- und Projektteams aus anderen Bereichen ist daran vor allem die Methodik interessant: Die Lösung beginnt mit dem, was vorhanden ist, und macht aus Randbedingungen eine Stärke. Das gilt sowohl für den baulichen Bestand als auch für die visuelle Stimmung. Die Einbaukubus-Farbe zwingt zum Experimentieren, die Split-Level-Struktur setzt Leitplanken für den Alltag, und die Stil-Mischung wird nicht per Dekor, sondern über wiederkehrende Materialachsen und Proportionen gelenkt. In einer Welt, in der viele KI-gestützte Prozesse nach schnellen Ergebnissen suchen, wirkt diese Gestaltung wie ein Gegenentwurf: Erst verstehen, dann iterieren, dann ausbalancieren. Die „richtige Basis“ – so beschreibt es Lauš – ist damit nicht nur ein gestalterischer Satz, sondern eine Arbeitsweise, die man übertragen kann: weniger radikaler Umbau, mehr präzise Abstimmung, und am Ende ein Raum, der die Familie nicht überrascht, sondern trägt.
Am Ende bleibt eine Frage, die das Projekt über das Wohnen hinaus interessant macht: Was bedeutet „anpassen“ eigentlich? In diesem Fall heißt es nicht, alles zu verändern, sondern den Grundriss als System zu akzeptieren, Stilrichtungen als zwei Sprachen zu behandeln, die man zusammenführen kann, und Farbnuancen so zu wählen, dass sie im echten Tageslicht und im Zusammenspiel mit dem Bestand funktionieren. Genau darin liegt die praktische Qualität des Ergebnisses: Die Wohnung wirkt, als wäre sie von Anfang an so gedacht gewesen. Und trotzdem ist sie klar eine Neudeutung – Japandi trifft Seventies, nicht als Trend-Cocktail, sondern als ruhig orchestrierte Balance für den Alltag.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Japandi trifft Seventies: Split-Level-Grundriss als „Wohn-UX“ für die Familie" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Japandi trifft Seventies: Split-Level-Grundriss als „Wohn-UX“ für die Familie" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Japandi trifft Seventies: Split-Level-Grundriss als „Wohn-UX“ für die Familie« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!