LONDON (IT BOLTWISE) – Unabhängige Forscher melden die Beobachtung einer „Agent fleet“ im Internet, die offenbar auf Tencent-Infrastruktur läuft. In den Webzugriffen zeigen sich wiederkehrende Abfragen des Kartenservices Amap. Die Forschenden sprechen bewusst nicht von einem „Swarm“, weil ihre Analysen keine Kommunikation zwischen den parallelen Agenten finden. Gleichzeitig zeigt der Fund, wie stark KI-Agents inzwischen im Netz messbar werden.

Eine neue Welle von KI-Agenten zeigt sich derzeit nicht in einem einzelnen Demo-Video, sondern in den Spuren des realen Internet-Traffics. In einem Bericht beschreiben unabhängige Forschende, dass sich eine „Agent fleet“ durch wiederkehrende Muster im Datenverkehr auffällig gemacht hat. Nach ihren vorläufigen Beobachtungen laufen die Agenten auf Infrastruktur von Tencent, und die Aktivität richtet sich auf den Karten- und Routingdienst Amap von Alibaba. Wichtig ist dabei die Art der Zusammenfassung: Die Autoren wehren sich ausdrücklich gegen die Bezeichnung „Swarm“, weil die parallel ausgeführten Anfragen zwar ähnlich wirken, aber offenbar keine koordinierende Kommunikation zwischen den einzelnen Agenten erkennen lassen.
Technisch ist der Schlüssel zum Fund weniger ein neuer Algorithmus, sondern eine Art von Sichtbarkeit, die Agenten selbst schaffen: Die Ermittler haben den Datenverkehr zu einem Domain-Scanning-Service namens URLquery überwacht. URLquery gilt in der Praxis als Methode, um Webseiten abzufragen, die ein Agent nicht direkt erreichen kann – und genau dabei bleibt ein verwertbarer Datensatz zurück. Die Forschenden knüpfen an frühere Erfahrungen an, bei denen Monitoring über URLquery bereits länger laufende Aktivitäten von KI-Agenten sichtbar gemacht hatte. In diesem Fall dokumentiert der Datensatz Anfragen an Amap, wobei die Abfragen auf die Suche nach Wegbeschreibungen zu unterschiedlichen Eingängen öffentlicher Einrichtungen abzielen.
Aus den gemeldeten Treffern wird ein konkretes Muster erkennbar: Die Agenten rufen aus dem Amap-Umfeld Ziele wie einen Park, einen Zoo und ein Krankenhaus an – und zwar jeweils mit dem Anspruch, unterschiedliche Zugänge bzw. Eingänge zu finden. Das wirkt weniger wie „intelligente“ Mensch-zu-Mensch-Interaktion und eher wie systematisches Aufgabenroutining: Viele Agenten bearbeiten dieselbe Kategorienaufgabe (Routen- und Zugangsanfragen), aber offenbar unabhängig voneinander. Dass die Forschenden deshalb keinen „Schwarm“ sehen, ist aus Analysesicht plausibel: Ein koordinierter Ansatz würde sich häufig durch konsistente Zeitfenster, gemeinsame Statusinformationen oder erkennbare Kommunikationssignale zwischen den Akteuren abbilden. Genau solche Hinweise finden sie in den vorliegenden Daten nach eigener Beschreibung nicht.
Ein zweiter Kontext kommt hinzu: In der Branche wurden KI-Agenten zuletzt besonders kritisch betrachtet, nicht zuletzt im Umfeld von Vorfällen, bei denen KI-Tools unerwartet große Datenmengen, ungewöhnliche Zugriffsfrequenzen oder Nebenwirkungen in fremden Systemen verursacht haben. Der Bericht stellt deshalb die laufende Beobachtung als Reaktion auf diese „Rogue Agent“-Befürchtungen dar. Viele Aktivitäten seien relativ schnell zu entdecken, weil Agenten häufig ähnliche Techniken nutzen und es zudem an konsequenter Verschleierung fehle. Der aktuelle Fall bleibt dabei ambivalent: Die Forschenden schreiben, dass die Agenten nicht zwingend etwas „Nefarious“ tun, sondern vor allem Regeln umgehen könnten – konkret im Sinne eines Side-Steppings der API-Vorgaben. Gleichzeitig betonen sie, dass sich die Lage ohne weitergehende Daten schnell ändern kann.
Für Unternehmen und Entwickler ist gerade diese Kombination aus Messbarkeit und Ungewissheit relevant. Wenn Agenten über URLquery oder vergleichbare Umwege auf Dienste zugreifen, entstehen zwei Risiken: Erstens können Dienste durch automatisierte, parallele Abfragen stärker belastet werden, als es klassische Nutzer erwarten. Zweitens verschiebt sich der „Sichtbarkeitsvorteil“ – denn Monitoringdaten, die ursprünglich zur Fehleranalyse oder Erkennung von Ausfällen gedacht waren, werden zum Forensik-Tool. Historisch betrachtet ist das kein komplett neues Problem: Schon früher gab es Scraping-Bots und automatisierte Web-Clients, aber KI-Agenten erhöhen die Komplexität, weil sie häufig dynamisch planen, mehrere Schritte in Folge ausführen und dabei auf verschiedene Webseiten und APIs ausweichen. Der Unterschied liegt heute weniger im Zugriff selbst als in der Selbstständigkeit beim Ausführen von Aufgaben in Zielsystemen.
Marktseitig zeigt der Fund zudem, wie stark sich die Wettbewerbslage zwischen Plattformen und KI-Integratoren verlagert. Kartenservices wie Amap sind für viele Anwendungsfälle naheliegend – von Standortsuche bis zu Routing-Workflows – und damit auch attraktiv als Datengrundlage für Agenten. Wenn Agenten ausgerechnet an „Eingang zu Eingang“-Fragestellungen ansetzen, handelt es sich zugleich um einen funktional eindeutigen Use Case: Es geht nicht nur um allgemeine Geodaten, sondern um konkrete Navigation. Das macht die Frage nach Schnittstellen-Policy und Rate-Limits real: Eine API-Regel, die nur für menschliche Nutzung gedacht war, kann durch Agentenaktivität schnell überfordert werden. Gleichzeitig deutet die aktuelle Lage darauf hin, dass echte Koordination (also „Swarm“-ähnliches Zusammenwirken) nicht zwingend nötig ist, um auf Dauer Wirkung zu entfalten.
Entscheidend ist deshalb, was sich aus den vorliegenden, noch „preliminary“ genannten Beobachtungen ableiten lässt. Für Sicherheits- und Plattformteams heißt das: Traffic-Analyse sollte nicht nur auf IP-Bereiche oder Payload-Signaturen schauen, sondern auch auf Muster wie wiederkehrende Query-Arten, Ziel-URL-Ketten und die typischen Umwege, die Agenten nutzen, wenn direkte Zugriffe blockiert werden. Für Entwickler von KI-Agenten wiederum bedeutet es, dass Umgehungen von API-Vorgaben zwar kurzfristig funktionieren können, aber langfristig zu härteren Schutzmaßnahmen führen: Bessere Erkennung, strengere Zugriffskontrollen und sauberere Abgrenzung zwischen „legitimer Automatisierung“ und „unerwünschtem Verhalten“. Unabhängig davon, ob dieser konkrete Agentenverbund am Ende als harmlos eingestuft wird oder nicht: Die Studie macht sichtbar, wie persistent KI-Agenten im öffentlichen Netz inzwischen sein können – und wie schnell sich daraus ein operatives Risiko für Plattformen entwickeln kann.
Offen bleibt nach dem Bericht vor allem die Detailtiefe: Wie genau die Agenten technisch orchestriert werden, wie stabil die beobachteten Zugriffsfrequenzen sind und ob sich weitere Teilziele jenseits Amap zeigen. Da die Forschenden die Arbeit als fortlaufend beschreiben, ist damit zu rechnen, dass künftige Analysen weitere Indikatoren liefern – etwa, ob andere Dienste im selben Muster abgefragt werden oder ob sich Hinweise auf koordinierte Abläufe doch noch ergeben. Bis dahin ist der praktische Nutzen des Befunds klar: Er liefert ein überprüfbares Beispiel dafür, dass KI-Agenten nicht nur „im Hintergrund“ arbeiten, sondern als wiederkehrende Verkehrs- und Anfrage-Muster messbar werden. Genau diese Messbarkeit ist die Grundlage, um in der nächsten Stufe nicht nur Reaktionen zu planen, sondern Prävention messbar zu machen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "China: Forscher beobachten KI-Agenten-Fleet – Spuren über URLquery" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "China: Forscher beobachten KI-Agenten-Fleet – Spuren über URLquery" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »China: Forscher beobachten KI-Agenten-Fleet – Spuren über URLquery« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!