NEW YORK / LONDON (IT BOLTWISE) – Nomadworks hat in Chelsea einen neuen Standort gesichert: 33.783 Quadratfuß (ca. 3.140 Quadratmeter) im 122 West 27th Street. Der Mietvertrag läuft 16 Jahre und startet mit einer verlangten Miete von 32 US-Dollar pro Quadratfuß. Die Flächen umfassen die neunte bis elfte Etage und sollen ab Ende Januar bezogen werden. Damit baut der Coworking-Anbieter sein Portfolio in New York City auf vier Standorte aus.

Nomadworks setzt sein Expansionstempo in New York City fort und verlagert den nächsten Wachstumsschritt nach Chelsea. Der Coworking-Anbieter mietet dafür 33.783 Quadratfuß, umgerechnet rund 3.140 Quadratmeter, im Gebäude 122 West 27th Street. Der Standort liegt etwa zwei Blocks westlich des Madison Square Park und damit in einer Gegend, in der sich klassische Büroflächen mit einer dynamischen Startup- und Tech-Szene überlagern. Entscheidend ist dabei nicht nur die neue Adresse, sondern die Ausrichtung der Flächen: Nomadworks will die gesamte neunte, zehnte und elfte Etage nutzen und damit ein zusammenhängendes Set-up schaffen, statt mehrere kleinere Standorte innerhalb desselben Hauses zu bedienen.
Der Mietvertrag ist mit einer Laufzeit von 16 Jahren auf langfristige Planbarkeit ausgelegt. Als Basis wird eine verlangte Miete von 32 US-Dollar pro Quadratfuß genannt, unterzeichnet wurde der Vertrag Anfang September. Solche Mietkonditionen sind in der Praxis ein zentraler Hebel für die Wirtschaftlichkeit von Coworking-Betrieben, weil die Kostenstruktur typischerweise über mehrere Nutzungsjahre hinweg geglättet werden muss: Investitionen in Ausbau, IT-Infrastruktur und den laufenden Betrieb müssen mit einer stabilen Auslastungsentwicklung zusammenpassen. Nomadworks plant, die Flächen Ende Januar zu beziehen, was auf eine relativ kurze Vorlaufphase vom Vertragsabschluss bis zur operativen Nutzung hindeutet.
Als Begründung nennt Steven Cohen, CEO von Nomadworks, vor allem die Standortlogik innerhalb der Stadt: Chelsea biete eine starke Gemeinschaft aus Technologie- und KI-Unternehmen, die hochwertige Arbeitsumgebungen suchen. Das ist als Marktargument nachvollziehbar, weil Coworking-Anbieter zunehmend nicht nur flexible Schreibtische vermarkten, sondern Ökosysteme aus Networking, Kundenzugängen und veranstaltungsfähigen Formaten. Für Nomadworks bedeutet das konkret, dass die neuen Flächen auf unterschiedliche Nutzerprofile zugeschnitten werden: private Büros, klassische Coworking-Bereiche, Besprechungsräume und Veranstaltungsflächen sollen in den oberen drei Etagen zusammenlaufen. Interessant ist auch die zeitliche Einordnung, denn Nomadworks hatte Ende 2025 bereits einen neuen Standort an der 295 Madison Avenue eröffnet und konnte dort nach eigenen Angaben innerhalb von weniger als sechs Monaten eine vollständige Belegung erreichen.
Die Transaktion wurde mit bekannten Akteuren aus dem New Yorker Gewerbeimmobilien-Umfeld umgesetzt. Laut Angaben zum Vorgang meldete CoStar die Vermietung zunächst; auf Seiten des Vermieters trat Koeppel Rosen als Vermietungs- und Verwaltungsbeauftragter auf, vertreten wurde der Vermieter von Max Koeppel. Nomadworks wurde durch LSL Advisors verhandelt. Auch das ist für die Einordnung relevant: In Märkten wie Manhattan entscheidet nicht allein die Gebäudequalität, sondern auch die Verhandlungs- und Strukturierungsfähigkeit bei Laufzeiten, Ausbauzustand und möglichen Übergabepunkten. Das 12-stöckige Bürogebäude der Familie Rosen weist zudem eine Gesamtfläche von 135.132 Quadratfuß (ca. 12.554 Quadratmeter) aus, womit die Flächen im 122 West 27th Street zwar signifikant sind, aber in einem heterogenen Mix aus Mietern eingebettet bleiben.
Im Gebäude sind unter anderem der Eventplaner Van Wyck & Van Wyck, die Arbeitsvermittlungsagentur America Works of New York sowie Howell Belanger Castelli Architects vertreten. Daneben nennt der Bericht auch die Galeristin Eden Gallery. Für Nomadworks schafft diese Mieterlandschaft eine potenzielle Synergie in zweierlei Hinsicht: Erstens profitiert ein Coworking-Standort von einer Mischung aus Kreativ-, Dienstleistungs- und Event-Aktivitäten, weil dadurch ein Teil der Veranstaltungsnachfrage „aus dem Haus heraus“ entstehen kann. Zweitens stärkt die Nähe zu spezialisierten Dienstleistern die Attraktivität für Unternehmen, die nicht nur Infrastruktur, sondern auch Ansprechpartner für Recruiting, Kommunikation oder Architekturleistungen suchen. Gerade bei KI-Teams, die häufig schnell skalieren und Projektzeiten eng takten, kann diese Kompaktheit im Arbeitsumfeld einen handfesten Unterschied machen.
Vergleicht man Nomadworks’ Vorgehen mit dem typischen Wettbewerb im Coworking-Segment, fällt eine klare Strategie auf: Der Anbieter setzt auf mehrere Standorte in unmittelbarer Reichweite großer Business-Hotspots, statt sich auf eine einzige Adresse zu konzentrieren. Nomadworks betreibt aktuell zwei weitere Standorte, darunter einen an der 240 West 40th Street am Times Square sowie den bereits erwähnten Standort an der 295 Madison Avenue nahe des Grand Central Terminal. Damit deckt das Unternehmen mehrere Achsen in Manhattan ab – Times Square für hohe Frequenz, Grand Central für Pendler- und Dienstleistungsnähe, Chelsea für die Tech-Cluster-Logik. Das kann die Kundenakquise verbessern, weil Unternehmen ihren Bedarf oft standortabhängig je nach Teamwachstum oder Projektphase anpassen.
Für Unternehmen, die Coworking als Teil ihrer Betriebsstrategie nutzen, verschiebt sich mit solchen Mietentscheidungen die Planungssicherheit. Eine 16-jährige Laufzeit signalisiert, dass Nomadworks den Standort nicht als kurzfristige Testfläche behandelt, sondern als längerfristigen Knotenpunkt. Gleichzeitig bleibt die entscheidende Frage, wie sich die Auslastung und die Preis- sowie Paketlogik in der Praxis entwickeln, sobald die neuen Etagen in Betrieb gehen. Unabhängig davon zeigt die Kombination aus Vertragstiefe, klarer Flächenzuteilung über drei Etagen und dem Fokus auf KI-nahes Publikum, wie stark die Anbieter im Markt inzwischen versuchen, Arbeitsorte als Plattform für Teams aufzubauen – nicht nur als flexible Arbeitsfläche.
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