LONDON (IT BOLTWISE) – Ein aktualisierter Bericht des Congressional Research Service (CRS) kommt für die Operation Epic Fury auf 81 US-Militärflugzeuge und -hubschrauber, die seit dem 28. Februar verloren oder beschädigt wurden. Das sind fast doppelt so viele wie noch im Mai, als der Bericht 42 Fälle genannt hatte. Die Revision führt vor allem deutlich höhere Zählungen bei MQ-9-Reaper-Drohnen sowie zusätzliche Treffer auf Basen in Jordanien zurück. CRS betont zugleich, dass die Zahl nicht automatisch „zerstört“ bedeutet, weil beschädigte Flugzeuge teils wieder einsatzfähig wurden.

CRS zählt Schäden und Verluste: US-Flotte seit „Epic Fury“ fast doppelt so hoch
CRS zählt Schäden und Verluste: US-Flotte seit „Epic Fury“ fast doppelt so hoch (Foto: IT BOLTWISE)
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Der aktualisierte Bericht des Congressional Research Service (CRS) verändert die Datenlage zur Operation Epic Fury gegen den Iran spürbar: Statt 42 Verlust- oder Schadensfällen im Mai weist der CRS-Stand vom 5. Oktober nun 81 US-Militärflugzeuge aus, die seit dem Start am 28. Februar „lost or damaged“ sind. Die Steigerung ist damit keine bloße Ergebnisglättung, sondern folgt konkreten Nachträgen – unter anderem Jets, die bei einem iranischen Angriff im September auf einen Stützpunkt in Jordanien beschädigt wurden. In der gleichen Revision fließen auch Helicopter-Verluste aus einem Bericht des Pentagon-Inspectors General ein und die Zahl der verlorenen Reaper-Drohnen steigt deutlich.

Technisch und operativ ist der wichtigste Punkt für die Auswertung weniger die absolute Zahl als die Definition dahinter. CRS warnt ausdrücklich, dass der Gesamtwert kein reiner Zähler „zerstörter“ Plattformen ist. Hintergrund: Beschädigte Flugzeuge können in manchen Fällen wieder in den aktiven Betrieb zurückkehren, etwa wenn Reparaturen möglich sind oder Komponenten schnell beschafft werden. Gleichzeitig arbeitet CRS aus öffentlichen Informationen heraus, unter anderem über Berichte in den Medien sowie über Aussagen des Verteidigungsministeriums und des US Central Command; als zusätzlicher Baustein wurde dabei ein Inspector-General-Bericht vom 14. September genutzt. Das erklärt, warum einzelne Einträge „may remain subject to revision“ bleiben – unter anderem wegen klassifizierungsbedingter Datenlücken, laufender Kampfhandlungen und Fragen der Zuschreibung.

Ein besonders harter Einschnitt bleibt laut CRS der Absturz einer KC-135 am 12. März: Der Bericht führt zwei der insgesamt sieben KC-135-Einträge auf Vorfälle mit Bezug zu „friendly airspace“ zurück. Eine Maschine stürzte in westlichem Irak ab und tötete alle sechs Crew-Mitglieder; eine andere führte laut Berichten einen Notlandeversuch am Ben Gurion Airport in Israel durch. Zentral Command ordnete den Verlust nicht als Ergebnis von Beschuss durch „hostile oder friendly fire“ ein. Daneben zieht sich ein anderes Drama durch die Liste: Ein Navy-Kommandant starb, nachdem eine MH-60S Sea Hawk im Sommer – beim Versuch, im Arabischen Meer zu landen – verunglückte. Von den vier Besatzungsmitgliedern wurden drei geborgen; die Navy identifizierte den vierten als Cmdr. Gabriel Edwards, setzte die Suche nach mehr als 102 Stunden aus und veranlasste laut Angaben eine nachträgliche Beförderung.

Für die technische Abhängigkeit der Flotte ist außerdem entscheidend, welche Flugzeugtypen als „Knappheitsfaktoren“ sichtbar werden. Die KC-135-Flotte gilt seit Jahren als stark ausgelastet; laut Government Accountability Office (GAO) lag die Zahl der verfügbaren Maschinen im März bei 373 KC-135 und 103 KC-46. Das GAO hatte in einem Juni-Bericht zudem festgestellt, dass die Flotte über jedes Jahr von Geschäftsjahr 2019 bis 2025 hinter den eigenen Readiness-Zielen der Air Force zurückblieb. Noch deutlicher wirkt das bei den E-3-Jagd- und Frühwarnflugzeugen: Vor Beginn des Krieges betrieb die Air Force nur 16 E-3, sechs davon wurden zum Stützpunkt Prince Sultan verlegt. CRS nennt diese Konstellation als Beispiel für alternde, knappe Plattformen, bei denen Verluste andernorts die Fähigkeit reduzieren können.

In der aktuellen Revision treiben vor allem Drohnen den Sprung nach oben. CRS zählt nun 45 MQ-9 Reaper als verloren, wobei die Grundlage auf eine am 13. August veröffentlichte Angabe zurückgeht, nach der die US-Streitkräfte „at least 45“ Reaper verloren hätten. Im Vergleich dazu nannte ein vorheriger Stand bis zum 30. Juni „as many as 30“ zerstörte Drohnen – gestützt auf den Inspector-General-Bericht. Die Air Force sieht die Reaper dabei nicht nur als „irgendeine“ Aufklärungsdrohne: Der Air Force Chief of Staff, Gen. Kenneth Wilsbach, ordnete sie als besonders wertvollen Akteur der Operation ein. Zahlen zur Flottenentwicklung verschärfen das Bild: Im Mai gab es 135 MQ-9As, nachdem ältere Modelle außer Dienst gestellt wurden und es zudem bereits Verluste durch Unfälle und Einsätze gab. Parallel dazu wurde der Kauf neuer Reaper eingestellt; im Budgetantrag für 2027 waren keine Mittel für neue Systeme vorgesehen.

Auch der Verlauf einzelner Einsätze zeigt, wie eng die Verlustliste mit dem taktischen Gesamtszenario verzahnt ist. Mehrere Flugzeuge stammen aus Missionen zur Bergung von zwei Crew-Mitgliedern einer über Iran abgeschossenen F-15E Strike Eagle; beide Personen wurden in separaten Such- und Rettungsoperationen gerettet. Zusätzlich erwähnt CRS, dass ein A-10 Thunderbolt II im Zuge der Unterstützung nach Beschuss abstürzte, der Pilot jedoch die beschädigte Maschine aus dem Einsatzgebiet herausführte und über „friendly territory“ ausstieg. In derselben Aufgabenstellung wurde außerdem eine HH-60W Jolly Green II beschädigt, während später weitere Transport- und Rettungsaufgaben in einer Logik aus Bergung, Evakuierung und Schutz sensibler Ausrüstung mündeten. CRS greift dabei auch auf, dass US-Kräfte mehrere Hubschrauber während der Rettungsoperationen zerstörten, um keine relevanten Komponenten in feindliche Hände gelangen zu lassen.

Für die Interpretation offen bleiben gleich zwei Unstimmigkeiten, die bereits im Mai diskutiert wurden. Zum einen führt der Bericht die E-3 weiterhin als „damaged“, während mehrere öffentlich zugängliche Darstellungen die Maschine als zerstört einordnen. Zum anderen zählt CRS noch eine HH-60W als beschädigt, obwohl es während eines Pressetermins Anfang April eine Erklärung gab, wonach die Hubschrauber in der Rettungsmission unter Beschuss geraten seien und ein Besatzungsmitglied eine lediglich geringfügige Verletzung erlitten habe. Neben diesen Datenpunkten zeigt die Meldung auch, wie stark die finanzielle Dimension seit Mai gewachsen ist: Ein Pentagon-Comptroller sprach am 12. Mai von rund 29 Milliarden US-Dollar, während das Congressional Budget Office im September schätzte, dass der Krieg das Pentagon bis zum 1. August etwa 38 Milliarden US-Dollar gekostet habe. Das CBO verweist dabei ausdrücklich darauf, dass die Schätzung auf Regierungsdaten und öffentlichen Berichten beruhe, weil das Verteidigungsministerium nicht auf Informationsanfragen reagiert habe; zudem seien Kosten für Ersatz verlorener Ausrüstung enthalten.

Für Unternehmen und Systemlieferanten liegt die Relevanz weniger in der politischen Debatte um die Zahl an sich, sondern in den impliziten Anforderungen an Verfügbarkeit, Wartung und Ersatzteilfähigkeit. Wenn eine Flotte über mehrere Jahre hinter ihren eigenen Readiness-Zielen zurückliegt und gleichzeitig die Verluste bei knappen Plattformen oder Drohnen steigen, verschiebt sich die Beschaffungslogik: Wartungsfenster, Ersatzteil-Lieferketten und Quality-Ansprüche an Komponenten werden zu Engpassfaktoren. Zugleich zeigt die Liste, wie stark „Battle Damage“ und Rückführung in den Betrieb die statische Sicht auf Verluste verzerren kann. Für Entscheidungsträger bedeutet das: Kennzahlen müssen mit ihrer Methodik gelesen werden – CRS liefert dafür den Hinweis direkt mit, und gerade diese Einordnung hilft, die technische Leistungsfähigkeit über den gesamten Zeitraum realistischer zu planen.


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