LONDON (IT BOLTWISE) – Bei Semgrep zeigt sich das Startup-Prinzip besonders in den Praktika: Interns sollen früh etwas in Produktion bringen und nicht nur „beschäftigt“ werden. Die Wege von Emma Jin und Charissa Kim starten zwar mit Skepsis gegenüber der Startup-Welt, führen aber über konkrete Projekte zu dauerhafter Verantwortung. Dabei geht es nicht nur um Code, sondern auch um Kundennähe, Governance- und Risk-Themen. Wie genau Semgrep das organisiert, macht sichtbar, welche Lern- und Karrierehebel Startups gegenüber großen Konzernen anders ausspielen.

Warum Semgrep-Interns bei Startups schnell Verantwortung übernehmen
Warum Semgrep-Interns bei Startups schnell Verantwortung übernehmen (Foto: IT BOLTWISE)
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Startups werben oft mit „Ownership“, doch in der Praxis entscheidet sich daran, ob ein Praktikum mehr ist als ein Einarbeitungskurs. Bei Semgrep wird diese Erwartung früh konkret: Interns sollen am Ende des Programms Ergebnisse in die Produktion bringen. In den Berichten ehemaliger Praktikantinnen und Praktikanten taucht dabei ein wiederkehrender Kontrast auf. Während viele größere Unternehmen ihren Nachwuchs entlang klar getakteter Team- und Release-Zyklen einsetzen, beschreibt Semgrep seine Praktika als „Projektarbeit mit Abschluss“ – mit Mentoring in den ersten Wochen, danach aber mit Fokus auf Lernen und echte Vorhaben. Das verändert die Art, wie man Probleme priorisiert, weil sich der Erfolg nicht nur im Ticket-Status zeigt, sondern im Produktbetrieb.

Besonders deutlich wird der Kulturunterschied an den Einstiegsgründen: Emma Jin hatte zunächst ein Angebot eines großen Tech-Konzerns in der Hinterhand und stellte Semgrep infrage. Sie wollte das „große Firmen“-Label im Lebenslauf und hatte ein Startup eher als Risiko- und Rollenbild wahrgenommen – geprägt durch allgemein zugeschriebene Klischees. In ihrer späteren Rückschau wird aber genau dieser Punkt zum Lernhebel: Ein Startup wächst schneller und erzeugt dadurch mehr Bedarf, wodurch sich Möglichkeiten zum Wachsen stärker „öffnen“ als in Organisationen mit weniger Fluktuation. Die Entscheidung fiel am Ende auch deshalb zugunsten des Praktikums, weil der Recruiter des anderen Unternehmens Emma sogar dazu drängte, die Semgrep-Gelegenheit anzunehmen. Dieses Motiv taucht bei Charissa Kim in einer anderen Form wieder auf: Sie hatte zwar Großkonzernerfahrungen, aber in einem Umfeld mit ähnlicher Größe sei die Wirkung eigener Arbeit schwerer greifbar gewesen.

Technisch betrachtet zeigt sich die Umsetzung des „Ship“-Anspruchs vor allem in der Projektverantwortung. Für Vivianna Lieu (Intern ’25) war das Ziel nicht nur, Code zu schreiben, sondern ihr Projekt bereits im privaten Beta-Status bis zum Ende des Praktikums in Richtung Produktion zu schieben. Sie beschreibt außerdem den Anteil, der über Engineering hinausgeht: Sie hat technische Enablement-Termine organisiert, Dokumentation erstellt und damit direkt die Nutzbarkeit verbessert. Austin Theriault wiederum griff eine Kundenanfrage auf, die in Gesprächen rund um Deals sichtbar wurde: Eine IDE-Erweiterung wurde immer wieder gebraucht, und er nahm die Aufgabe auch dann an, wenn parallele Projekte liefen. Später wurde sein Ursprungsvorhaben zu Semgrep Guardian Version zwei. Dass solche Projektschleifen nicht sofort stoppen, sondern sich über Zeit fortsetzen, ist ein starkes Signal dafür, wie stark bei Semgrep die Verbindung zwischen Erstidee, Umsetzung und Produktpfad ist.

Neben dem Code betonen mehrere Praktikantinnen und Praktikanten die Nähe zu Geschäftsentscheidungen. Austin beschreibt, wie niedrig die Einstiegshürde zu Führungskräften ist: Wenn man Fragen hat, könne man „einfach rübergehen“ und sich Antworten holen, etwa zu Themen der Unternehmensfinanzen. Aimen Moten hebt dabei insbesondere den seltenen Zugang zu CEO und CTO hervor, also die Möglichkeit, die Funktionsweise eines Unternehmens nicht nur aus der Engineering-Perspektive zu sehen. Diese „Front-Row“-Komponente wirkt wie ein praktischer Lernpfad für Karriereplanung: Man versteht früher, warum Prioritäten nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich festgelegt werden. Für Interns bedeutet das, dass Architektur- und Produktentscheidungen stärker mit User Needs, Aufwand und Erwartungsmanagement verknüpft werden.

Das „Weg vom Bauchgefühl, hin zur Nutzerperspektive“ kommt bei Semgrep außerdem explizit in der Erfahrung internationaler Praktikantinnen und Praktikanten zum Ausdruck. Dimitar Janevski, der als Student aus Kanada erstmals Arbeitserfahrung in den USA sammelte, beschreibt die Bedeutung, Nutzerinnen und Nutzer als Richter über die eigene Arbeit anzusehen. In seiner Darstellung hilft genau diese Haltung, sich nicht in Ideen zu verbeißen, nur weil sie technisch interessant sind oder gut zur eigenen Intuition passen. Diese Flexibilität zahlt auf den Prozess ein, den Semgrep für seine Praktika vorgibt: Erst Mentoring, dann Verantwortung und schließlich die Messung daran, ob ein Ergebnis tatsächlich in den Nutzungs- und Feedbackzyklus passt. Gerade bei Sicherheits- und Governance-Themen ist diese Rückkopplung besonders relevant, weil sich „richtig“ nicht nur an Tests, sondern auch an Risikoabwägungen und organisatorischer Durchsetzung zeigt.

Damit verbunden ist auch der Karrierepfad von Charissa Kim, der zeigt, dass Ownership bei Semgrep nicht an eine bestimmte Karrierebahn gebunden ist. Sie startete als Security Technical Program Manager-Route, obwohl sie die Rolle anfangs nicht kannte. Rückblickend wird aus der Intern-Erfahrung ein Systemaufbau: Seitdem hilft sie beim Aufbau und übernimmt die Verantwortung für das Governance-, Risk- und Compliance-Programm. Das ist bemerkenswert, weil es eine Brücke zwischen Security-Praxis und operativer Steuerung schlägt. Wenn Interns nicht nur liefern, sondern auch lernen, wie Programme und Kontrollen gestaltet werden, dann entsteht ein Kompetenzprofil, das sich später in Audit-nahen Prozessen oder in sicherheitsbezogenen Produktentscheidungen wiederfindet.

Für Bewerberinnen und Bewerber bleibt die Kernfrage: Ist ein Startup-Praktikum etwas für die eigenen Erwartungen? Vivianna Lieu stellt genau an diesem Punkt eine klare Gegenüberstellung zu großen Konzernen her: Dort könne das Intern-Programm zwar eine stark organisierte Community liefern – etwa ein großes Cohort mit vielen sozialen Events. Bei Semgrep sei die Gruppe kleiner, aber die Integration trotzdem möglich, weil man nicht „auf sich allein gestellt“ sei und eher inhaltlich Anschluss findet. Gleichzeitig ist der Zeitplan für kommende Praktika schon früh strukturiert: Für den Sommer 2027 wird zusätzlich ein Kalender mit formatierten Veranstaltungen erwähnt. Das Fazit aus den Erfahrungen klingt weniger nach „Startup vs. Konzern“, sondern nach „Lernstil wählen“: Wer sich als aktiver Beitragender fühlt und die Hände-on-Phase ernst nimmt, bekommt bei Semgrep einen Pfad, der vom ersten Ticket bis zur Produktion und darüber hinaus führt.


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