LONDON (IT BOLTWISE) – Im Praxistest zeigt das iPhone 18 Pro Max vor allem bei der Autofokus-Verfolgung mit AF-Tracking, wie gut ein Kleinsensor trotz kurzer Schärfebereiche Schritt halten kann. Dazu kommt die neue mechanische Blende mit 1,48 bis 4,00, die sowohl mehr Gestaltungsspielraum beim Schärfemanagement als auch späteres ND-Nachregeln ermöglicht. Beim Vergleich mit der DJI Osmo Pocket 4P und dem iPhone 17 Pro Max überzeugen die iPhones im Gehen- und Stabilisierungstest, während die Pocket bei Action und maximaler Zeitlupe spürbar mehr Auflösungsreserven liefert. Offen bleibt, wie sich das Tracking mit weiteren Profi-Apps in künftigen Updates in den Workflow integrieren lässt.

iPhone 18 Pro Max im Praxistest: AF-Tracking, variable Blende und Stabilisierung im Vergleich
iPhone 18 Pro Max im Praxistest: AF-Tracking, variable Blende und Stabilisierung im Vergleich (Foto: IT BOLTWISE)
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Wer aktuell nach einem mobilen Setup für Video sucht, bekommt mit dem iPhone 18 Pro Max einen neuen Schwerpunkt: Nicht nur die Rechenleistung wurde angehoben, sondern vor allem die Kamera-Funktionalität, die man beim Drehen wirklich sofort merkt. Im direkten Vergleich mit der DJI Osmo Pocket 4P und dem iPhone 17 Pro Max stand ein ganzer Mix aus Stabilisierung, Autofokus-Performance und kreativen Eingriffen wie Zeitlupe und Log-Workflow auf dem Prüfstand. Getestet wurde dabei in der Redaktion auf einem MacBook Pro und mit einem Apple Studio Display XDR in DaVinci Resolve, während die Clips sowohl in Apples Log2-Ansicht als auch mit ProRes-Kodierung entstanden.

Schon beim Handling wirkt das iPhone 18 Pro Max zunächst überraschend vertraut: Apple hat das Gehäuse-Design laut Test 1:1 vom iPhone 17 Pro Max übernommen und damit auch die Hüllenkompatibilität gesichert. Entscheidend ist aber das Gewicht: Mit 249 g liegt das neue Modell etwas höher als das 17 Pro Max (233 g). Die Erklärung, die aus dem Praxisergebnis abgeleitet wird, passt zum Blick auf die Komponenten – ein größerer Akku (5.567 mAh gegenüber 4.823 mAh) sowie die neue mechanische Blende und eine überarbeitete Dampfkammer-Kühlung. In der Praxis äußert sich das nicht als Marketing-Bubble, sondern als messbarer Unterschied in der Videolaufzeit: Nach 1 Stunde und 45 Minuten waren beim iPhone 18 Pro Max noch 70 % Akkuladung übrig, beim Vorgänger 65 %.

Der wichtigste Sprung im Kamerabetrieb kommt aus zwei Richtungen. Einerseits liefert der neue A20-Chip mehr KI- und Grafik-Reserven, die sich unter anderem in den Neural Engines widerspiegeln: Das iPhone 18 Pro Max setzt auf Dual 16-Core Neural Engines statt zuvor Single-Core. Andererseits fokussiert Apple die Bildproduktion stärker auf interaktives Autofokus-Tracking. Aktiviert wird das neue AF-Tracking über doppeltes Antippen des Displays: Es erscheint eine Tracking-Box mit einem Trackingrahmen, der sich nach der erkannten geometrischen Form verändert. In der Sequenz wirkt das wie echtes Objekt-Tracking, weil die Box nicht starr bleibt, sondern sich anpasst – und genau diese Stabilität ist beim Drehen der springende Punkt, wenn Köpfe oder Gesichter sich schnell in der Bildfläche bewegen.

In den Tests auf Personen und unter Actionbedingungen zeigt sich, dass die zusätzliche AF-Intelligenz nicht nur „vielversprechend“ aussieht, sondern zu mehr verwertbaren Schärfeframes führt. Beim Rennen mit einer Person (Caro) bekommt das iPhone 18 Pro Max deutlich mehr scharfe Frames als das iPhone 17 Pro Max und die DJI Osmo Pocket 4P. Auch beim Basketball-Test haftet die Tracking-Box an den einzelnen Spielern, selbst wenn sie kurzzeitig von anderen Spielern verdeckt werden. Besonders interessant ist die Wiederfindbarkeit: Unter kontrollierten Bedingungen in der Redaktion soll das iPhone 18 Pro Max das zuletzt getrackte Gesicht nach mehreren Sekunden Abwesenheit wiederfinden können. Damit wird AF-Tracking vom reinen „Mitzieh“-Effekt zu etwas, das man eher wie ein verlässliches Capture-Feature einplant – auch wenn der Test gleichzeitig betont, dass man sich das Tracking in der Final Cut Camera sowie in der Blackmagic Camera App für zukünftige Updates wünscht.

Neben dem Tracking ist die zweite große Neuerung die variable mechanische Blende der Hauptkamera. Das System ist laut Test nicht nur minimal lichtstärker (f/1,48 statt f/1,78), sondern auch abblendbar: von 1,48 maximal geöffnet bis 4,00 maximal geschlossen. Praktisch bedeutet das zwei Dinge. Erstens lässt sich die gestaffelte Schärfe sichtbarer steuern, statt nur über digitale oder softwarebasierte Effekte zu arbeiten. Zweitens verschiebt sich der Zeitpunkt, an dem man für längere Belichtungszeiten oder helle Szenen einen ND-Filter braucht. Allerdings gibt es auch Grenzen: Die neue mechanische Blende ist aktuell der 24-mm-Hauptkamera vorbehalten, was das unmittelbare Gestaltungspotenzial einschränkt, aber zugleich zeigt, wie viel Entwicklungsspielraum bei Handykameras weiterhin steckt.

Beim Look und beim Post-Workflow steht die Frage im Raum, wie gut sich iPhone und Pocket-Output angleichen lassen. Im Vergleich der Log-Aufnahmen soll das iPhone 18 Pro Max bei der Colorscience eine leicht veränderte Farbabstimmung bieten, insbesondere mit reduziertem Grünanteil bei Hauttönen. Insgesamt wird das Log-Material als „einen Tick“ leichter manuell farbzukorrigieren beschrieben. Gleichzeitig wird der Mischbetrieb als realistisch eingeordnet: Die drei Kandidaten lassen sich unkompliziert aneinander angleichen, sodass iPhone 18 Pro Max und Pocket 4P auf einer Timeline zusammen funktionieren. Der Grund für den teilweise unterschiedlichen Eindruck liegt laut Test auch im Codec: Während die Pocket 4P hochkomprimiertes 10-Bit H.265 nutzt, zeichnen die iPhones in ProRes HQ auf. ProRes soll dabei Sensor-Noise eher beibehalten und wirkt so „organischer“, während H.265 diesen Noise tendenziell weicher zeichnet.

Für die Entscheidung in der Praxis ist zudem die Stabilisierung entscheidend – und die Tests zeichnen ein klares Bild je nach Aufnahmeszenario. Im Gehen liefern sowohl iPhone 17 als auch iPhone 18 Pro Max gemeinsam mit der Pocket 4P eine sehr ruhige Stabilisierung; als Vergleichspunkt wird zudem genannt, dass die iPhones über optische Bildstabilisierung mit Sensorverschiebung verfügen, während die Pocket ihre ausgereifte Gimbaltechnik nutzt. Beim Action Mode zeigt sich dann der unterschiedliche Charakter: Die iPhones croppen im Sensorbereich, um Stabilisierung zu erhöhen. Beim Rennen mussten die Pocket-Aufnahmen nachgeholt werden, weil es bei einer ersten Runde zu Bildüberschneidungen kam. Trotzdem bleibt das Ergebnis eindeutig: Die iPhones und die Pocket liegen bei Auflösung und Stabilisierung nicht gleichauf, insbesondere weil die Pocket bei Action eine höhere Auflösungsreserve bietet. Auch bei maximaler Zeitlupe trennt sich die Spreu vom Weizen: Während die iPhones maximal 240 fps bei 1080p erreichen, schafft die Pocket 4P maximal 240 fps in 4K. Genau hier landet die Pocket in der Gesamtbewertung als Werkzeug für maximale Details bei schnellen Bewegungen.

Abgerundet wird der Eindruck durch Temperatur- und Speicherüberlegungen. Hitzeprobleme tauchten in den Tests weder beim iPhone 18 Pro Max noch beim iPhone 17 Pro Max auf; Apple habe beim 18er zudem die Dampfkammer-Kühlung neu designt, mit einer großflächigeren Wärmeverteilung im Gehäuse. Beim Formatmix zeigt sich ebenfalls eine klare Strategie: ProRes bietet mehrere Stufen (422 HQ, 422, 422 LT, 422 Proxy), wobei Proxy laut Test bei nur etwa 95 Mbit/s startet. Wer maximal flexibel sein will oder RAW benötigt, kann zu ProRes RAW greifen, muss dann aber mit einer komplexeren Farbkorrektur und zusätzlichem externem SSD-Speicher rechnen. Preisseitig liegt das iPhone 18 Pro Max laut Test bei 1.599,- Euro für die 256-GB-Variante und bei 2.349,- Euro für die getestete 1-TB-Version. Die DJI Osmo Pocket 4P wird im DJI Store als Standard-Combo für 599,- Euro geführt. Für viele Anwender ist damit die Frage weniger „Welches Gerät ist besser?“, sondern „Welche Bildaufgabe dominiert?“ – und genau dort setzen die iPhones mit AF-Tracking und variabler Blende auf der einen, die Pocket 4P mit Auflösungsreserven bei Action und Zeitlupe auf der anderen Seite an.


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