LONDON (IT BOLTWISE) – Xreal bringt die One Pro Plus als überarbeitete Version der One Pro auf den Markt. Im Fokus stehen ein helleres Display mit bis zu 1.200 Nits (Perceived Brightness), KI-HDR zur Optimierung von Kontrasten und Details sowie eine flüssigere REAL-3D-Konvertierung mit bis zu 60 FPS statt 30 FPS. Zusätzlich verbessert der Hersteller die Ergonomie über ein überarbeitetes Nasenpad. Der Release ist für den 15. Oktober 2026 angesetzt, in den USA liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 599 US-Dollar.

Mit der Xreal One Pro Plus verschiebt sich der Schwerpunkt weniger auf eine neue Displaybrillen-Generation, sondern auf konkrete Bild- und Nutzerkomfort-Feinschliffe. Das Modell knüpft an die 2025 vorgestellte Xreal One Pro an und hält zentrale Eckdaten wie den X1-Chip, nativ unterstütztes 3DoF-Tracking und ein Sichtfeld von 57 Grad bei. Für Käufer ist das vor allem dann relevant, wenn sie bereits ein ähnliches Setup besitzen und prüfen müssen, ob sich das Upgrade lohnt oder ob die bisherige Bildqualität reicht. Spannend ist dabei: Xreal adressiert keine grundlegende Änderung der Auflösung oder des Bildausschnitts, sondern die wahrgenommene Helligkeit, die Bildverarbeitung und die Interaktion mit 2D-Inhalten.
Technisch setzt die One Pro Plus weiterhin auf zwei Micro-OLED-Displays von Sony mit jeweils 0,55 Zoll Diagonale. Pro Auge bleibt die Auflösung bei 1.920 × 1.080 Pixeln, das Sichtfeld bei unveränderten 57 Grad. Genau deshalb wirken die Neuerungen an anderer Stelle: Xreal nennt eine bis zu 1.200 Nits erreichende Perceived Brightness, also eine wahrgenommene Helligkeit des virtuellen Bildes. Dieser Zusatz ist wichtig, weil er die Vergleichbarkeit mit klassischen Display-Werten relativiert; Helligkeit in einem VR/AR-ähnlichen System hängt stark von Panelcharakteristik, Optik und Bildverarbeitung ab. Unterm Strich zielt der Hersteller auf bessere Sichtbarkeit virtueller Bildschirme auch bei stärkeren Umgebungslichtbedingungen.
Für den Praxisalltag ergänzt Xreal die Helligkeitsstrategie um eine elektrochrome Abdunkelung. Damit lässt sich die Lichtdurchlässigkeit der Gläser anpassen, sodass Inhalte vor hellen Hintergründen kontrastreicher wirken können. In Kombination mit dem neuen AI-HDR steht die Bildaufbereitung im Mittelpunkt: Laut Hersteller soll die KI-gestützte Verarbeitung Kontraste, Schattenbereiche, Spitzlichter und feine Details deutlicher darstellen. Besonders bei wechselnden Filmszenen oder in Games mit hohen Dynamikbereichen dürfte das spürbar sein, weil Untertitel, Hauttöne und kleinere Bildelemente weniger „verwaschen“ wirken sollen. Xreal macht allerdings noch keine konkreten Angaben zu unterstützten HDR-Standards oder Signalformaten; wer Wert auf bestimmte HDR-Workflows legt, sollte das vor dem Kauf als offenen Punkt im Hinterkopf behalten.
Auch die Art, wie Inhalte in eine „räumlichere“ Darstellung überführt werden, bekommt eine messbare Verbesserung: Mit REAL 3D konvertiert die Brille kompatible 2D-Inhalte in eine stereoskopische 3D-Darstellung. Die Berechnung läuft über den integrierten X1-Chip, eine zusätzliche App auf dem Zuspielgerät ist laut Xreal nicht erforderlich. Während die bisherige Umsetzung mit 30 FPS arbeitete, nennt Xreal für die One Pro Plus bis zu 60 FPS bei der 2D-zu-3D-Konvertierung. Das ist nicht gleichbedeutend mit einer maximalen Bildwiederholrate der Displays selbst, aber es kann die Tiefenwirkung bei schnellen Bewegungen glatter und natürlicher machen. Für Spiele, bewegte Videos und rasant geschnittene Filmsequenzen ist genau dieser Unterschied häufig relevanter als reine Schärfe.
Ergänzend dazu führt Xreal drei voreingestellte Bildmodi ein: Standard für die alltägliche Nutzung, Movie für Entertainment und Reading für textbasierte Anwendungen wie Dokumente, Webseiten oder digitale Bücher. Der Mehrwert liegt weniger in exotischen Reglern, sondern in der schnellen Anpassung an unterschiedliche Nutzungsprofile, ohne jedes Mal manuell die Bildeinstellungen neu zu kalibrieren. Das passt auch zur Grundidee der One Pro Plus als tragbares Display: Über USB-C mit DisplayPort Alt Mode liefert das Zuspielgerät typischerweise Videosignale, während die Brille das räumliche 3DoF-Tracking direkt mit dem X1-Chip verarbeitet. So bleibt die Einstiegshürde vergleichsweise niedrig, auch wenn eine vollständige Kompatibilitätsliste für konkrete Geräte bislang nicht vorliegt.
Beim Spatial Computing bleibt es bei nativem 3DoF-Tracking in der Grundausstattung. Die Brille erfasst Kopfbewegungen entlang dreier Achsen, wodurch sich ein virtueller Bildschirm in einer festen Position im Raum verankern lässt. Dreht man den Kopf, soll die Bildfläche an ihrem Platz bleiben, statt unmittelbar der Kopfbewegung zu folgen. Für produktive Szenarien mit virtuellen Monitoren ist das besonders praktisch, weil es das Gefühl von „Standort“ stabilisiert. Wer darüber hinausgehen will, kann die Brille optional mit Xreal Eye kombinieren: Dann unterstützt das System laut Hersteller auch 6DoF sowie gestenbasierte Interaktion, wobei 6DoF Positionsbewegungen im Raum berücksichtigt. Wichtig: Für das reguläre 3DoF-Erlebnis ist Xreal Eye nicht nötig.
Der letzte Block betrifft die Ergonomie – und der ist im AR-Umfeld oft entscheidend für die tatsächliche Nutzungsdauer. Xreal überarbeitet das Nasenpad-System, um den Sitz zu stabilisieren und den Druck auf die Nase besser zu verteilen. Das kleinere Nasenpad wurde dabei laut Hersteller für höhere Nasenrücken angepasst, außerdem hilft eine dreistufige Verstellung der Bügel, eine optimale Trageposition zu finden. Genau diese Passform ist für Displaybrillen zentral, weil die Augen möglichst im „Sweet Spot“ der Optik landen müssen, also im Bereich, in dem das virtuelle Bild möglichst vollständig und scharf wahrgenommen wird. Wie bei der One Pro bietet Xreal die Brille zudem in zwei Ausführungen für unterschiedliche Augenabstände (IPD) an.
Preislich und zeitlich ordnet sich die One Pro Plus klar in den Markt ein: Die Brille erscheint am 15. Oktober 2026 weltweit und startet zunächst über den offiziellen Xreal-Onlineshop. In den USA nennt der Hersteller eine unverbindliche Preisempfehlung von 599 US-Dollar. Zusätzlich gibt es ein Bundle aus der neuen AR-Brille und dem Zubehör Xreal Eye für 648 US-Dollar, wobei Xreal eine Ersparnis von 50 US-Dollar gegenüber dem Einzelkauf anführt. Der Verkauf über Amazon soll Ende Oktober 2026 beginnen, ein konkreter Termin wird laut Angaben noch nicht genannt. Für bestehende One-Pro-Besitzer hängt die Kaufentscheidung damit vor allem von ihrer Nutzung ab: Wer häufig REAL 3D verwendet, bei Lichtwechseln spielt oder lange Sessions plant, dürfte die Verbesserungen eher spüren als Nutzer, die hauptsächlich einen festen 2D-Bildschirm brauchen.
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