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SYDNEY / LONDON (IT BOLTWISE) – Fortrea und Omico bündeln ihre Expertise, um die Entwicklung biomarkergestützter Krebsmedikamente zu beschleunigen. Im Fokus steht die Suche nach passenden Patientinnen und Patienten über PrOSPeCT, Australiens größter Initiative für Tumor-Genomik. Durch die bessere Zuordnung sollen Studienzentren gezielter ausgewählt und die Rekrutierung schneller werden. Das Ziel ist, Präzisionsmedizin in frühen und späten Entwicklungsphasen schneller in klinische Ergebnisse zu übersetzen.

Fortrea und Omico: Biomarker-Screening soll Krebsstudien beschleunigen
Fortrea und Omico: Biomarker-Screening soll Krebsstudien beschleunigen (Foto: IT BOLTWISE)
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Fortrea und Omico gehen in Australien einen operativen Schulterschluss ein, der vor allem eines adressiert: die Schnittstelle zwischen molekularer Tumorprofilierung und der tatsächlichen Durchführung von klinischen Studien. Wo viele Projekte in der Praxis an der Rekrutierung passender Teilnehmender scheitern, wollen die Partner Patienten über biomarkerbasierte Zugänge schneller auf geeignete Studien bringen. Für Fortrea bedeutet das, dass sein CRO-Know-how in klinischer Entwicklung in ein bereits aufgebautes nationales Screening- und Matching-Ökosystem eingebettet wird. Für Omico ist der Schritt eine konsequente Weiterentwicklung seines Programms, das nicht nur Daten erhebt, sondern diese auch für die konkrete Studienzuweisung nutzbar macht.

Technisch setzt die Kooperation auf ein präzisionsonkologisches Matching-Modell, das Tumoren über Genomdaten charakterisiert und daraus ableitet, welche Therapieansätze oder Studienprotokolle zu den molekularen Merkmalen der Patientinnen und Patienten passen. Im Rahmen von „Precision Oncology Screening Platform Enabling Clinical Trials“ (PrOSPeCT) sollen molekulare Profile erstellt und anschließend passende, biomarkergestützte klinische Studien sowie zielgerichtete Therapien vorgeschlagen werden. Die Idee dahinter ist recht klar: Je genauer die relevanten Biomarker bestimmt sind und je besser die Studienzentren und Einschlusskriterien im Voraus abgestimmt werden, desto weniger Zeit geht in der Suche nach geeigneten Rekrutierungsquellen verloren. Gerade in der Onkologie, wo Patientenkohorten häufig klein und stark heterogen sind, kann diese Prozesskette den Unterschied zwischen „Studie läuft“ und „Studie kommt nicht in Takt“ ausmachen.

Omico bringt dabei laut eigener Angabe klinisch-genomische Daten von mehr als 23.000 Patientinnen und Patienten ein, die in Datenbanken aufgenommen werden wollten. Dazu kommt ein landesweites Netzwerk mit Überweisungswegen, über das mehr als 1.600 Ärztinnen und Ärzte in ganz Australien angebunden sind. Für die praktische Umsetzung heißt das: Fortrea erhält nicht nur eine Datenbasis, sondern auch die organisatorischen Kanäle, um potenzielle Studienteilnehmer überhaupt in den passenden Prozess zu bringen. Neben genomischen Profilierungsdaten nennt der Zusammenschluss auch Real-World-Daten aus der Onkologie sowie Wege zur Überweisung in Australien. In Kombination soll daraus eine bessere Planung der Studien, eine präzisere Auswahl von Prüforganisationen und letztlich eine schnellere Rekrutierung entstehen.

Marktseitig ist der Zeitpunkt bemerkenswert, weil sich die Arzneimittelentwicklung nach Angaben der Meldung zunehmend auf Präzisionsmedizin und biomarkergestützte Entwicklungsstrategien ausrichtet. Das ist kein reines „Trendwort“, sondern schlägt sich in immer komplexeren Einschlusskriterien nieder: Studien müssen nicht nur biologische Wirksamkeit nachweisen, sondern zeigen auch, dass der richtige Patientenkreis erreicht wurde. Wenn die Zuordnung zwischen Biomarkern und Studienprotokollen stärker operationalisiert wird, verschiebt sich der Wertbeitrag von der reinen Studiendurchführung hin zu datengetriebenem Studien-Design und schnellerem Matching im Rekrutierungsprozess. Gerade für internationale Auftraggeber kann eine robuste Infrastruktur wie PrOSPeCT damit zu einem Engpass-Löser werden, weil sie die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass geplante Rekrutierungsziele innerhalb realistischer Zeiträume erreicht werden.

Aus Sicht der Regulatorik und der Datenverarbeitung ist die Kooperation vor allem deshalb relevant, weil sie genomische Profilierungsdaten und Einwilligungen in den Mittelpunkt stellt. Solche Datensätze sind für die wissenschaftliche Auswertung zentral, erfordern aber im Betrieb saubere Prozesse für die Zugriffslogik, die Weiterleitung in Studien und die organisatorische Nachvollziehbarkeit entlang des Patient Lifecycles. Die Meldung selbst betont den Fokus auf Einwilligungen für die Aufnahme in Datenbanken und die Verwendung für Präzisionsonkologie-Screening und Studienzuweisung. Für Unternehmen, die diese Ergebnisse nutzen wollen, verschiebt sich damit die Frage von „Haben wir Daten?“ zu „Wie integrieren wir Daten und Rekrutierung so, dass Studienabläufe planbar bleiben?“

Für Entwickler und biopharmazeutische Teams kann die Kooperation außerdem ein Signal sein, wie KI-gestützte oder datengetriebene Ansätze in der klinischen Entwicklung zunehmend „end-to-end“ gedacht werden: von der molekularen Diagnostik über das Matching bis zur reellen Rekrutierung am Studienstandort. Oren Cohen, Chief Medical Officer bei Fortrea, hebt genau diesen Zeitfaktor hervor, indem er beschreibt, dass die Zusammenarbeit dabei helfen soll, die richtigen Patientinnen und Patienten schneller zu identifizieren und damit die Präzisionsmedizin voranzubringen. Auch Omico-Vertreter ordnen den Nutzen über die Kombination aus nationaler Forschungsinfrastruktur und Vermittlungsmöglichkeiten mit internationaler Entwicklungs-Expertise ein. Damit ist die Partnerschaft weniger ein einzelnes Pilotprojekt als vielmehr ein Versuch, einen wiederholbaren Prozess für zukünftige biomarkerbasierte Programme in der Onkologie aufzubauen.

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