MADRID / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine STAMPEDE-Studie zeigt, dass Abirateron bei bestimmten Hochrisiko-Fällen das Sterberisiko halbieren und das Fortschreiten verlangsamen kann. Forschende von der University College London untersuchen nun, ob der Decipher-Test Patienten identifizieren kann, die besonders von der intensiveren Hormontherapie profitieren. Anhand von zwei Datensätzen korrelierten höhere Decipher-Werte konsistent mit schlechteren Outcomes. Damit rückt ein stärker personalisiertes Therapieschema in den Fokus, allerdings mit noch nötiger externer Validierung vor Routineeinsatz.

Prostatakrebs ist in der Medizin seit Jahren ein Paradebeispiel dafür, wie schwer sich „einer Therapie für alle“ entziehen lässt. Schon die Größenordnung verdeutlicht den Druck: 2013 betraf die Erkrankung weltweit mehr als 1 Million Männer. Das zentrale Problem bleibt dabei klinisch und praktisch zugleich: Ärzte müssen abschätzen, wer von einer intensiveren Behandlung wirklich profitiert und wer mit einer weniger belastenden Strategie ebenso gut fährt. Genau an dieser Schnittstelle setzt die aktuelle Auswertung an, denn die zusätzliche Gabe des Hormons Abirateron bedeutet nicht nur mehr Wirksamkeitspotenzial, sondern auch zusätzliche Nebenwirkungsrisiken – genannt wird etwa Müdigkeit.
Auf der großen Krebs-Konferenz in Madrid präsentierte ein Team der University College London Ergebnisse aus der STAMPEDE-Studie. In dieser Konstellation wurde Abirateron zur Standardtherapie ergänzt, und zwar bei Männern mit Hochrisiko-Prostatakrebs, der lokal begrenzt ist. Die Kernbotschaft: Das Hinzufügen der Hormontherapie konnte das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, um etwa die Hälfte senken und zugleich das Gesamtfortschreiten verlangsamen. Gleichzeitig ist die Lage in der Onkologie selten so „geradlinig“, wie sie auf den ersten Blick wirkt. Denn nicht jede Studie hatte bislang gezeigt, dass zusätzliche hormonelle Therapien bei Hochrisiko-Fällen automatisch gleichermaßen vorteilhaft sind – was die Frage nach einer passgenauen Patientenselektion noch dringlicher macht.
Genau hier kommt der Decipher-Test ins Spiel. Die Forschenden wollten untersuchen, ob sich mit einem zusätzlichen molekularen Gewebetest besser vorhersagen lässt, welche Patienten von der intensiveren Abirateron-Gabe besonders profitieren. Dafür analysierten sie Decipher-Scores in zwei Datensätzen: erstens reale Versorgungsdaten von 27.607 Männern, von denen 5.956 für Outcome-Analysen herangezogen wurden, und zweitens Daten von 401 Männern mit nicht metastasierendem Prostatakrebs, die innerhalb der STAMPEDE-Abirateron-Studie randomisiert behandelt wurden. Der Befund war bemerkenswert konsistent: Höhere Decipher-Werte gingen mit schlechteren Verläufen einher. Für jede Erhöhung des Scores um 0,1 stieg das Risiko für Fernmetastasen mit einer adjustierten Hazard Ratio von 1,49; auch die Sterbewahrscheinlichkeit an Prostatakrebs nahm zu (Hazard Ratio 1,38).
Aus klinischer Sicht ist besonders relevant, wie sich diese Risikostratifizierung auf eine konkrete Therapieentscheidung übertragen lässt. Laut Auswertung zeigte der Decipher-Score, welche Patienten noch ohne Ausbreitung in die Lymphknoten sind und zugleich voraussichtlich stärker von der Ergänzung mit Abirateron profitieren, etwa um die weitere Metastasierung in entfernte Körperregionen zu bremsen. Praktisch bedeutet das: Nicht jeder Hochrisiko-Patient wird zwangsläufig gleichermaßen „gewinnen“; ein niedriges molekulares Risikoprofil könnte dazu beitragen, intensivere Therapieschritte zu vermeiden, während ein hohes Profil eher zur Priorisierung der zusätzlichen Hormontherapie führt. Genau deshalb spielt die Art der Validierung eine große Rolle. Die Studie weist ausdrücklich auf ein zweifaches Muster hin – sowohl in einem großen Real-World-Datensatz als auch im randomisierten klinischen Setting. Dennoch bleibt der entscheidende Punkt: Vor einem routinemäßigen Einsatz als Standardentscheidung ist weitere Validierung in weiteren Datensätzen nötig.
Während die molekularen Daten noch an Breite gewinnen müssen, bewegt sich der Therapiealltag in Großbritannien bereits in Richtung Abirateron-Ausweitung. Berichten zufolge hat NHS England angekündigt, die Verwendung von Abirateron in England für Männer mit Hochrisiko-Lokalerkrankung innerhalb weniger Wochen zu rollen. In Wales und Schottland hätten Patienten mit vergleichbaren Risikoprofilen bereits Zugang über den NHS. Für den Kontext ist wichtig: In Großbritannien basiert die Standardbehandlung bei Prostatakrebs typischerweise auf Androgen-Deprivationstherapie. Die Kombination aus neuer Wirksamkeitsgrundlage (STAMPEDE) und möglicherweise stärkerer Selektion durch einen Genomtest könnte künftig dazu beitragen, dass die Intensivierung nicht nur wirksam, sondern auch zielgerichtet erfolgt – also mit weniger Fällen, in denen die Belastung durch Therapieeskalation höher ist als der erwartete Nutzen.
Auch für die Diagnostiklandschaft hat das unmittelbare Auswirkungen. Elai Davicioni, Medical Director Urologie bei der US-Diagnostikfirma Veracyte, die den Decipher-Test entwickelt, ordnet die wachsende Evidenz so ein, dass Ärzten eine stärkere Argumentationsbasis für den Einsatz des Tests vor Therapieentscheidungen zur Verfügung steht. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob ein Medikament „funktioniert“, sondern darum, wie sich die Entscheidung bis in die Lebensqualität hinein auswirkt – Stichworte sind etwa die genannten Nebenwirkungen wie Müdigkeit. In der Gesamtbetrachtung erweitert die Arbeit damit die Vorhersagekraft des Decipher-Tests um eine weitere, klinisch folgenreiche Dimension: Welche Männer mit sehr hohem Risiko profitieren wahrscheinlich von einer zusätzlichen Abirateron-Gabe. Für Entscheider in Kliniken und für Entwickler in der KI-gestützten Medizintechnik liegt in solchen Studien zudem eine praktische Lehre: Risiko-Scores werden erst dann produktiv, wenn sie nicht nur im Modell, sondern auch in unterschiedlichen Real-World- und Trial-Kontexten stabile Trennschärfe zeigen.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Decipher-Test hilft bei Prostatakrebs: Wer profitiert von Abirateron?" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Decipher-Test hilft bei Prostatakrebs: Wer profitiert von Abirateron?" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Decipher-Test hilft bei Prostatakrebs: Wer profitiert von Abirateron?« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!