LONDON (IT BOLTWISE) – In Delaware steht ein Gesetzesvorhaben zu rein durch Software geführten Unternehmen im Fokus einer bundesweiten Prüfung. Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhaus-Aufsichtsausschusses, James Comer, fordert Delawares Gouverneur Matt Meyer per Schreiben bis zum 9. November 2026 zur Vorlage relevanter Dokumente auf. Der Ausschuss untersucht dabei die Hintergründe und Risiken der sogenannten Artificial Intelligence Companies. Republikaner warnen vor möglichen Lücken in der Haftungs- und Aufsichtslogik, die einflussreiche Tech-Akteure entlasten könnten.

Delaware will Unternehmen schaffen, die fast ausschließlich per Software geführt werden – und genau diese Idee trifft jetzt auf eine Gegenbewegung aus dem US-Kongress. Im Schreiben vom 26. Oktober 2026 forderte der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im US-Repräsentantenhaus, der republikanische Abgeordnete James Comer aus Kentucky, Delawares Gouverneur Matt Meyer zur Übergabe relevanter Unterlagen auf. Die gesetzte Frist bis zum 9. November 2026 ist dabei weniger nur formale Bürokratie, sondern Signalwirkung: Der Ausschuss will die Hintergründe und Risiken des Plans für sogenannte Artificial Intelligence Companies detailliert nachvollziehen und auf dieser Basis bewerten, ob die vorgesehenen Mechanismen die Unternehmensaufsicht verwässern könnten.
Im Kern geht es um die Haftungsarchitektur solcher „Software-Unternehmen“. Der Entwurf sieht vor, dass eine Gesellschaft nahezu jeder rechtmäßigen geschäftlichen Tätigkeit nachgehen darf; gleichzeitig bleiben Bankgeschäfte ausdrücklich ausgeschlossen. Besonders umstritten ist die Frage, wer für Handlungen verantwortlich gemacht werden kann: Nach dem Text sollen beteiligte Personen oder Träger grundsätzlich nicht für Handlungen des softwarebasierten Unternehmens haften. Ausnahmen sind laut Entwurf nur in eng definierten Fällen vorgesehen – etwa bei Betrug, vorsätzlichen Gesetzesverstößen oder wenn Akteure außerhalb des definierten Unternehmenszwecks handeln.
Die Kritik aus dem Lager der Republikaner zielt dabei auf den praktischen Effekt einer solchen Struktur. Comer und weitere republikanische Abgeordnete warnen nach Angaben aus dem Umfeld der Anfrage, die Vorlage könne ein „Haftungsschutzschild“ sein und damit Einflussreiche Technologiekonzerne sowie Investoren davor bewahren, für rücksichtlose Handlungen rechtlich einzustehen. Wichtig ist dabei die juristische Perspektive: Schon in der aktuellen Debatte über KI-Haftung in den USA wird gestritten, wie Risiken aus algorithmischen Entscheidungen, Datenverarbeitung und automatisierten Prozessen zwischen Entwicklern, Betreibern und Kapitalgebern aufzuteilen sind. Ein Modell, das Haftungsansprüche gezielt enger zieht, würde genau an dieser Schnittstelle ansetzen – und damit den Anreiz verändern, wer welche Prüf- und Kontrollkosten trägt.
Um einer Verwässerung von Haftungsstandards entgegenzuwirken, denkt der Ausschussvorsitzende laut dem vorliegenden Kontext auch an eine bundesweite gesetzliche Antwort, die die Reichweite einzelstaatlicher KI-Regelungen begrenzen soll. Diese Stoßrichtung ist politisch wie regulatorisch bedeutsam: Bundesrechtliche Leitplanken könnten verhindern, dass sich Unternehmen durch die Verlagerung von Unternehmenssitzen oder Rechtsformen in „risikoleichtere“ Bundesstaaten einer strengeren Haftungs- oder Aufsichtslinie entziehen. Die Diskussion spielt zudem in eine Zeit, in der sich parallel auch international die Regeln für KI konkretisieren: Während in den USA Debatten über Verantwortlichkeiten für KI-Unternehmen laufen, setzt die EU mit dem AI Act bereits einen Rahmen, der zumindest bei der Frage nach Risikoklassen und Pflichten für viele Marktteilnehmer planbarer wirkt. Für US-Akteure und internationale Investoren erhöht das die Relevanz sauberer Compliance-Prozesse, weil Produkte und Geschäftsmodelle oft grenzüberschreitend genutzt werden.
Mit Blick auf den Zeitplan soll das Vorhaben im Januar 2027 in das Parlament von Delaware eingebracht werden; im selben Jahr stünde die Beratung an, und bei einer Verabschiedung ist eine 30-monatige Pilotphase vorgesehen. Als Hauptverfasser der Formulierung wird John Mark Zeberkiewicz von der Kanzlei Richards, Layton & Finger genannt, in deren Profil darauf verwiesen wird, dass dort unter anderem Facebook bzw. Meta vertreten worden sei. Schon diese Personalie zeigt, wie ernst die juristische Ausarbeitung offenbar genommen wird – und damit auch, warum der Kongress offenbar wissen will, welche Akteure an der Entstehung beteiligt waren und welche Interessengruppen Einfluss genommen haben. Zusätzliche Spannung liefert dabei die Beobachtung, dass die zuständige Landesbehörde, der Delaware Secretary of State, bereits im September 2026 Nachfragen zur Kooperation mit einem namentlich nicht genannten KI-Unternehmen unbeantwortet gelassen hatte. Die jetzt angeforderten Dokumente sollen offenbar Licht in die konkrete Akteurslandschaft bringen.
Dass das Ganze weit über Delaware hinaus Bedeutung hat, liegt auch an der wirtschaftlichen Rolle des Bundesstaats. Delaware gilt als wichtigster US-Unternehmensstandort; rund zwei Drittel der Fortune-500-Konzerne sind dort registriert. Im Jahr 2025 wurden zudem 334.461 neue Rechtseinheiten gegründet. Die damit verbundenen Unternehmensgebühren spülten jährlich mehr als 2 Mrd. US-Dollar in die staatlichen Kassen – nahezu ein Drittel des Staatshaushalts von Delaware. Für Unternehmen ist das relevant, weil Rechtsform, Sitz und formale Zuständigkeiten unmittelbar Einfluss auf Prozesse wie Governance, Reporting und Risiko-Management nehmen. Für KI-getriebene Geschäftsmodelle kommt hinzu, dass Entscheidungen oft in Software verkörpert sind, während Verantwortlichkeiten rechtlich entlang von Rollen, Verträgen und Kontrollmechanismen definiert werden.
Die Untersuchung auf Bundesebene trifft damit auf ein Umfeld, in dem Geheimhaltung und selektive Informationsweitergabe politisch wie praktisch besonders heikel sind. Für Betreiber von KI-Systemen und für Investoren verschiebt sich die Aufgabe: Es reicht nicht, nur technische Risiken zu steuern; vielmehr muss auch dokumentiert werden, wie Verantwortlichkeiten intern organisiert, externe Kontrollen eingebunden und Zweckbindungen praktisch umgesetzt werden. Besonders die im Entwurf vorgesehene Haftungslücke bei gleichzeitig breitem Unternehmenszweck zwingt zu genauer Prüfung: Welche Nachweise zu Vorsatz, Betrugsabsichten oder Handlungen außerhalb des Zweckrahmens lassen sich im Streitfall überhaupt führen? Der Ausgang bleibt offen, aber allein die Tatsache, dass der Kongress über eine formale Dokumentenanfrage Druck aufbaut, macht deutlich, dass die Debatte um KI-Haftung und Unternehmensformen in den nächsten Monaten in den Vordergrund rückt.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Delaware-KI-Unternehmen: Kongress fordert Akten bis 9. November" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Delaware-KI-Unternehmen: Kongress fordert Akten bis 9. November" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Delaware-KI-Unternehmen: Kongress fordert Akten bis 9. November« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!