LONDON (IT BOLTWISE) – Mkango hat eine Vor-Machbarkeitsstudie für drei zusätzliche US-Magnetwerke von HyProMag USA vorgelegt. Im Modell liegt der Nettobarwert nach Steuern beim reinen Recycling bei 2.062 Millionen US-Dollar bei 36% interner Verzinsung. Die Alternative mit Recycling plus Primärlegierung kommt nur auf 1.854 Millionen US-Dollar und 31% IRR. Offen bleiben Finanzierung, Genehmigungen und Abnahmeverträge, während Northlake als erster Baustein erst Mitte 2028 starten soll.

Mkango Resources setzt bei der Ausbauplanung für seine US-Magnetproduktion auf eine klare technische Leitidee: NdFeB-Magnete sollen künftig stärker über Recycling statt über die alleinige Nutzung von Primärlegierung bereitgestellt werden. Der entscheidende Schritt ist dabei nicht die endgültige Investitionsentscheidung, sondern eine Vor-Machbarkeitsstudie, die die Wirtschaftlichkeit für drei zusätzliche Magnetwerke im HyProMag-USA-Umfeld durchrechnet. In der Studie wird die reine Recyclingvariante als Modell deutlich besser bewertet als ein Mischansatz aus Recycling und Primärlegierung. Für Anleger und Betreiber ist die Botschaft dennoch zweigeteilt: Richtung und Größenordnung sind quantifiziert, aber die Umsetzung bleibt verknüpft mit noch offenen Schritten entlang der gesamten Projektkette.
Technisch betrachtet basiert die Bewertung auf einem konkreten Standort- und Prozesslayout. Die unabhängige Untersuchung, durchgeführt von PegasusTSI und BBA USA, umfasst geplante Werke in South Carolina, Nevada und Texas sowie einen zentralen Fertigstellungs-Hub in Texas. Auffällig ist dabei auch die Abgrenzung: Das bereits geplante Northlake-Werk wird in den Kennzahlen dieser Erweiterung ausdrücklich nicht eingerechnet. Genau diese Trennung ist relevant, weil sie verhindert, dass sich Annahmen aus dem ersten Standort mit der Erweiterung vermischen. Im reinen Recycling-Szenario weist die Studie einen Nettobarwert nach Steuern von 2.062 Millionen US-Dollar aus; die interne Verzinsung liegt bei 36%, bei veranschlagten Investitionskosten von 623 Millionen US-Dollar.
Die Studie stellt dem Recycling-Szenario eine alternative Projektlogik gegenüber, in der Recycling mit dem Einsatz von Primärlegierung kombiniert wird. Hier sinken die Wirtschaftlichkeitskennzahlen: Der Nettobarwert nach Steuern beträgt 1.854 Millionen US-Dollar, die interne Verzinsung 31%, während die Investitionskosten auf 656 Millionen US-Dollar steigen. Der technologische Hintergrund dahinter ist in dieser Studie weniger als Rezepturwechsel beschrieben als vielmehr als Eingriff in die Versorgungs- und Prozessbilanz. Wenn Primäranteile zusätzlich eingesetzt werden, verändert das typischerweise Materialkosten, den benötigten Einkaufs- und Qualifizierungsaufwand sowie potenziell die Auslastung der nachgelagerten Fertigungsschritte. Entscheidend für die weitere Projektplanung ist damit die Konsequenz: Der zusätzliche Primärlegierungsanteil verbessert die ausgewiesene Wirtschaftlichkeit nicht gegenüber dem reinen Recyclingansatz, obwohl er die Modellrechnung in Richtung einer robusteren Rohstoffmischung verschieben könnte.
Northlake bildet in diesem Gesamtbild den ersten Baustein, obwohl die Erweiterungsinvestitionen in der Vor-Machbarkeitsstudie separat gerechnet werden. Für Northlake nennt Mkango eine Zielmarke: Die erste Phase soll Mitte 2028 in Betrieb gehen. Ergänzend zu den zusätzlichen Werken soll die Plattform bis 2034 jährlich 4.192 Tonnen NdFeB-Magnete herstellen. Daneben beschreibt die Studie ein Ausbaukonzept, das den Produktionsverbund erweitert, indem der zentrale Hub die regionalen Werke um gemeinsame Fertigstellungskapazitäten ergänzt. Das ist ein klassisches Muster in der Anlagenindustrie: Erst ein Standort als initialer Referenzpunkt, dann ein Netzwerk, das zentrale Schritte bündeln kann, um Durchsatz, Qualitätssicherung und Umbauzyklen effizienter zu steuern.
Auf der Ebene der Finanzkennzahlen und Produktionsziele addiert Mkango die beiden Ebenen nicht blind, sondern mit klaren Einschränkungen. Einschließlich Northlake beziffert das Unternehmen den kombinierten Nettobarwert nach Steuern auf 2,6 bis 2,8 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig soll die gesamte Plattform rund 6.000 Tonnen pro Jahr liefern, wobei die Gesamtproduktion ausdrücklich nicht mit der Magnetproduktion gleichgesetzt werden darf. Ebenso macht die Studie deutlich, dass der kombinierte Projektwert nicht ausschließlich der Erweiterung zugerechnet werden kann; die Wirtschaftlichkeit der Erweiterung bleibt getrennt bewertet. Für die Einordnung ist das wichtig, weil solche Modellwerte oft mit Annahmen zu Ausbeute, Auslastung, Materialflüssen und Absatzmengen verknüpft sind. Ohne diese Differenzierung wären spätere Abweichungen zwischen Plan und Realität kaum sauber zu erklären.
Parallel zur Wirtschaftlichkeitsrechnung bleibt der kritische Teil für die Realisierung offen: Finanzierung, Genehmigungen und Kundenbindung. Laut Medienberichten laufen zwar Gespräche mit potenziellen Kunden und die Validierung von Magnetmustern, Abnahmeverträge bestehen jedoch bislang nicht. Beim Thema Finanzierung dürfte ein erheblicher Anteil über Projektfinanzierungen laufen, konkrete Konditionen nennt die Meldung aber nicht. Auch der Zeitplan zeigt, dass die Vor-Machbarkeit noch nicht zum Investitionsfahrplan geworden ist: Eine vollstädige Machbarkeitsstudie wird für 2027 erwartet, wodurch zwischen der heutigen Modellrechnung und einer Umsetzung noch wesentliche Prüf- und Finanzierungsentscheidungen liegen. Der Kurs reagiert mit einem Plus von 7,9% auf die Ausbauperspektive, doch die Studie ändert am frühen Projektstadium kurzfristig wenig. Für Unternehmen und potenzielle Zulieferer liegt der praktische Hebel daher jetzt in der nächsten Phase: technische Vertiefung, belastbare Abnahmevereinbarungen und eine Finanzierung, die nicht nur die CAPEX-Logik, sondern auch die Risiken aus Genehmigungen und Marktvalidierung sauber adressiert.
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