SENEGAL / LONDON (IT BOLTWISE) – Fortuna Mining bekommt von senegalesischen Behörden die Bestätigung, dass die Antragsunterlagen für die Abbaugenehmigung vollständig sind. Laut Unternehmen soll die interne Regierungsfreigabe für die finale Genehmigung im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Bereits seit Juni liegt eine Umweltgenehmigung vor, während das Projekt parallel in die Beschaffung von langlaufenden Anlagen geht. Entscheidungsgrundlage bleibt zudem eine offene Frage zur neuen Bergbaukonvention mit dem Staat.

Fortuna Mining setzt beim Goldprojekt Diamba Sud in Senegal auf Tempo, obwohl mehrere Genehmigungsstränge parallel laufen. Laut Unternehmensangaben hat das Bergbauministerium die Zulässigkeit des Antrags auf Abbaugenehmigung bestätigt. Die sogenannte „Notice of Admissibility“ bedeutet dabei nicht die endgültige Freigabe, aber sie liefert eine wichtige Weichenstellung: Die Behörde hat demnach die Unterlagen geprüft und als vollständig eingeordnet, sodass der Prozess in die nächste Phase übergehen kann.
Der Zeitplan wirkt auf den ersten Blick klar, bringt aber typische Detailrisiken mit. Der Antragsprozess läuft nach Angaben des Konzerns seit Februar 2026, die interne Regierungsfreigabe für die finale Abbaugenehmigung soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Bereits seit Juni liegt zudem eine Umweltgenehmigung vor, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Engpass eher im administrativen Regierungs- und Vertragsumfeld liegt als in der ökologischen Bewertung.
Technisch betrachtet folgt damit eine Phase, in der die Projektlogik von „Genehmigen“ in „Umsetzen“ kippt. Fortuna kündigt an, die finale Investitionsentscheidung unmittelbar nach Erhalt der Abbaugenehmigung zu treffen. Parallel läuft die Vorbereitung auf operative Engpässe: Der Konzern hat Ausrüstung mit langen Lieferzeiten bestellt, darunter Mühle und Brecher für die Aufbereitungsstrecke. Auch die Generatoren für das Kraftwerk befinden sich bereits in der Fertigung; erste Einheiten haben laut Bericht die Werksabnahme bestanden. Das Wohncamp ist bei den Erdarbeiten zu 80 Prozent fertig, und die Bauleitung übernimmt das Ingenieurunternehmen SENET.
Für die Wirtschaftlichkeit liefert Fortuna Zahlen aus der Machbarkeitsstudie, die allerdings an Annahmen gebunden bleiben. In der Studie vom Juni wird für Diamba Sud eine Rendite nach Steuern von 60 Prozent ausgewiesen; der Kapitalwert liegt bei rund einer Milliarde US-Dollar, kalkuliert mit einem Goldpreis von 3.500 US-Dollar je Unze. Ergänzend soll die Jahresproduktion durch die Erweiterung der Ségoula-Mine um 30 Prozent sowie über Diamba Sud selbst um rund 60 Prozent steigen, auf insgesamt 500.000 Unzen. Der erste Goldguss ist für Mitte 2028 geplant, also zu einem Zeitpunkt, der die heute sichtbaren Liefer- und Bauvorläufe plausibel einordnet.
Interessant ist dabei, dass die Genehmigung nicht die einzige variable Größe ist, die das Projekt vorantreibt. Offen bleibt noch die neue Bergbaukonvention mit dem Staat Senegal, die auf dem Bergbaugesetz von 2016 basieren soll und für zehn Jahre fiskalische Stabilität sichern soll. Die Verhandlungen seien laut Unternehmen weit fortgeschritten, aber Abschluss und Regierungsfreigaben fehlen noch. Für Investoren heißt das: Selbst wenn die Abbaugenehmigung im vierten Quartal 2026 kommt, kann die Vertragsfinalisierung der nächste „Gatekeeper“ bleiben, um die Finanzierung und operative Umsetzung ohne Zeitverlust zu sichern.
Darüber hinaus arbeitet Fortuna parallel an der Erweiterungs- und Ressourcenstory, was den Case über den reinen Projektbau hinaus stabilisieren kann. Beim erst kürzlich erworbenen Bambadji-Projekt, nur 2,3 Kilometer vom geplanten Verarbeitungsstandort entfernt, durchteufte eine Bohrung 1,9 Gramm Gold je Tonne über 64 Meter. Die Vererzung soll den Brekzien von Diamba Sud ähneln und ist über mehr als 600 Meter Streichlänge nachgewiesen. Rund 70 Prozent der Laborergebnisse liegen bereits vor; der Rest soll in den kommenden Wochen folgen. Eine erste Ressourcenschätzung für Kabewest plant der Konzern im ersten Quartal 2027, außerdem laufen Bohrungen weiter bei Wari und Latifa; bis Jahresende soll ein Programm von insgesamt 8 Millionen US-Dollar abgearbeitet werden.
Operativ verdichtet sich damit der Fortschritt zu einer Abfolge, die für den weiteren Verlauf entscheidend ist: Erst Abbaugenehmigung und Vorstandsbeschluss im vierten Quartal 2026, dann die zentralen Bauarbeiten für Aufbereitungsanlage und Kraftwerk. Aus Marktsicht passt das in das Muster vieler Rohstoffprojekte, bei denen die „kritische Pfad“-Zeitachse weniger von der technischen Auslegung als von Lieferzeiten, Vertragswerken und Regierungsentscheidungen geprägt wird. Für die KI-gestützte Projektsteuerung bedeutet das wiederum, dass Datenpunkte aus Genehmigung, Beschaffung und Baufortschritt künftig stärker in eine einheitliche Steuerung überführt werden müssen, um Abweichungen früh zu erkennen und den Zeitplan bis zum geplanten ersten Goldguss Mitte 2028 abzusichern.
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