LONDON (IT BOLTWISE) – Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) bringt nicht nur Fortschritte, sondern auch erhebliche Risiken für die Cybersicherheit und den Datenschutz mit sich. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde der internationale Standard ISO/IEC 42001 eingeführt, der Organisationen bei der verantwortungsvollen Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen unterstützt.

Die Einführung und Weiterentwicklung von KI-Technologien schreitet schnell voran, doch mit diesen Fortschritten gehen auch erhebliche Risiken für die Cybersicherheit und den Datenschutz einher. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde der internationale Standard ISO/IEC 42001 entwickelt, der Organisationen bei der verantwortungsvollen Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen unterstützt. Dieser Standard wurde Ende 2023 von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) und der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) veröffentlicht.
Seit Januar 2024 bietet das British Standards Institution (BSI) als nationale Normungsorganisation des Vereinigten Königreichs die Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 an und berichtet von einem starken Interesse und einer schnellen Verbreitung. Auch der globale Assurance-Partner LRQA hat kürzlich seinen eigenen Zertifizierungsdienst für ISO 42001 gestartet. Viele weitere Unternehmen, darunter führende Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, entwickeln ebenfalls Programme zur KI-Prüfung, da das Interesse an KI-Assurance wächst.
Shirish Bapat, Produktleiter für KI und Cybersicherheit bei LRQA, erklärte gegenüber Branchenberichten, dass das Interesse an ISO 42001 schnell wächst und in den nächsten 12 Monaten erheblich zunehmen wird. In den kommenden zwei bis drei Jahren wird eine breite Akzeptanz in verschiedenen Sektoren erwartet. Es ist entscheidend, dass Cybersicherheitsexperten den Standard verstehen und mit der Arbeit an der Zertifizierung beginnen.
Der Hauptzweck von ISO 42001 besteht darin, Organisationen bei der verantwortungsvollen Entwicklung und Nutzung von KI zu leiten. Der Standard enthält Anforderungen und Richtlinien zur Einrichtung, Implementierung, Aufrechterhaltung und kontinuierlichen Verbesserung eines KI-Managementsystems im Kontext einer Organisation. Er ist sowohl für Unternehmen, die eigene KI-Systeme entwickeln, als auch für solche, die KI zur Verbesserung von Produkten, Dienstleistungen und internen Arbeitsabläufen einsetzen, anwendbar. Der Standard ist branchenunabhängig und kann auf Organisationen jeder Größe angewendet werden.
ISO 42001 bietet einen klaren und strukturierten Ansatz, um die Risiken, Verantwortlichkeiten und Chancen im Zusammenhang mit KI zu verstehen und zu managen. Der Standard konzentriert sich auf spezifische Aspekte der KI wie unerwünschte Voreingenommenheit, Fairness, Inklusivität, Sicherheit, Datenschutz, Verantwortlichkeit, Erklärbarkeit und Transparenz. Mark Thirlwell, globaler Digitaldirektor bei BSI, betonte, dass der Standard einen risikobasierten Ansatz verfolgt und eine konsistente Struktur mit bestehenden Managementsystemstandards verwendet, die eine gemeinsame Nutzung ermöglichen.
Für Cybersicherheitsexperten ist ISO 42001 besonders relevant, da er sich auf das Management des KI-Lebenszyklus konzentriert, einschließlich der Bewältigung von Cyberrisiken. Thirlwell erklärte, dass Cybersicherheitsexperten aufgefordert werden, zur Implementierung und kontinuierlichen Verbesserung beizutragen, um die mit ISO/IEC 42001 verbundenen Cyberrisiken zu adressieren und eine sichere und verantwortungsvolle KI-Bereitstellung und -Nutzung sicherzustellen.
Die wachsende Nachfrage nach ISO 42001 hängt auch mit der Veröffentlichung von AIMS ISO 42006 zusammen, die Anforderungen für Prüfstellen festlegt, um nach dem Standard 42001 zu zertifizieren. Bis Juli 2025 wird BSI offiziell ISO 42006 veröffentlichen, um sicherzustellen, dass Zertifizierungsstellen mit der erforderlichen Kompetenz und Strenge arbeiten, um Organisationen zu bewerten, die KI-Systeme entwickeln, einsetzen oder anbieten.
In der sich schnell entwickelnden KI-Landschaft ist es notwendig, regulatorische Änderungen vorauszusehen. Standards wie ISO 42001 bieten Organisationen einen Rahmen, um mit aktuellen Vorschriften konform zu bleiben und sich an die Anforderungen zukünftiger Vorschriften anzupassen. Thirlwell betonte, dass der Standard nicht für spezifische regulatorische oder Lieferkettenanwendungsfälle gedacht ist, aber Organisationen dazu verpflichtet, externe Faktoren wie Richtlinien, Leitlinien und Entscheidungen von Regulierungsbehörden zu berücksichtigen, die sich auf die KI-Entwicklung und -Nutzung auswirken können.
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