MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass fast jeder fünfte Grundschüler in Deutschland täglich mit dem Auto zur Schule gebracht wird. Die Gründe dafür sind vielfältig: Während einige Eltern die Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr als Hauptgrund angeben, spielen auch praktische Überlegungen wie Zeitersparnis und die Lage der Schule auf dem Arbeitsweg eine Rolle. Die ADAC-Stiftung sieht jedoch wenig Potenzial, diese Praxis kurzfristig zu ändern.

In Deutschland wird fast jeder fünfte Grundschüler täglich mit dem Auto zur Schule gebracht, wie eine Umfrage im Auftrag der ADAC-Stiftung ergab. Diese Praxis, oft als “Elterntaxi” bezeichnet, ist weit verbreitet, obwohl viele Eltern angeben, dass sie ihre Kinder lieber zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule schicken würden. Die Umfrage, die 1.000 Eltern von Kindern im Alter zwischen 5 und 15 Jahren befragte, zeigt, dass 19 Prozent der Kinder täglich und weitere neun Prozent jeden zweiten Tag mit dem Auto zur Schule fahren.
Interessanterweise sind Sicherheitsbedenken nicht der Hauptgrund für diese Entscheidung. Nur zwölf Prozent der befragten Eltern gaben an, dass sie ihre Kinder aus Sicherheitsgründen mit dem Auto zur Schule bringen. Viel häufiger sind praktische Erwägungen ausschlaggebend: 40 Prozent der Eltern fahren ihre Kinder, weil sie nach der Schule Termine haben, 30 Prozent, weil die Schule auf ihrem Arbeitsweg liegt, und 22 Prozent, weil sie sich eine Zeitersparnis erhoffen. Auch schlechtes Wetter wird von 32 Prozent der Eltern als Grund genannt.
Die ADAC-Stiftung hält es für unrealistisch, dass Schulen komplett auf Elterntaxis verzichten können. Die Gründe, die Eltern für das Fahren ihrer Kinder angeben, sind schwer zu ändern, da sie oft mit der täglichen Lebensrealität der Familien verknüpft sind. Dennoch empfiehlt Christina Tillmann, Vorständin der ADAC-Stiftung, dass Kinder ihren Schulweg möglichst selbstständig zurücklegen sollten. Dies fördere nicht nur ihre Sicherheit und Eigenständigkeit, sondern auch das Miteinander im Straßenverkehr.
Die Umfrage zeigt auch, dass 58 Prozent der Eltern es ablehnen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Diese Eltern bevorzugen es, dass ihre Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Tretroller zur Schule kommen. Diese Haltung könnte durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer weiter gestärkt werden.
Langfristig könnte eine verstärkte Sensibilisierung für die Vorteile eines selbstständigen Schulwegs und die Schaffung sicherer Schulwege dazu beitragen, die Zahl der Elterntaxis zu reduzieren. Dies würde nicht nur den Verkehr vor den Schulen entlasten, sondern auch einen positiven Beitrag zur Umwelt leisten.
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