MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Münchener Chip-Zulieferer Siltronic sieht trotz eines Umsatzrückgangs im dritten Quartal optimistisch in die Zukunft. Der Vorstandsvorsitzende Michael Heckmeier betont die Einhaltung der Jahresziele und verweist auf den KI-Boom und die steigende Wafer-Nachfrage als positive Indikatoren für eine baldige Erholung. Analysten erwarten, dass das dritte Quartal den Tiefpunkt im aktuellen Geschäftszyklus markieren könnte.

Der Münchener Chip-Zulieferer Siltronic hat im dritten Quartal einen Umsatzrückgang verzeichnet, bleibt jedoch zuversichtlich hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung. Trotz der Herausforderungen durch signifikante Verschiebungen bei Liefermengen und ungünstige Währungseffekte, die sowohl den Umsatz als auch die Profitabilität belasteten, zeigt sich der Vorstandsvorsitzende Michael Heckmeier optimistisch. Er betont, dass der Druck durch den Lagerabbau der Kunden nachlässt, was auf eine potenzielle Belebung im kommenden Jahr hindeutet.
Im dritten Quartal generierte Siltronic einen Umsatz von knapp über 300 Millionen Euro, was einem Rückgang von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Neben einem Mengenrückgang beim Waferabsatz spürte das Unternehmen die Auswirkungen des schwächeren Euro gegenüber dem US-Dollar, was nach der Umrechnung weniger Einnahmen bedeutete. Das operative Ergebnis (Ebitda) fiel um über ein Viertel auf 65,7 Millionen Euro, was weniger war als von Analysten erwartet.
Netto verzeichnete Siltronic einen Verlust von knapp 44 Millionen Euro, ein Rückgang gegenüber dem Gewinn von fast 19 Millionen Euro im Vorjahr. Höhere Abschreibungen und Anlaufkosten für ein neues Werk in Singapur trugen ebenfalls zu diesem Ergebnis bei. Gleichzeitig begegnet Wacker Chemie als Anteilseigner den Herausforderungen mit Sparmaßnahmen.
Positiv zu vermerken ist, dass der Lagerabbau und die steigende Nachfrage nach Waferfläche, getrieben durch den KI-Boom und eine Erholung der PC-Nachfrage, den Konsum von Wafern weltweit ankurbeln. Analyst Constantin Hesse von Jefferies erwartet daher, dass das dritte Quartal den Tiefpunkt im aktuellen Geschäftszyklus markieren könnte. Obwohl eine umfassende Erholung noch aussteht, wirken sich die abnehmenden Lagerbestände entlang der Wertschöpfungskette voraussichtlich positiv auf die Wafer-Nachfrage aus.
Heckmeier prognostiziert für das Jahr 2025 weiterhin Umsatzergebnisse im mittleren einstelligen Prozentbereich unter dem Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro. Die Erwartungen an das Ebitda liegen zwischen 22 und 24 Prozent, leicht korrigiert von zuvor avisierten 21 bis 25 Prozent. Die Aktien von Siltronic verzeichneten im frühen Handel ein Plus von gut zwei Prozent und notierten bei 60,10 Euro, und setzten damit ihre Erholungsphase fort. Seit Mitte September haben die Papiere eine bemerkenswerte Wertsteigerung von rund 90 Prozent erlebt.
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