LONDON (IT BOLTWISE) – Eine umfassende Studie mit über zwei Millionen Frauen hat den Zusammenhang zwischen der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel und einem erhöhten Brustkrebsrisiko bestätigt. Besonders die Einnahme von Präparaten, die das Hormon Desogestrel enthalten, zeigt ein erhöhtes Risiko. Dennoch betonen Forscher die Vorteile der Verhütungsmittel, die über das Risiko hinausgehen.

Eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift JAMA Oncology veröffentlicht wurde, hat den Zusammenhang zwischen hormonellen Verhütungsmitteln und einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen untersucht. Die Studie, die über zwei Millionen Frauen umfasste, zeigt, dass die Einnahme von Verhütungsmitteln, die das Hormon Desogestrel enthalten, das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, um 21 % erhöht. Im Vergleich dazu liegt das Risiko bei Frauen, die Kombinationspillen einnehmen, bei 12 %.
Die Forscher betonen, dass diese Ergebnisse im Kontext der bekannten Vorteile hormoneller Verhütungsmittel betrachtet werden sollten. Diese umfassen nicht nur die Verhinderung ungewollter Schwangerschaften, die mit einem erhöhten Risiko für Müttersterblichkeit und -morbidität verbunden sind, sondern auch den Schutz vor Eierstock- und Gebärmutterkrebs. Die Studie hebt hervor, dass eine personalisierte Beratung zur Verhütung, die individuelle Risikoprofile und Präferenzen berücksichtigt, von entscheidender Bedeutung ist.
Die Minipille, die nur das Hormon Desogestrel enthält, wirkt, indem sie den Zervixschleim verdickt, den Eisprung verhindert und die Gebärmutterschleimhaut verdünnt, was eine Einnistung eines befruchteten Eis verhindert. Kombinationspillen, die zusätzlich Östrogen enthalten, scheinen das Risiko etwas zu mindern, was darauf hindeutet, dass Östrogen die schädlichen Effekte von Desogestrel abschwächen könnte.
Obwohl die Ergebnisse der Studie statistisch signifikant sind, fordern die Autoren weitere Forschungen, um die langfristigen Auswirkungen der Einnahme hormoneller Verhütungsmittel besser zu verstehen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, die Risiken und Vorteile dieser Medikamente im Rahmen einer umfassenden Gesundheitsberatung zu diskutieren.
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