MONTABAUR / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Telekommunikationsanbieter 1&1, eine Tochter von United Internet, verzeichnete im ersten Quartal eine leichte Umsatzsteigerung, während die Kundenzahlen stagnierten. Trotz eines stabilen operativen Ergebnisses sank der Konzerngewinn erheblich. Der Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes schreitet langsam voran, was bei den Anlegern für gemischte Reaktionen sorgt.

Der Telekommunikationsanbieter 1&1, der zur United Internet Gruppe gehört, hat im ersten Quartal des Jahres eine leichte Umsatzsteigerung verzeichnet. Trotz dieser positiven Entwicklung stagnierte die Zahl der Kundenverträge, was bei den Anlegern für Enttäuschung sorgte. Die Aktie des Unternehmens, das im SDAX gelistet ist, verlor zuletzt über zwei Prozent an Wert. Im bisherigen Jahresverlauf hat die Aktie zehn Prozent eingebüßt, obwohl sie auf Zwölfmonatssicht fast 40 Prozent an Wert gewonnen hat.
Der Umsatz von 1&1 stieg um 1,1 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Der Service-Umsatz, der einen wesentlichen Teil der Einnahmen ausmacht, lag mit rund 900 Millionen Euro jedoch 1,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das operative Ergebnis (Ebitda) blieb stabil, während der Konzerngewinn aufgrund höherer Kosten um 62 Prozent auf 17,8 Millionen Euro schrumpfte. Diese Entwicklungen spiegeln die Herausforderungen wider, denen sich das Unternehmen in einem hart umkämpften Markt gegenübersieht.
Beim Ausbau seines Mobilfunknetzes macht 1&1 langsame Fortschritte. Bis Ende März erreichten die eigenen Antennen 29 Prozent der deutschen Haushalte, was einem Anstieg von zwei Prozentpunkten gegenüber dem Vorquartal entspricht. Bis 2030 ist das Unternehmen verpflichtet, mindestens 50 Prozent der Haushalte zu erreichen. Diese Ausbaupflicht stellt eine erhebliche Herausforderung dar, insbesondere im Vergleich zu den etablierten Netzbetreibern wie der Telekom, Vodafone und O2, die bereits über deutlich mehr Antennenstandorte verfügen.
1&1 hat 2019 erstmals eigene Funkfrequenzen für 1,1 Milliarden Euro ersteigert und plant, bis Ende 2023 seine ersten Mobilfunk-Antennen zu aktivieren. In Gebieten, in denen 1&1 keine eigenen Antennen hat, werden die Kunden über das Netz von Vodafone versorgt, wofür 1&1 Miete zahlt. Derzeit hat das Unternehmen in Deutschland rund 2.000 Antennen aktiviert und plant, diese Zahl jährlich um durchschnittlich 300 neue Standorte zu erhöhen. Im Vergleich dazu betreibt Vodafone rund 28.000, O2 etwa 29.000 und die Telekom mehr als 35.000 Antennen.
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