MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Telekom hat in München ein neues KI-Rechenzentrum eröffnet, das mit innovativen Kühltechniken arbeitet. Die Anlage, die in Zusammenarbeit mit NVIDIA entwickelt wurde, nutzt das kalte Wasser des Eisbachs zur Kühlung von 10.000 Grafikprozessoren. Die entstehende Abwärme wird in das lokale Fernwärmenetz eingespeist, um das umliegende Quartier zu beheizen.

Die Deutsche Telekom hat in München ein hochmodernes KI-Rechenzentrum eröffnet, das in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Chipkonzern NVIDIA entwickelt wurde. Mit einer Investition von rund einer Milliarde Euro setzt die Telekom auf innovative Kühltechniken, um die enorme Hitzeentwicklung der eingesetzten Grafikprozessoren zu bewältigen. Die Anlage nutzt das kalte Wasser des Eisbachs, um die 10.000 NVIDIA-GPUs effizient zu kühlen. Diese umweltfreundliche Methode ermöglicht es, die entstehende Abwärme in das lokale Fernwärmenetz einzuspeisen und das umliegende Tucherpark-Quartier zu beheizen.
Die Standortwahl für das Rechenzentrum fiel auf München aufgrund der hohen Dichte an potenziellen Industriekunden. Unternehmen wie Airbus, BMW und Siemens profitieren von der zentralen Lage, die geringe Datenlaufzeiten ermöglicht. Die Telekom positioniert sich damit als Anbieter von Hochsicherheitsrechenzentren in unmittelbarer Nähe zu Industriebetrieben, was insbesondere für Unternehmen von Interesse ist, die ihre sensiblen Daten nicht in den Clouds amerikanischer Anbieter speichern möchten.
Im Vergleich zu den US-Giganten wie AWS, Azure und Google Cloud erscheint die Telekom zunächst unterlegen, da diese jährlich ein Vielfaches investieren. Dennoch hat die Telekom eine lukrative Nische im Cloud-Geschäft gefunden, indem sie die Datensouveränität als Geschäftsmodell nutzt. Viele deutsche Unternehmen bevorzugen es, ihre Daten in Deutschland zu speichern, um sicherzustellen, dass sie ausschließlich europäischem und deutschem Recht unterliegen.
Die schnelle Realisierung des Projekts wurde durch die Umnutzung eines renovierten Rechenzentrums der ehemaligen Hypovereinsbank ermöglicht. Die Anlage erstreckt sich über sechs unterirdische Stockwerke im Münchner Büroquartier Tucherpark. Die Telekom plant, mit diesem Projekt ihre Position im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu stärken und sich gegen die Konkurrenz aus den USA zu behaupten. Experten sehen in der Kombination aus innovativer Kühltechnik und strategischer Standortwahl einen wichtigen Schritt für die Zukunft der Telekom im Bereich der KI-Entwicklung.
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