MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Deutsche Telekom plant in Zusammenarbeit mit NVIDIA den Bau eines hochmodernen Rechenzentrums in München. Dieses Projekt soll Europas Rückstand im Bereich der Künstlichen Intelligenz aufholen und der Industrie sowie dem Mittelstand Zugang zu leistungsstarker KI-Infrastruktur bieten.

Die Deutsche Telekom hat in Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Chiphersteller NVIDIA ein ehrgeiziges Projekt angekündigt: den Bau eines hochmodernen Rechenzentrums in München, das sich auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisiert. Diese Anlage, die bis 2026 fertiggestellt werden soll, wird über eine Milliarde Euro kosten und mehr als 10.000 Hochleistungs-Chips umfassen. Diese Chips werden die immense Rechenleistung liefern, die moderne KI-Systeme für das Lernen und die Datenverarbeitung benötigen.
Timotheus Höttges, der CEO der Deutschen Telekom, betonte die Bedeutung der KI für die Zukunft der Industrie. Er erklärte, dass Deutschland, das traditionell stark im Maschinenbau und in der Industrie ist, nun vor der Herausforderung steht, sich im Bereich der KI zu behaupten. Die neue Anlage soll nicht nur der Telekom, sondern auch Industrieunternehmen, Autobauern, Mittelständlern und Start-ups Zugang zu leistungsstarker Rechenleistung bieten.
Europa hinkt derzeit im globalen KI-Rennen hinterher, da es an der notwendigen Infrastruktur für das KI-Training fehlt. Mit der neuen „Industrial AI Cloud“ soll sich dies ändern. NVIDIA, das mittlerweile als das wertvollste Unternehmen der Welt gilt, wird die benötigten Chips liefern. Jensen Huang, CEO von NVIDIA, erklärte, dass die weltweit erste Industrial AI Cloud eine neue Ära der industriellen Transformation einleiten wird.
Die Telekom setzt beim Betrieb des Rechenzentrums auf 100 Prozent Ökostrom, was die Nachhaltigkeit des Projekts unterstreicht. In einer zweiten Ausbaustufe ist sogar eine „German AI Gigafactory“ mit bis zu 100.000 Chips geplant. Neben NVIDIA zählt auch der deutsche Software-Riese SAP zu den zentralen Partnern. Gemeinsam entsteht der sogenannte „Deutschland-Stack“, eine Plattform, auf der künftig alle digitalen Lösungen für Verwaltung, Wirtschaft und Sicherheit laufen sollen.
Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben und sieht darin eine Chance, Deutschland zu einem führenden KI-Land zu machen. Digitalminister Karsten Wildberger betonte die Bedeutung starker Partnerschaften zwischen deutschen Unternehmen und internationalen Technologieführern. Auch Forschungsministerin Dorothee Bär sieht in der Initiative eine Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands durch den Einsatz von KI in Industrie und Start-ups spürbar zu erhöhen.
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