ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Forscher der ETH Zürich haben einen winzigen Roboter entwickelt, der durch Blutgefäße navigieren kann, um Medikamente gezielt abzugeben. Diese Technologie könnte das Risiko von Nebenwirkungen bei der Behandlung von Krankheiten wie Schlaganfällen erheblich reduzieren.

Die ETH Zürich hat einen bedeutenden Fortschritt in der Medizintechnik erzielt, indem sie einen Mikroroboter entwickelt hat, der in der Lage ist, durch Blutgefäße zu schwimmen und Medikamente gezielt abzugeben. Diese Innovation könnte die Art und Weise, wie wir Krankheiten wie Schlaganfälle behandeln, revolutionieren, indem sie die Notwendigkeit hoher Medikamentendosen und damit verbundener Nebenwirkungen reduziert.
Der Mikroroboter, der weniger als zwei Millimeter breit ist, wurde erfolgreich an Schweinen und einem Schaf getestet, wie die Forscher in der Fachzeitschrift Science berichteten. Obwohl die Tests am Menschen noch ausstehen, zeigt das Potenzial dieser Technologie, wie sie die medizinische Behandlung verändern könnte.
Die Struktur des Roboters besteht aus einer kugelförmigen Gelkapsel, die mit Medikamenten gefüllt werden kann. Diese Kapsel enthält Eisenoxid-Nanopartikel, die von außen durch magnetische Felder gesteuert werden können. Diese Steuerungsmöglichkeit ermöglicht es, den Roboter präzise durch die komplexen Strukturen der Blutgefäße zu navigieren.
Am Zielort angekommen, wird die Kapsel durch ein hochfrequentes Magnetfeld erhitzt, wodurch die Gelstruktur aufgelöst und das Medikament freigesetzt wird. Diese Methode der gezielten Arzneimittelabgabe könnte insbesondere bei der Behandlung von Schlaganfällen und Tumoren von Vorteil sein, da sie eine präzise Dosierung ermöglicht.
Um die Bewegung des Roboters zu verfolgen, haben die Forscher ihn mit einem Kontrastmittel ausgestattet. Tantalum-Nanopartikel, die häufig in der Medizin verwendet werden, ermöglichen eine genaue Verfolgung, obwohl sie aufgrund ihres Gewichts schwieriger zu steuern sind.
Diese Entwicklung ist Teil eines größeren Trends in der Medizintechnik, der darauf abzielt, die Effizienz und Sicherheit von Behandlungen zu verbessern. Die Fähigkeit, Medikamente gezielt abzugeben, könnte nicht nur die Wirksamkeit erhöhen, sondern auch die Belastung für den Patienten verringern.
Die Forscher der ETH Zürich arbeiten weiterhin an der Optimierung dieser Technologie, um sie für den klinischen Einsatz vorzubereiten. Die Möglichkeit, den Roboter in menschlichen Blutgefäßen zu testen, könnte der nächste Schritt sein, um diese vielversprechende Technologie in die Praxis umzusetzen.
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