WASHINGTON D.C. / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Energieunsicherheit in den USA mit höheren Raten von Depressionen und Angstzuständen verbunden ist. Fast die Hälfte der Erwachsenen berichtete von mindestens einer Form der Energieunsicherheit, was auf einen dringenden Handlungsbedarf in der öffentlichen Gesundheitspolitik hinweist.

In den Vereinigten Staaten kämpfen viele Haushalte zunehmend damit, ihre grundlegenden Energiebedürfnisse zu decken. Eine aktuelle Studie legt nahe, dass diese Herausforderung auch psychische Gesundheitsfolgen haben könnte. Laut der in JAMA Network Open veröffentlichten Forschung berichten amerikanische Erwachsene, die im vergangenen Jahr irgendeine Form von Energieunsicherheit erlebt haben, häufiger von Symptomen von Depressionen und Angstzuständen. Diese Ergebnisse heben Energieunsicherheit als potenziell übersehenen sozialen Faktor hervor, der das psychische Wohlbefinden beeinflussen kann und in den öffentlichen Gesundheitsbemühungen mehr Aufmerksamkeit verdient.
Während Nahrungs- und Wohnungsunsicherheit seit langem als wichtige gesundheitliche Anliegen gelten, hat Energieunsicherheit weniger Beachtung gefunden. Dennoch ist der Zugang zu Energie für das tägliche Leben unerlässlich – von Heizung und Kühlung bis zur Lebensmittelaufbewahrung und der Nutzung medizinischer Geräte. Die Forscher wollten verstehen, ob Haushalte, die Schwierigkeiten haben, Energie zu bezahlen oder sichere Innenraumtemperaturen aufrechtzuerhalten, auch eher emotionale Belastungen erleben.
Die Studie, die auf Antworten von über 1,1 Millionen Erwachsenen basiert, zeigt, dass 43 Prozent der US-Erwachsenen mindestens eine Form von Energieunsicherheit berichteten. Etwa ein Fünftel der Befragten konnte eine Energierechnung nicht bezahlen, und fast ebenso viele hielten ihre Häuser bei unangenehmen oder unsicheren Temperaturen. Ein Drittel berichtete, andere notwendige Ausgaben zu kürzen, um Energiekosten zu decken.
Diese Erfahrungen beschränken sich nicht auf eine enge Bevölkerungsgruppe. Obwohl einkommensschwächere Haushalte eher Energieunsicherheit erleben, ist sie auch in verschiedenen demografischen Gruppen präsent, darunter Mieter, große Familien und Menschen mit Behinderungen. Erwachsene, die Energieunsicherheit erlebten, hatten mehr als doppelt so hohe Chancen, Symptome von Angst oder Depression zu berichten, verglichen mit denen, die dies nicht taten.
Die Forscher fanden heraus, dass jede Komponente der Energieunsicherheit auf unterschiedliche Weise mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen könnte. Zum Beispiel kann die Unfähigkeit, eine Rechnung zu bezahlen, anhaltende finanzielle Sorgen verursachen, während das Leben in unangenehmen Innenräumen täglichen physischen Unbehagen und emotionalen Stress erzeugen kann. Die Wahl zwischen Energie und Grundbedürfnissen wie Nahrung oder Medizin kann das Gefühl der Instabilität verstärken.
Ein bemerkenswertes Ergebnis war der scheinbare Mangel an psychischen Gesundheitsvorteilen, die mit staatlichen Schutzmaßnahmen gegen die Abschaltung von Versorgungsleistungen verbunden sind. Einige Staaten verbieten das Abschalten von Versorgungsleistungen zu bestimmten Zeiten des Jahres, aber diese Richtlinien schienen die Symptome von Depressionen oder Angstzuständen nicht zu verringern. Dies könnte darauf hindeuten, dass politische Schutzmaßnahmen allein nicht ausreichen, um den breiteren Stress im Zusammenhang mit Energieunsicherheit zu lindern.
Die Studie bietet einen nationalen Überblick darüber, wie der Zugang zu Energie mit der psychischen Gesundheit zusammenhängen könnte. Die Ergebnisse legen nahe, dass Energieunsicherheit sowohl häufig als auch potenziell einflussreich ist. Die Autoren argumentieren, dass die Anerkennung von Energieunsicherheit als eigenständiges Problem, anstatt es unter breiteren Armutsmaßnahmen zu subsumieren, sowohl die öffentliche Gesundheit als auch die sozialpolitischen Reaktionen leiten könnte.
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