WOLFSBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Volkswagen hat sich mit der IG Metall auf den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland bis Ende der Dekade geeinigt. Bisher sind über 25.000 Stellenstreichungen vertraglich fixiert, doch die Umsetzung verzögert sich. Der Konzern setzt auf sozialverträgliche Maßnahmen wie Altersteilzeit und Abfindungen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Volkswagen steht vor einer großen Herausforderung: Der Konzern plant, bis Ende der Dekade insgesamt 35.000 Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Restrukturierung, die mit der IG Metall vereinbart wurde. Ziel ist es, die Belegschaft von derzeit rund 130.000 auf unter 100.000 Mitarbeiter zu reduzieren. Trotz der vertraglichen Fixierung von über 25.000 Stellenstreichungen verzögert sich die Umsetzung teilweise.
Bisher haben etwa 11.000 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. Weitere 18.000 Beschäftigte sollen gestaffelt über Vorruhestandsregelungen ausscheiden, wobei viele erst in den kommenden Jahren das Unternehmen verlassen werden. Ein Sprecher des Konzerns bestätigte diese Zahlen und betonte, dass betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen.
Volkswagen setzt auf verschiedene Modelle, um den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten. Altersteilzeit, Abfindungen und reguläre Renteneintritte sind die bevorzugten Mittel. Besonders die Altersteilzeit ist ein kostspieliges Modell, da der Konzern während der Freistellungsphase 78 bis 95 Prozent des letzten Nettogehalts zahlt und sämtliche Arbeitgeberbeiträge zur Altersvorsorge übernimmt.
Interessanterweise spielen freiwillige Aufhebungsverträge bisher eine untergeordnete Rolle. Nur etwa 2.000 solcher Verträge wurden geschlossen, was auf die doppelte Freiwilligkeit zurückzuführen ist: Sowohl der Mitarbeiter als auch der Konzern müssen zustimmen. Im kommenden Jahr soll das Angebot auch für Produktionsmitarbeiter geöffnet werden, frühestens ab Sommer 2026.
Die Restrukturierung kostet Volkswagen Milliarden. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden fast eine Milliarde Euro ausgegeben. Der Konzern sieht sich zudem mit weiteren finanziellen Herausforderungen konfrontiert, darunter der Verlust von Marktanteilen in China und die Auswirkungen der US-Zollpolitik. Auch hohe CO₂-Strafzahlungen könnten drohen, während gleichzeitig die Investitionen in Batterien, Software und neue Modelle steigen.
Aufgrund dieser Belastungen wurde die Entscheidung über die neue Fünfjahres-Investitionsplanung verschoben. Ursprünglich waren Investitionen von 165 Milliarden Euro vorgesehen, doch angesichts der angespannten Finanzlage könnte das neue Programm deutlich kleiner ausfallen.
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