MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Ein junger Student aus München hat ein Startup gegründet, um das wachsende Problem des Weltraummülls zu lösen. Mit Unterstützung der bayerischen Regierung plant er, Satelliten mit hochsensiblen Radarsystemen zu starten, um Trümmer im Orbit zu überwachen und zu beseitigen.

Der 22-jährige Leonidas Askianakis, ein Student der Technischen Universität München, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Problem des Weltraummülls zu lösen. Trotz seines vollen Terminkalenders, der von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr abends mit Meetings gefüllt ist, lässt ihn das Thema nicht los. Er ist überzeugt, dass die Beseitigung von Weltraummüll nicht nur eine Notwendigkeit, sondern auch seine Berufung ist.
Der Weltraum ist mittlerweile mit Tausenden Tonnen von Trümmern übersät, darunter ausgediente Satelliten und Raketenteile. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) schätzt, dass mehr als 1,2 Millionen Objekte größer als ein Zentimeter die Erde umkreisen. Diese Trümmer stellen eine erhebliche Gefahr für aktive Satelliten dar, da bereits ein ein Zentimeter großes Fragment ausreicht, um einen Satelliten zu zerstören.
Askianakis’ Startup, Project-S, plant, Satelliten mit hochsensiblen Radarsystemen und proprietären Algorithmen auszustatten, um Trümmer zwischen einem und zehn Zentimetern zu erkennen. Diese Technologie soll eine kontinuierliche Überwachung des Orbits ermöglichen. Später sollen Roboter-Sonden größere Trümmerteile entfernen.
Die bayerische Regierung unterstützt das Vorhaben mit einer Förderung von einer Million Euro, ohne dafür Unternehmensanteile zu verlangen. Dies gibt dem Projekt die nötige Unabhängigkeit, um in Bayern zu bleiben, wo ideale Bedingungen für die Entwicklung bestehen. Project-S plant, seine erste Weltraummission im Jahr 2026 zu starten.
Bayern hat sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Zentrum für Raumfahrttechnologie entwickelt. Mit Investitionen von über 245 Millionen Euro in verschiedene Raumfahrtprojekte will der Freistaat seine Position als Rückgrat der europäischen Raumfahrt weiter ausbauen. Die Region bietet über 10.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze und hat seit 2015 fast 40 % der deutschen ESA-Fördermittel erhalten.
Askianakis ist entschlossen, den Weg ins All freizuhalten, während Bayern weiterhin in die Raumfahrt investiert. Die Beseitigung von Weltraummüll ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine wirtschaftliche Chance, die Bayern als Raumfahrtstandort weiter stärken könnte.
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