PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Der französische Hersteller Lynx hat überraschend angekündigt, dass sein kommendes Mixed-Reality-Headset nicht auf Googles Android-XR-Plattform basieren wird. Stattdessen entwickelt Lynx ein eigenes, quelloffenes Betriebssystem, das ein besonders weites Sichtfeld bieten soll. Diese Entscheidung markiert einen bedeutenden Strategiewechsel und könnte die Marktposition von Lynx erheblich beeinflussen.

Der französische Hersteller Lynx hat kürzlich bekannt gegeben, dass sein nächstes Mixed-Reality-Headset nicht wie ursprünglich geplant auf Googles Android-XR-Plattform basieren wird. Stattdessen wird Lynx ein eigenes, quelloffenes Betriebssystem namens Lynx OS verwenden. Diese Entscheidung kam für viele überraschend, da Lynx ursprünglich Teil von Googles Android-XR-Initiative war, die Ende 2024 vorgestellt wurde.
Das neue Betriebssystem von Lynx soll auf einer Open-Source-Variante von Android basieren und OpenXR-Unterstützung bieten. Der Quellcode wird veröffentlicht, um sowohl Unternehmen als auch Hobbyentwicklern einen offenen Zugang zu ermöglichen. Diese Offenheit könnte Lynx helfen, eine breitere Entwicklergemeinschaft anzusprechen und innovative Anwendungen für das Headset zu fördern.
Das kommende Headset von Lynx wird auf der Fachkonferenz SPIE im Januar 2026 vollständig enthüllt. Es handelt sich um ein Midrange-Headset, das preislich zwischen der Meta Quest 3 und Samsungs Galaxy XR liegen soll. Eine der größten Neuerungen ist das besonders weite Sichtfeld, das durch den Einsatz von asphärischen Pancake-Linsen ermöglicht wird. Diese Linsen wurden in Zusammenarbeit mit dem israelischen Unternehmen Hypervision entwickelt.
Die Entscheidung, auf ein eigenes Betriebssystem zu setzen, könnte Lynx helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben. Während Google weiterhin mit Sony und Xreal kooperiert, könnte Lynx mit seinem offenen Ansatz neue Marktsegmente erschließen. Die Strategieänderung könnte auch auf die Erfahrungen mit dem Lynx-R1 zurückzuführen sein, dessen Markteinführung durch Verzögerungen und technische Probleme beeinträchtigt wurde.
In der Vergangenheit hatte Lynx versucht, ein günstiges Mixed-Reality-Headset für rund 500 US-Dollar auf den Markt zu bringen. Doch Verzögerungen und ein Strategiewechsel führten dazu, dass der Preis auf zuletzt 1.300 US-Dollar stieg und der Fokus auf Geschäftskunden verschoben wurde. Mit dem neuen Headset könnte Lynx nun versuchen, sowohl den Consumer- als auch den Business-Markt anzusprechen.
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