TOKIO / LONDON (IT BOLTWISE) – Japanische Wissenschaftler haben die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit von Moos im Weltraum untersucht. Über 80 Prozent der Moossporen überlebten eine neunmonatige Reise außerhalb der Internationalen Raumstation und kehrten erfolgreich zur Erde zurück. Diese Entdeckung könnte bedeutende Auswirkungen auf die Entwicklung zukünftiger Ökosysteme auf dem Mond oder Mars haben.

Die Entdeckung, dass Moos den extremen Bedingungen des Weltraums standhalten kann, könnte weitreichende Auswirkungen auf die Entwicklung zukünftiger Ökosysteme jenseits der Erde haben. Japanische Wissenschaftler haben kürzlich herausgefunden, dass über 80 Prozent der Moossporen, die mehrere Monate an der Außenseite der Internationalen Raumstation (ISS) verbracht haben, die Reise überlebten und erfolgreich keimten. Diese Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift iScience veröffentlicht.
Die Forscher untersuchten die Widerstandsfähigkeit von Moos, insbesondere der Art Physcomitrium patens, unter den harschen Bedingungen des Weltraums, die Strahlung, extreme Temperaturen und Mikrogravitation umfassen. Die Moossporen waren in einem schwammartigen Material namens Sporangium eingeschlossen, das sie vor den extremen Bedingungen schützte. Diese Erkenntnisse könnten entscheidend für die Entwicklung von Lebenserhaltungssystemen und die Begrünung anderer Planeten sein.
Moos, auch als Bryophyten bekannt, ist bekannt für seine Fähigkeit, in extremen Umgebungen wie der Arktis und Wüsten zu überleben. Frühere Studien haben gezeigt, dass Moos sogar Simulationen der Marsoberfläche überstehen kann. Die aktuelle Forschung geht jedoch einen Schritt weiter, indem sie die tatsächlichen Bedingungen des Weltraums nutzt, um die Belastbarkeit dieser Pflanzenart zu testen.
Nach der Rückkehr der Moossporen zur Erde im Januar 2023 wurden sie in einer Agar-Lösung kultiviert, wobei mehr als 80 Prozent der Sporen erfolgreich keimten. Die Forscher stellten fest, dass die ultraviolette Strahlung den größten Einfluss auf die Sporen hatte, was zu einer geringeren Chlorophyllproduktion führte. Andere Faktoren wie Schwerkraft, extreme Temperaturen und das Vakuum des Weltraums hatten jedoch keinen signifikanten Einfluss.
Diese Forschungsergebnisse unterstreichen die außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit von P. patens und eröffnen neue Möglichkeiten für die Nutzung von Bryophyten in der Raumfahrt. Sie könnten nicht nur zur Begrünung von Planeten beitragen, sondern auch in Lebenserhaltungssystemen eingesetzt werden, um die Herausforderungen der Erhaltung von Ökosystemen in extremen Umgebungen zu bewältigen.
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