HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Finanzämter in Hamburg sind derzeit mit der Untersuchung von Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften beschäftigt, die einen Schaden von rund 1,1 Milliarden Euro verursachten. Diese komplexen Steuerbetrugsfälle haben in der Vergangenheit zu erheblichen finanziellen Verlusten für den Staat geführt. Trotz bereits zurückgeforderter Summen bleibt unklar, wie hoch die endgültigen Rückforderungen ausfallen werden.

Die Finanzämter in Hamburg stehen vor der Herausforderung, komplexe Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte zu untersuchen, die einen erheblichen finanziellen Schaden verursacht haben. Diese Geschäfte, die in der Vergangenheit zu einem Steuerschaden von rund 1,1 Milliarden Euro führten, sind ein Paradebeispiel für die Herausforderungen, denen sich die Steuerbehörden gegenübersehen. Derzeit werden sechs Cum-Ex-Fälle mit einer Erstattungssumme von 483 Millionen Euro und neun Cum-Cum-Fälle mit einer Erstattungssumme von 641 Millionen Euro geprüft.
Seit 2015 wurden bereits 122,3 Millionen Euro rechtskräftig zurückgefordert, doch die endgültige Höhe der Rückforderungen bleibt unklar. Cum-Cum-Geschäfte, bei denen Kapitalertragsteuern umgangen werden, sind besonders problematisch. Trotz der bisherigen Erfolge bei der Rückforderung von Zinsen in Höhe von 18,8 Millionen Euro wurden noch keine Bußgelder verhängt. Die Zuständigkeit für die Strafverfolgung liegt bei der Staatsanwaltschaft Köln, da das Bundeszentralamt für Steuern in der Nähe von Bonn ansässig ist.
David Stoop, der haushaltspolitische Sprecher der Linksfraktion, kritisiert die bisherige Zurückhaltung Hamburgs bei der Verhängung von Bußgeldern. Er betont, dass Steuerbetrüger, die den Staat um Milliarden betrügen, nach Recht und Gesetz bestraft werden müssen. Cum-Ex-Geschäfte, bei denen Banken und Investoren Steuern erstattet bekommen, die sie nie gezahlt haben, und Cum-Cum-Geschäfte, bei denen Kapitalertragsteuern vermieden werden, sind Beispiele für systematischen Steuerbetrug.
Die Schätzungen über den Gesamtschaden durch Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte belaufen sich auf rund 40 Milliarden Euro. Anne Brorhilker, eine ehemalige Oberstaatsanwältin und Expertin auf diesem Gebiet, erklärt, dass Täter oft beide Arten von Geschäften kombinieren, um den maximalen finanziellen Vorteil zu erzielen. Die Aufdeckung und Verfolgung dieser Fälle ist entscheidend, um das Vertrauen in das Steuersystem wiederherzustellen und zukünftige Betrugsfälle zu verhindern.
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