WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Zahl der Satelliten im Erdorbit könnte bis 2040 auf über 500.000 ansteigen. Diese Entwicklung stellt eine erhebliche Bedrohung für die Astronomie dar, da die Satelliten die Beobachtungen von Weltraumteleskopen wie Hubble beeinträchtigen könnten.

Die zunehmende Anzahl von Satelliten im Erdorbit stellt eine ernsthafte Herausforderung für die Astronomie dar. Während bisher vor allem erdgebundene Observatorien von den künstlichen Himmelskörpern beeinträchtigt wurden, zeigt eine neue Studie, dass auch Weltraumteleskope wie Hubble betroffen sein könnten. Die Untersuchung, die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde, prognostiziert, dass bis 2040 etwa 560.000 Satelliten die Erde umkreisen werden. Diese Zahl basiert auf den geplanten Starts von Unternehmen wie SpaceX und Amazon.
Die Forscher führten Computersimulationen durch, um die Auswirkungen der Satelliten auf vier Weltraumteleskope zu analysieren: das Hubble-Weltraumteleskop, SPHEREx, das 2026 startende chinesische Xuntian-Weltraumteleskop und das für 2030 geplante europäische ARRAKIHS. Die Ergebnisse sind alarmierend: Mehr als 96 Prozent der Bilder von SPHEREx, ARRAKIHS und Xuntian würden mindestens eine Satellitenspur enthalten. Hubble, mit seinem schmaleren Sichtfeld, wäre etwas weniger betroffen, aber dennoch würden 40 Prozent seiner Aufnahmen durch Satelliten gestört.
Die möglichen Konsequenzen dieser Entwicklung sind beunruhigend. Patrick Seitzer, ein Astronom der University of Michigan, der nicht an der Studie beteiligt war, bezeichnet die Ergebnisse als “wirklich erschreckend”. Die Studie sei von großer Bedeutung für die Zukunft der weltraumbasierten Astronomie. Die Forscher schlagen vor, die Umlaufbahnen der Satellitenflotten zu begrenzen, ein Archiv für aktive und defekte Raumfahrzeuge zu führen und präzisere Daten zu den Orbitalbahnen zu generieren.
Dennoch gibt es auch skeptische Stimmen. Meredith Rawls von der University of Washington hält es für unrealistisch, die Umlaufbahnen der Satelliten mit der erforderlichen Präzision zu bestimmen, um Kollisionen mit Teleskopen zu vermeiden. Mark McCaughrean vom Max-Planck-Institut für Astronomie kritisiert, dass zu wenige Menschen die Konsequenzen der Übernutzung des Weltraums ernst nehmen. Die Diskussion um die Koexistenz von Satelliten und Weltraumteleskopen wird weiter an Bedeutung gewinnen, während die Zahl der Satelliten im Orbit weiter steigt.
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