WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Die jüngsten Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden gegen Ransomware-Gruppen wie ALPHV/BlackCat und LockBit zeigen Wirkung. Laut einem Bericht des US-Finanzministeriums sind die Zahlungen im Jahr 2024 deutlich gesunken, obwohl sie immer noch auf einem hohen Niveau bleiben.

In den letzten Jahren hat sich die Bedrohung durch Ransomware-Angriffe auf Unternehmen weltweit intensiviert. Ein aktueller Bericht des US-Finanzministeriums, genauer gesagt des Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN), zeigt, dass US-Unternehmen zwischen 2022 und 2024 über 2 Milliarden US-Dollar an Ransomware-Zahlungen geleistet haben. Diese Summe entspricht fast den gesamten Lösegeldzahlungen der vorherigen neun Jahre.
Der Bericht basiert auf den Meldungen des Bank Secrecy Act (BSA) und zeigt, dass FinCEN in diesem Zeitraum 7.395 Berichte zu 4.194 Ransomware-Vorfällen erhalten hat. Diese Vorfälle führten zu Zahlungen in Höhe von über 2,1 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich dazu wurden zwischen 2013 und 2021 etwa 3.075 Berichte mit Zahlungen von rund 2,4 Milliarden US-Dollar registriert.
Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Zahlungen im Jahr 2024 war das Eingreifen der Strafverfolgungsbehörden gegen die Ransomware-Gruppen ALPHV/BlackCat und LockBit. Trotz dieser Maßnahmen verzeichnete LockBit im Jahr 2024 ein Comeback mit 21 neuen Opfern allein in einem Monat. Die häufigsten Ransomware-Varianten in diesem Zeitraum waren Akira, ALPHV/BlackCat, LockBit, Phobos und Black Basta.
Die am stärksten betroffenen Branchen waren der Finanzdienstleistungssektor, die Fertigungsindustrie und das Gesundheitswesen. Diese Sektoren verzeichneten sowohl die meisten Vorfälle als auch die höchsten Lösegeldzahlungen. Besonders bemerkenswert ist, dass Bitcoin mit 97 Prozent die bevorzugte Zahlungsmethode der Ransomware-Gruppen war, gefolgt von Monero mit zwei Prozent.
FinCEN hebt hervor, dass die Daten aufgrund der Natur der BSA-Meldungen unvollständig sind. Dennoch bieten sie einen wertvollen Einblick in die Bedrohungslage und die Reaktionen der betroffenen Unternehmen. Die Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden haben zwar zu einem Rückgang der Zahlungen geführt, doch die Bedrohung durch Ransomware bleibt bestehen, und neue Gruppen wie Qilin könnten in Zukunft eine größere Rolle spielen.
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