BERENIKE / LONDON (IT BOLTWISE) – In einem antiken Hafen am Roten Meer hielten römische Offiziere vor fast zwei Jahrtausenden ungewöhnliche Haustiere: Affen. Diese Tiere wurden nicht nur als Begleiter geschätzt, sondern auch mit aufwendigen Grabbeigaben bestattet. Neue archäologische Funde in Berenike, Ägypten, werfen ein Licht auf die Beziehungen zwischen Menschen und Primaten in der Antike.

In der antiken Hafenstadt Berenike, die heute in Ägypten liegt, haben Archäologen eine bemerkenswerte Entdeckung gemacht: Ein Tierfriedhof, der die Überreste von etwa drei Dutzend indischen Makaken beherbergt. Diese Affen, die vor fast zwei Jahrtausenden von römischen Offizieren als Haustiere gehalten wurden, wurden mit einer Vielzahl von Grabbeigaben bestattet, die auf ihre Bedeutung für ihre Besitzer hinweisen.
Die Funde in Berenike, die auf das erste und zweite Jahrhundert n. Chr. datiert werden, zeigen, dass die römischen Offiziere nicht nur Krieger, sondern auch Tierliebhaber waren. Die Makaken wurden mit Halsbändern, glänzenden Muscheln und sogar mit eigenen kleinen Haustieren begraben. Diese Entdeckungen, die im Journal of Roman Archaeology veröffentlicht wurden, bieten wertvolle Einblicke in die Praxis, Primaten als Haustiere in der Antike zu halten.
Interessanterweise wurden die Affen in Berenike nicht nur als exotische Begleiter geschätzt, sondern auch als fast menschliche Gefährten betrachtet. Dies zeigt sich in der aufwendigen Bestattungspraxis, die sich deutlich von der für Hunde und Katzen unterscheidet, die ebenfalls auf dem Friedhof gefunden wurden. Während nur etwa drei Prozent der Gräber von Hunden und Katzen Grabbeigaben enthielten, waren es bei den Affen etwa 40 Prozent.
Die Entdeckung dieser Affen in Berenike ist besonders bemerkenswert, da sie die erste dokumentierte Bewegung von nicht-menschlichen Primaten über große Entfernungen hinweg darstellt. Dies unterstreicht die intensiven Handelsbeziehungen zwischen dem Römischen Reich und Indien während der frühen Kaiserzeit. Trotz der aufwendigen Bestattungen hatten die Affen jedoch ein hartes Leben, da sie unter Mangelernährung litten, was auf die isolierte Lage von Berenike und die Schwierigkeiten bei der Beschaffung frischer Nahrung zurückzuführen ist.
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