ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Schweizer Pharmariesen Novartis und Roche stehen in intensiven Verhandlungen mit der US-Regierung, um die Preise für bestimmte Medikamente zu senken. Im Gegenzug könnten die Unternehmen Erleichterungen bei drohenden Zöllen erhalten. Diese Gespräche sind Teil einer breiteren Strategie, die auch andere Pharmakonzerne einbeziehen könnte.

Die Verhandlungen zwischen den Schweizer Pharmaunternehmen Novartis und Roche mit der US-Regierung sind ein bedeutender Schritt in den Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA. Ziel dieser Gespräche ist es, die Preise für bestimmte Medikamente zu senken, während im Gegenzug Erleichterungen bei drohenden Zöllen gewährt werden könnten. Diese Initiative ist Teil einer umfassenderen Strategie, die auch andere Pharmakonzerne einbeziehen könnte, um die hohen Arzneimittelpreise in den USA zu adressieren.
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund einer Entspannung der Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA statt. Bereits im November hatte die Schweiz mit den USA eine vorläufige Einigung erzielt, die Zölle auf zahlreiche Schweizer Produkte von 39 Prozent auf 15 Prozent zu senken. Obwohl Arzneimittel von diesen Zöllen ausgenommen waren, hatte US-Präsident Donald Trump wiederholt mit zukünftigen Abgaben gedroht, was den Druck auf die Pharmakonzerne erhöhte.
Novartis und Roche sind nicht die einzigen Unternehmen, die von der US-Regierung zur Preissenkung aufgefordert wurden. Im Sommer hatte Präsident Trump Briefe an 17 Pharmakonzerne geschickt, in denen er Preissenkungen für ein staatliches US-Versicherungsprogramm forderte. Zudem sollten die Unternehmen ihre Medikamente über eine direkt an Patienten gerichtete Plattform anbieten und künftige Preise an internationale Niveaus angleichen. Im Gegenzug stellte die Regierung eine mehrjährige Schonfrist bei Zöllen und regulatorischen Maßnahmen in Aussicht.
Die hohen Arzneimittelpreise in den USA sind seit langem ein politischer Streitpunkt. Beide Schweizer Konzerne haben deswegen zuletzt milliardenschwere Investitionen in den USA angekündigt. Novartis hat die Gespräche mit der US-Regierung bestätigt und erklärt, man sei bestrebt, Lösungen zu finden, die die Kosten für US-Patienten senken. Auch Genentech, die US-Tochter von Roche, hat ihre Kooperationsbereitschaft signalisiert. Das Weiße Haus hat jedoch betont, dass es sich vor einer offiziellen Erklärung um Spekulationen handelt.
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