STOCKHOLM / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie zeigt, dass Künstliche Intelligenz, wenn sie sich selbst überlassen wird, oft in wiederkehrenden Mustern endet. Trotz der Vielfalt an Startpunkten landen KI-Systeme häufig bei denselben Motiven, was Fragen zur Kreativität von KI aufwirft.

Die Vorstellung, dass Künstliche Intelligenz (KI) kreativ sein könnte, ist weit verbreitet. Sie erzeugt Bilder, schreibt Gedichte und entwirft Fantasiewelten, die den Anschein erwecken, als entstünde etwas wirklich Neues. Doch eine aktuelle Studie von Forschern aus Schweden und den USA stellt diese Annahme infrage, insbesondere wenn KI-Systeme ohne menschliche Anleitung arbeiten.
Das Experiment der Forscher zeigt, dass Sprachmodelle und Bildgeneratoren, die sich gegenseitig beeinflussen, nicht zu einer größeren Vielfalt führen. Stattdessen stabilisieren sich die Ergebnisse nach mehreren Iterationen auf wenige, immer wiederkehrende Motive. Aus hundert unterschiedlichen Starttexten entwickelten sich letztlich nur zwölf thematische Bildwelten, darunter gotische Kathedralen und Leuchttürme.
Die Forscher bezeichnen das Ergebnis als ‘visuelle Fahrstuhlmusik’: gefällige, aber austauschbare Bilder. Die KI-Systeme bevorzugen Motive, die sie aus ihren Trainingsdaten kennen, die oft touristische oder kommerziell erfolgreiche Bilder enthalten. Diese Vorlieben verstärken sich in der selbstreferenziellen Schleife immer weiter.
Im Vergleich zur menschlichen Kultur fehlt den autonomen KI-Systemen die korrigierende Instanz. Menschen reagieren aufeinander, widersprechen und brechen bewusst mit Erwartungen. Ohne menschliches Gegenüber optimieren KI-Systeme nicht auf Originalität, sondern auf Wahrscheinlichkeit. Studienautor Arend Hintze betont, dass KI in Zukunft kreative Ergebnisse liefern könnte, wenn sie richtig angeleitet wird.
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