BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eon-Chef Leonhard Birnbaum hat sich für ein Ende der staatlichen Förderung von Solaranlagen in Deutschland ausgesprochen. Er argumentiert, dass Dachflächen-Photovoltaik-Anlagen sich mittlerweile auch ohne Subventionen am Markt behaupten können. Birnbaum sieht in der Energiewende zunehmend eine soziale Frage, bei der Mieter oft die Verlierer sind, da sie die vollen Netzkosten tragen müssen.

In einem kürzlichen Interview mit der “Rheinischen Post” äußerte sich Eon-Chef Leonhard Birnbaum kritisch zur aktuellen Förderpolitik für Solaranlagen in Deutschland. Er forderte ein Ende der staatlichen Subventionen für Dachflächen-Photovoltaik-Anlagen, da diese sich seiner Meinung nach mittlerweile auch ohne finanzielle Unterstützung am Markt behaupten können. Birnbaum sieht dies als einen bedeutenden Erfolg der Energiewende, der jedoch nicht ohne soziale Herausforderungen bleibt.
Birnbaum betonte, dass die Energiewende zunehmend auch eine soziale Dimension annehme. Während Hausbesitzer, die in Solardächer investieren können, oft als Gewinner der Energiewende gelten, stehen Mieter häufig auf der Verliererseite. Sie profitieren kaum vom Solarboom und müssen dennoch die vollen Netzkosten tragen. Diese Ungleichheit sieht Birnbaum als ein zentrales Problem, das es zu lösen gilt.
Der Eon-Chef kritisierte zudem, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien lange Zeit nicht ausreichend an den tatsächlichen Bedarf und die vorhandene Infrastruktur angepasst war. Zu viele Subventionen hätten den Markt verzerrt, was nun korrigiert werden müsse. Er begrüßte die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums, die Förderpolitik zu überdenken und effizienter zu gestalten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche von der CDU plant, die staatliche Förderung für neue, kleine Solaranlagen einzustellen, da diese sich für Verbraucher auch ohne Unterstützung rechnen. Allerdings ist diese Entscheidung innerhalb der Koalition noch nicht endgültig beschlossen. Derzeit erhalten Betreiber von Solaranlagen, die ihren Strom ins Netz einspeisen, 20 Jahre lang einen festen Betrag pro Kilowattstunde.
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