LEIPZIG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Erforschung von Mineralstaub in der Atmosphäre gewinnt an Bedeutung, da diese Partikel weitreichende Auswirkungen auf Klima und Gesundheit haben. Eine neue Forschungsgruppe in Leipzig setzt auf innovative Lidartechnologie, um die komplexen Eigenschaften dieser Partikel besser zu verstehen und deren globale Verteilung zu analysieren.

Mineralstaub aus den großen Wüsten der Erde, wie der Sahara, wird jährlich in riesigen Mengen aufgewirbelt und über weite Strecken transportiert. Diese Staubpartikel beeinflussen nicht nur das Klima und die Wolkenbildung, sondern auch die Gesundheit der Menschen, selbst in weit entfernten Regionen. Um die Verteilung und die Auswirkungen von Mineralstaub besser zu verstehen, setzen Forschende auf die Lidartechnologie, die eine präzise Fernerkundung der Partikel in der Atmosphäre ermöglicht.
Das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig ist führend in der Anwendung dieser Technologie. Lidarsysteme senden Laserimpulse aus und messen das zurückgestreute Licht, um die Entfernung und Konzentration der Staubpartikel zu bestimmen. Diese Methode wird nicht nur in Leipzig, sondern auch an Staubquellen in Tadschikistan, Israel, Zypern und den Kapverdischen Inseln eingesetzt. Zudem wird die europäische Weltraumorganisation ESA mit der EarthCARE-Satellitenmission ab 2024 globale Beobachtungen ermöglichen.
Eine der Herausforderungen bei der Fernerkundung von Mineralstaub ist die unregelmäßige Form der Partikel, die die Messergebnisse beeinflusst. Um diese besser zu verstehen, wird in Leipzig das “Optische Labor für Lidaranwendungen” (OLALA) eingerichtet. Dr. Moritz Haarig und sein Team werden hier Staubproben aus verschiedenen Wüsten analysieren, um die optischen Eigenschaften der Partikel zu erforschen. Diese Erkenntnisse sollen helfen, die Modelle zur Fernerkundung zu verbessern und die globale Verteilung von Staubpartikeln präziser zu bestimmen.
Die Forschung in Leipzig wird durch die Zusammenarbeit mit internationalen Experten, darunter die TU Darmstadt und Universitäten in Frankreich und den USA, unterstützt. Die Ergebnisse sollen nicht nur das Verständnis der Staubverteilung verbessern, sondern auch die Grundlage für zukünftige Beobachtungen aus dem Weltraum legen. Die Leibniz-Gemeinschaft fördert dieses Projekt im Rahmen des Leibniz-Wettbewerbs mit knapp einer Million Euro über fünf Jahre, was die Bedeutung und das Potenzial dieser Forschung unterstreicht.
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