ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der ETH Zürich zeigt, dass die Erde als Modell für die Suche nach Leben auf Exoplaneten dienen kann. Die geplante LIFE-Mission soll mit einem Verbund von Satelliten die Atmosphäre erdähnlicher Planeten analysieren und Hinweise auf Leben finden. Die Ergebnisse sind vielversprechend und könnten die Zukunft der Exoplanetenforschung maßgeblich beeinflussen.

Die Erde, unser blauer Planet, ist nicht nur unser Zuhause, sondern auch ein idealer Kandidat, um die Möglichkeiten der Exoplanetenforschung zu erweitern. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Teilchenphysik und Astrophysik der ETH Zürich hat gezeigt, dass die Erde als Modell für die Suche nach Leben auf anderen Planeten dienen kann. Diese Forschung ist Teil der geplanten Weltraummission LIFE (Large Interferometer for Exoplanets), die unter der Leitung der ETH Zürich steht.
Die LIFE-Mission zielt darauf ab, mit einem Verbund von fünf Satelliten Spuren von Leben auf Exoplaneten nachzuweisen. Diese Satelliten sollen im Weltraum positioniert werden, wo auch das James-Webb-Teleskop stationiert ist. Gemeinsam bilden sie ein großes Teleskop, das als Interferometer die Wärmestrahlung von Exoplaneten im Infrarotbereich auffängt. Aus dem Spektrum des Lichts können die Forschenden ableiten, wie die Atmosphären der Exoplaneten zusammengesetzt sind und ob sie lebensfreundliche Bedingungen bieten.
In der Studie wurde die Erde als Exoplanet betrachtet, um zu testen, wie gut die LIFE-Mission in der Lage wäre, einen Exoplaneten hinsichtlich seiner Bewohnbarkeit zu charakterisieren. Dabei nutzten die Forschenden reale Daten eines Erdatmosphärenmessgeräts des NASA-Forschungssatelliten Aqua. Diese Daten wurden verwendet, um Emissionsspektren der Erde im mittleren Infrarotbereich zu erzeugen, wie sie bei zukünftigen Beobachtungen von Exoplaneten erfasst werden könnten.
Die Ergebnisse der Studie sind ermutigend: Wenn ein Weltraumteleskop wie LIFE die Erde aus rund 30 Lichtjahren Entfernung beobachten würde, könnte es Hinweise auf eine gemäßigte, bewohnbare Welt finden. Die Infrarotspektren der Erdatmosphäre zeigten Konzentrationen von Kohlendioxid, Wasser, Ozon und Methan, die auf das Vorkommen von Leben hinweisen könnten. Besonders der Nachweis von Ozon und Methan ist wichtig, da diese Gase von der Biosphäre der Erde produziert werden.
Die Untersuchung zeigt, dass die LIFE-Mission das Potenzial hat, nahegelegene erdähnliche Exoplaneten auf ihre Bewohnbarkeit hin zu untersuchen. Auch wenn die atmosphärische Saisonalität schwer zu beobachten ist, bietet die Mission eine vielversprechende Möglichkeit, die Frage nach Leben im Universum zu beantworten. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal veröffentlicht und könnten die Zukunft der Exoplanetenforschung maßgeblich beeinflussen.
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