ORLANDO / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Studie der University of Central Florida zeigt, dass Männer, die Sex zur Bewältigung negativer Emotionen oder zur Bestätigung ihres Selbstwerts nutzen, eher zu sexueller Aggression neigen. Diese Erkenntnisse könnten wichtige Hinweise für Präventionsmaßnahmen gegen sexuelle Gewalt liefern.

Eine aktuelle Studie der University of Central Florida hat aufgedeckt, dass Männer, die Sex als Mittel zur Stressbewältigung oder zur Bestätigung ihres Selbstwerts nutzen, ein höheres Risiko für sexuelle Aggression aufweisen. Diese Forschungsergebnisse könnten entscheidend für die Entwicklung neuer Präventionsstrategien gegen sexuelle Gewalt sein, indem sie aufzeigen, welche psychologischen Motive zu solchen Verhaltensweisen führen können.
Sexuelle Gewalt stellt in den USA nach wie vor eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit dar. Obwohl Täter jeglichen Geschlechts sein können, sind es überwiegend Männer, die solche Taten, insbesondere gegen Frauen, begehen. Wissenschaftler versuchen daher, die psychologischen Faktoren zu verstehen, die manche Männer zu Zwang oder Gewaltanwendung treiben.
Ein prominentes Modell zur Erklärung dieses Verhaltens ist das Konfluenzmodell, das eine Kombination aus feindlichen Einstellungen gegenüber Frauen und einer Vorliebe für unpersönlichen Sex als Ursache für Aggressionen sieht. Unpersönlicher Sex beschreibt eine nicht-commitment-orientierte Herangehensweise, bei der Sex von emotionaler Intimität getrennt wird.
Die Forscher der aktuellen Studie untersuchten spezifische psychologische Motive, die mit sexueller Aggression in Verbindung stehen könnten. Sie fanden heraus, dass Männer, die Sex zur Bewältigung negativer Emotionen oder zur Selbstbestätigung nutzen, eher zu aggressivem Verhalten neigen. Diese Motive sind selbstfokussiert und vermeidend, was bedeutet, dass diese Männer Sex nutzen, um negative innere Zustände zu lindern.
Die Studie umfasste 733 junge Männer im Alter von 18 bis 35 Jahren, die über eine Online-Plattform rekrutiert wurden. Die Teilnehmer mussten in den letzten zwölf Monaten sexuell aktiv gewesen sein und im letzten Monat Alkohol konsumiert haben. Die Forscher verwendeten ein Längsschnittdesign, um die Teilnehmer über einen Zeitraum von vier Wochen zu beobachten.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Präventionsprogramme gegen sexuelle Gewalt von einer Integration von Trainings zur emotionalen Regulierung profitieren könnten. Der Fokus auf die Motive für Sex, insbesondere auf solche, die der Stressbewältigung oder Selbstbestätigung dienen, könnte helfen, potenzielle Täter frühzeitig zu identifizieren und alternative Bewältigungsstrategien zu fördern.
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