LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Welle von Cyberangriffen bedroht Plattformen wie Instagram, indem alte Datenlecks reaktiviert werden. Millionen von Nutzern sind von automatisierten Passwort-Reset-Attacken betroffen, die Verwirrung stiften und Sicherheitslücken ausnutzen. Experten warnen vor den Gefahren dieser sogenannten ‘Zombie-Daten’.

In einer alarmierenden Entwicklung nutzen Cyberkriminelle alte, bereits bekannte Datensätze, um massenhaft Passwort-Zurücksetzungen bei Plattformen wie Instagram auszulösen. Diese Angriffe, die in der ersten Januarwoche 2026 ihren Höhepunkt erreichten, basieren auf Datenlecks aus den Jahren 2024 und 2025. Besonders betroffen sind Nutzer von Instagram, die von einer Flut an Passwort-Reset-E-Mails überrollt werden.
Der Ursprung dieser Angriffe liegt in der erneuten Veröffentlichung eines riesigen Datensatzes mit rund 17,5 Millionen Nutzerdatensätzen. Diese Daten, die ursprünglich aus einem API-Leck von 2024 stammen, wurden von einem Nutzer mit dem Alias „Solonik“ am 7. Januar 2026 im Darknet-Forum „BreachForums“ eingestellt. Obwohl die Daten keine Passwörter enthalten, sind sie aufgrund der enthaltenen Metadaten wie Nutzernamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern äußerst wertvoll.
Die Taktik des sogenannten „Reset-Bombing“ zielt darauf ab, durch die Flut an legitimen E-Mails Dringlichkeit zu erzeugen. Nutzer könnten in Panik auf gefälschte Support-Portale klicken und so ihre echten Passwörter preisgeben. Zudem werden Support-Systeme überlastet, was dazu führen kann, dass legitime Warnungen unter Spam begraben werden oder Nutzer genervt Sicherheitsfeatures abschalten.
Meta, der Mutterkonzern von Instagram, hat auf die Spekulationen reagiert und betont, dass es keine neue Sicherheitslücke in den eigenen Systemen gebe. Stattdessen bestätigte das Unternehmen, dass externe Akteure die Massen-E-Mails auslösen konnten. Ein Fix zur Drosselung solcher Anfragen wurde bereits implementiert. Diese Vorfälle zeigen, dass die Wiederbelebung alter Datenlecks zu einem massiven Störfaktor für Unternehmen werden kann.
Die Sicherheitsfirma Hudson Rock berichtet, dass der Trend zur Nutzung von „Zombie-Daten“ zunimmt. Diese alten Leaks werden in KI-gesteuerte Tools eingespeist, die CAPTCHAs und Drosselungen umgehen können. Für Unternehmen bedeutet dies, dass Compliance nicht mehr nur den Schutz aktueller Systeme umfasst, sondern auch die Überwachung, wie historische Datenlecks neu verwendet werden.
Experten prognostizieren für das erste Quartal 2026 einen weiteren Anstieg solcher Angriffe. Da große Plattformen die direkte Anmeldung mit Passkeys und Biometrie absichern, rücken die Wiederherstellungsverfahren als schwächstes Glied in den Fokus. Zu den erwarteten Gegenmaßnahmen gehören strengere Drosselungen und die Einführung von Teil-Authentifizierungen vor dem Versand einer Reset-E-Mail.
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