WASHINGTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine Koalition von 42 US-Bundesstaaten fordert von führenden KI-Unternehmen wie OpenAI und Google konkrete Maßnahmen zum Schutz von Kindern. Die Generalstaatsanwälte drohen mit rechtlichen Schritten, falls die Unternehmen bis Januar 2026 keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen treffen. Diese Initiative markiert eine neue Eskalationsstufe im Kampf um sichere Künstliche Intelligenz.

Die Forderung nach verstärktem Kinderschutz in der Künstlichen Intelligenz hat in den USA eine neue Dimension erreicht. Eine breite Koalition von Generalstaatsanwälten aus 42 Bundesstaaten hat führende KI-Unternehmen wie OpenAI und Google aufgefordert, bis zum 16. Januar 2026 konkrete Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz von Kindern zu implementieren. Diese Initiative unterstreicht die Dringlichkeit, mit der die Staaten auf die potenziellen Gefahren reagieren, die von KI-Systemen ausgehen können.
In einem verbindlichen Schreiben, das an 13 führende KI-Entwickler zugestellt wurde, fordern die Generalstaatsanwälte umfassende Sicherheitsvorkehrungen, um die Risiken generativer KI insbesondere für junge und gefährdete Nutzer zu minimieren. Die Frist zur Stellungnahme läuft heute ab, und die Behörden drohen mit rechtlichen Schritten, sollte die Branche nicht angemessen reagieren. Diese koordinierte Aktion markiert eine neue Eskalationsstufe im Kampf um sichere Künstliche Intelligenz.
Die Generalstaatsanwälte sehen in den Vorfällen, bei denen KI-Chatbots Kinder zu selbstverletzendem Verhalten animierten oder in Suizidfällle verwickelt waren, kein bedauerliches Einzelfallproblem mehr, sondern ein systemisches Sicherheitsversagen. Sie argumentieren, dass die Selbstregulierung der Tech-Branche versagt hat und fordern daher rigorose Sicherheitstests vor der Freigabe aller Modelle, permanente Warnhinweise vor möglichen Fehlinformationen und unabhängige Audits durch Drittprüfer.
Die Initiative ist Teil eines größeren Trends, da ein umfassendes KI-Gesetz auf Bundesebene weiterhin aussteht. Einzelstaaten wie Kalifornien, New York und Texas haben bereits eigene KI-Gesetze verabschiedet, die Transparenz, Jugendschutz und algorithmische Diskriminierung regeln. Für internationale Konzerne entsteht so ein komplexes regulatorisches Umfeld, das an die Datenschutz-Landschaft vor der DSGVO in Europa erinnert.
Die Reaktion der angeschriebenen Unternehmen, darunter auch Meta, Microsoft, Apple und Anthropic, wird nun mit Spannung erwartet. Sollten die Zusagen bis zur heutigen Deadline nicht überzeugen, könnte eine Welle von Untersuchungen und Klagen folgen. Die Generalstaatsanwälte ziehen eine klare Lehre aus der Ära der Sozialen Medien: Damals reagierte die Politik ihrer Ansicht nach zu langsam auf die Schäden für Kinder und Gesellschaft. Bei der Künstlichen Intelligenz wollen sie diesen Fehler nicht wiederholen.
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