ROM / LONDON (IT BOLTWISE) – Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat Ermittlungen gegen Activision Blizzard eingeleitet. Im Fokus stehen die Monetarisierungspraktiken in den Spielen „Diablo Immortal“ und „Call of Duty Mobile“. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, durch aggressive Verkaufsstrategien insbesondere Minderjährige zu benachteiligen.

Die italienische Wettbewerbsbehörde AGCM hat eine Untersuchung gegen Activision Blizzard eingeleitet, um die Monetarisierungsstrategien in den beliebten Spielen „Diablo Immortal“ und „Call of Duty Mobile“ zu prüfen. Im Zentrum der Kritik stehen die Methoden, mit denen Spieler zu häufigeren und längeren Spielzeiten animiert werden sollen, was zu vermehrten In-Game-Käufen führen könnte. Besonders problematisch sind Push-Benachrichtigungen, die durch limitierte Angebote künstliche Dringlichkeit erzeugen.
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft den Umgang mit virtueller Währung. Die AGCM bemängelt, dass durch den Verkauf von Währungspaketen der Bezug zum realen Geldwert verschleiert wird, was es Spielern erschwert, ihre Ausgaben im Blick zu behalten. Diese Praxis könnte insbesondere jüngere Spieler dazu verleiten, mehr Geld auszugeben, als sie beabsichtigen.
Besonders scharf kritisiert die Behörde die unzureichenden Jugendschutzeinstellungen. Die standardmäßig aktivierten elterlichen Kontrollen bieten nach Ansicht der AGCM ein unzureichendes Schutzniveau, da sie In-Game-Käufe und uneingeschränkte Spielzeit ohne aktive Einwilligung der Eltern ermöglichen könnten. Dies stellt die berufliche Sorgfaltspflicht des Unternehmens in Frage.
Auch die Transparenz bei der Datenverarbeitung und den Vertragsrechten wird untersucht. Es besteht der Verdacht, dass Spieler in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu umfassender Zustimmung, auch für kommerzielles Profiling, gedrängt werden, ohne ausreichend über Widerrufsrechte informiert zu sein. Zudem wird die Praxis der Kontosperrungen kritisch betrachtet. Die Behörde prüft, ob Activision Blizzard Accounts einseitig und ohne angemessene Begründung oder Widerspruchsmöglichkeit sperren kann.
Die Ermittlungen folgen auf den milliardenschweren Erwerb von Activision Blizzard durch Microsoft im Jahr 2023, der weltweit intensive regulatorische Prüfungen durchlief. Die Untersuchung könnte Signalwirkung für die gesamte Gaming-Branche haben und Branchenstandards für Monetarisierung, Transparenz bei virtuellen Währungen und Verbraucherschutz in ganz Europa beeinflussen. Bei einem für Microsoft ungünstigen Ausgang drohen nicht nur hohe Strafen, sondern auch Auflagen für das Spieledesign in Italien.
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