MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Materialversorgung der deutschen Industrie zeigt deutliche Anzeichen der Entspannung. Eine aktuelle Umfrage des Ifo-Instituts zeigt, dass nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen über Beschaffungsprobleme klagen. Besonders in der Autoindustrie ist eine signifikante Verbesserung zu verzeichnen.

Die deutsche Industrie kann aufatmen: Die Versorgung mit Materialien und Teilen hat sich deutlich verbessert. Laut einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts klagten im Dezember nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Beschaffung. Dies stellt eine Verbesserung um 3,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat dar. Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, betont jedoch, dass die Lieferketten weiterhin genau beobachtet werden müssen, auch wenn die Industrie aus den Krisen der vergangenen Jahre gelernt habe.
Interessanterweise liegt der aktuelle Wert von 7,5 Prozent deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 15 Prozent seit 1991. Dies zeigt, dass die jüngsten Krisen, insbesondere die der letzten fünf Jahre, den Durchschnittswert stark beeinflusst haben. Vor der Corona-Pandemie lag der Durchschnitt bei nur 5,2 Prozent, was die aktuelle Verbesserung umso bemerkenswerter macht.
Besonders in der Autoindustrie ist die Entspannung spürbar. Der Anteil der Unternehmen, die über Schwierigkeiten klagen, sank von 27,6 Prozent im November auf nur noch 5,6 Prozent. Diese Entwicklung könnte mit der Entspannung des Konflikts um den Chiphersteller Nexperia zusammenhängen. Nexperia, mit Sitz in Nimwegen, war in einen Konflikt verwickelt, der durch die Verlagerung von technologischem Wissen nach China ausgelöst wurde. Das niederländische Wirtschaftsministerium griff ein, was zu einem vorübergehenden Exportstopp von Nexperia-Chips führte. Mittlerweile wurde das Exportverbot gelockert, auch wenn der Konflikt noch nicht vollständig gelöst ist.
Während die Autoindustrie von der Entspannung profitiert, sieht die Lage in anderen Branchen weniger rosig aus. Bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen klagen 12,2 Prozent über Materialmangel. Auch in der chemischen Industrie und im Maschinenbau gibt es noch Herausforderungen, obwohl hier mit 7,1 beziehungsweise 6,7 Prozent weniger Betriebe betroffen sind als im Durchschnitt.
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